Jahrestagung Stahl 2012 Stahlindustrie rechnet für 2013 mit einer Belebung der Märkte

Redakteur: Jürgen Schreier

Die deutsche Volkswirtschaft wird zunehmend von der Eurokrise in Mitleidenschaft gezogen und auch in der bislang sehr robusten Stahlverarbeitung zeigen sich stärkere Bremsspuren. Dies wurde auf der diesjährigen Jahrestagung Stahl in Düsseldorf deutlich.

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Hans Jürgen Kerkhoff prognostiziert: „Wir erwarten, dass sich die Stahlkonjunktur 2013 moderat aufhellen wird.“
Hans Jürgen Kerkhoff prognostiziert: „Wir erwarten, dass sich die Stahlkonjunktur 2013 moderat aufhellen wird.“
(Bild: Wirtschaftsvereinigung Stahl)

Die Auftragseingänge im Walzstahlbereich sind im dritten Quartal erneut (um 0,1 %) zurückgegangen. Im Zeitraum Januar bis September 2012 betrug das Auftragsminus 3 %. Der Bestellrückgang setzte nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl im zweiten Quartal 2012 ein. Eine Wiederbelebung nach der Sommerpause hat nicht stattgefunden, wenngleich sich die Bestellungen zuletzt auf dem Niveau des Vorjahres stabilisierten. Darin spiegele sich die Tatsache wider, dass der Lagerabbau offenbar Fortschritte mache, so der Verband.

Deutsche Rohstahlproduktion dürfte 2012 sinken

„Wir halten daher an unserer Prognose von Anfang September fest, der zufolge die Rohstahlproduktion 2012 bei 42,5 Mio. t auskommen wird. Das entspricht einem Minus von 4 % im Vergleich zur Vorjahresmenge von 44,3 Mio. t“, erklärte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl und Vorsitzender des Stahlinstituts VDEh, in Düsseldorf. Dabei könne die Stahlindustrie in Deutschland auf eine vergleichsweise hohe Auslastung von 85 % verweisen. Diese sei deutlich höher als die weltweite Nutzung der Kapazitäten, die in diesem Jahr bei unter 80 % liegen dürfte.

Verständlicherweise richten sich die Blicke Anfang November verstärkt auf das kommende Jahr, von dem man sich Besserung verspricht. „Wir erwarten, dass sich die Stahlkonjunktur 2013 moderat aufhellen wird“, so Verbandspräsident Kerkhoff. Voraussetzung dafür aber sei, dass es der Politik gelinge, die Staatsschuldenkrise in der Eurozone einzudämmen und allmählich das Vertrauen auf den Märkten wiederherzustellen. Sollte dies gelingen, so dürfte sich die Investitionsnachfrage 2013 wieder beleben, „wenn auch nur schrittweise“, wie Kerkhoff betonte.

Investitionen und Stahlkonjunktur dürften in der zweiten Jahreshälfte 2013 anziehen

Nach einem verhaltenen Start rechnet man damit, dass die Investitionen in Deutschland im zweiten Halbjahr 2013 stärker anziehen. Kerkhoff: „Eine ähnliche Entwicklung erwarten wir auch für die Produktion der Stahlverarbeiter.“ Auch die Weltwirtschaft soll sich den Prognosen zufolge 2013 wieder etwas beleben, was der exportierenden Wirtschaft und damit auch den Stahlverarbeitern zugute kommen würde.

In Summe dürfte 2013 die Marktversorgung mit Walzstahlerzeugnissen in Deutschland um 2 bis 3 % zulegen. „Damit werden die Verluste aus dem laufenden Jahr, die sich auf 6 % belaufen, aber nur teilweise wieder aufgeholt“, so Kerkhoff. Die Rohstahlproduktion werde aller Voraussicht nach ebenfalls wachsen.

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