Wirtschaftsvereinigung Stahl Stahlerzeuger haben mit mehreren Belastungen zu kämpfen

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Auf rund 170 Mio. Euro werden sich im kommenden Jahr die EEG-Kosten der Stahlindustrie in Deutschland belaufen. Diese Belastung ergibt sich laut Wirtschaftsvereinigung Stahl aus der im Oktober bekannt gegebenen EEG-Umlage für das Jahr 2017 in Höhe von 6,88 Cent je Kilowattstunde.

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„Obwohl die Stahlindustrie wie andere besonders energieintensive Industrien eine Belastungsbegrenzung in Anspruch nehmen kann, bleiben die EEG-Kosten auch 2017 ein bedeutender Kostenfaktor in den Stromrechnungen der Stahlerzeuger“, erklärt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl.
„Obwohl die Stahlindustrie wie andere besonders energieintensive Industrien eine Belastungsbegrenzung in Anspruch nehmen kann, bleiben die EEG-Kosten auch 2017 ein bedeutender Kostenfaktor in den Stromrechnungen der Stahlerzeuger“, erklärt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl.
(Bild: Wirtschaftsvereinigung Stahl)

„Obwohl die Stahlindustrie wie andere besonders energieintensive Industrien eine Belastungsbegrenzung in Anspruch nehmen kann, bleiben die EEG-Kosten auch 2017 ein bedeutender Kostenfaktor in den Stromrechnungen der Stahlerzeuger“, erklärt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Bis zum Jahr 2025 ist mit einem weiteren Anstieg auf jährlich rund 220 Mio. Euro zu rechnen: Angesichts weiter anwachsender Förderkosten hat das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln für diesen Zeitraum eine Umlage von im Mittel 8,74 Cent je Kilowattstunde prognostiziert.

„Die Politik sollte weitere Anstrengungen unternehmen, um die Förderung der erneuerbaren Energien kosteneffizienter zu gestalten und diese baldmöglichst an den Markt heranzuführen“, erklärt Kerkhoff. „Zudem sind die Belastungsbegrenzungen für die energieintensiven Industrien auch in Zukunft unverzichtbar, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Stahlindustrie zu sichern.“

Weiter deutliche Belastungen durch den EU-Emissionshandel

Außerdem weist die Wirtschaftsvereinigung Stahl darauf hin, dass Anfang Oktober der Industrieausschuss des Europäischen Parlamentes seine Stellungnahme zur geplanten EU-Richtlinie für den Emissionsrechtehandel ab 2021 verabschiedet hat. „Die vom Ausschuss vorgeschlagenen Änderungen reichen nicht aus, um den Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Stahlindustrie zu sichern und damit eine Abwanderung von Industrieproduktion infolge von CO2-Kostenbelastungen (Carbon Leakage) zu verhindern“, kommentiert Kerkhoff dieses Ergebnis.

Für die Stahlindustrie gehe es bei der Ausgestaltung der vierten Handelsperiode (2021 – 2030) um eine fundamentale Weichenstellung mit existenzieller Bedeutung. „Betroffen sind die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Investitionsperspektiven unserer Industrie in den nächsten 14 Jahren“, so Kerkhoff. „Durch den Vorschlag der EU-Kommission drohen der Stahlindustrie massive Belastungen. Wir sind in Sorge, dass die Brisanz des Themas in Brüssel nicht erkannt wird.“

Zwar sei zu begrüßen, dass der Industrieausschuss insgesamt eine Erhöhung der freien Zertifikate für die Industrie fordere. Bei den schon bisher fehlerhaften, unterhalb des technisch Machbaren festlegten Benchmarks und der geplanten weiteren Absenkung der Zuteilung gebe es jedoch keine durchgreifenden Verbesserungen. Der Stahlindustrie drohe weiter ein erheblicher Kauf von Zertifikaten, der nicht durch technische Maßnahmen zu Emissionsminderungen ausgeglichen werden könne. Das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten müssten sich im weiteren Verfahren dringend für Verbesserungen an dem Kommissionsvorschlag einsetzen.

Offener Brief an die Staats- und Regierungschefs

In der Woche vor der Euroblech und damit im Vorfeld der Tagung des Europäischen Rates am 20. und 21. Oktober haben 58 Vorstände und Vertreter der europäischen Stahlindustrie einen offenen Brief an die Staats- und Regierungschefs formuliert. In diesem wurde um Unterstützung bei folgeden Punkten, die existentiell für die Stahlindustrie sind, gebeten:

  • Marktwirtschaftsstatus Chinas: Schulterschluss mit den USA
  • Handelspolitische Schutzmaßnahmen: Effektivere und schnellere Maßnahmen zur Wiederherstellung fairen Handels
  • Emissionshandel: Keine Kostenbelastung jenseits der wirtschaftlichen und technischen Machbarkeit

Gefordert wird außerdem ein reformierter EU-Emissionsrechtehandel auf der Basis von Fairness und Machbarkeit.

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl auf der Euroblech 2016: Halle 17, Stand C22

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