Wirtschaftsvereinigung Stahl Stahlbranche fürchtet höhere Energiekosten

Redakteur: Stéphane Itasse

Die Stahlindustrie befürchtet, dass das im Bundestag beschlossene Gesetzespaket zur Energiewende zu weiteren Kostensteigerungen führt. „Die Stahlindustrie benötigt international wettbewerbsfähige Strompreise“, sagt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, in Düsseldorf.

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Die deutschen Stahlhersteller fürchten steigende Stromkosten durch die Energiewende. Bild: Stahl-Online
Die deutschen Stahlhersteller fürchten steigende Stromkosten durch die Energiewende. Bild: Stahl-Online
( Archiv: Vogel Business Media )

„Zwar ist der politische Wille erkennbar, dass zusätzliche Belastungen der energieintensiven Industrien vermieden werden sollen“. Einschränkungen bei der Härtefallregelung im Erneuerbare-Energien-Gesetz führten aber dazu, dass manche Stahlunternehmen anders als bisher künftig die volle Umlage bezahlen müssten.

Stahlbranche fürchtet bis zu 100 Mio. Euro pro Jahr an Mehrkosten

„Die Mehrkosten durch die EEG-Novelle könnten sich für unsere Industrie auf bis zu 100 Mio. Euro im Jahr belaufen“, befürchtet der Verbandspräsident. „Nach den Beschlüssen der Europäischen Kommission zum Emissionsrechtehandel wäre dies ein weiterer Wettbewerbsnachteil. Daher sind weitere Korrekturen nötig.“

Für die Umsetzung der Energiewende fordert die Stahlindustrie ein Monitoring. „Die Bundesregierung muss regelmäßig überprüfen, ob die Gesetze die gewünschte Wirkung haben und die Stromversorgung sicher und bezahlbar ist“, so Kerkhoff. Gegebenenfalls müsse nachjustiert werden.

Auch erneuerbare Energien brauchen Stahl

Die politisch gewollte Neuausrichtung und Umsetzung der Energiepolitik sei ohne die energieintensiven Industrien nicht möglich. „Ohne Stahl wird kein Kraftwerk gebaut, kein Stromnetz betrieben und kein Strom aus erneuerbaren Energien produziert“, sagt Kerkhoff.

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