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Stahlmarkt

Stahlpreiserhöhungen konterkarieren Antidumping-Verfahren

| Redakteur: Claudia Otto

Hagen (co) – Der europäische Stahlmarkt soll durch Einfuhrzölle abgeschottet werden. Die Preise steigen weiter – Stahl und Metall verarbeitende Unternehmen leiden, wie der Industrieverband Blechumformung (IBU), Hagen, in einer Mitteilung bekannt gab. Der IBU beklagt die Monopol-Strategie der Hersteller.

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Die EU-Kommission hat die Eröffnung eines Antidumping-Verfahrens gegen die Einfuhr feuerveredelter Bleche und Bänder aus China beschlossen. Verfahren für weitere wichtige Stahlerzeugnisse wie nichtrostende Bleche und Walzdraht werden aller Voraussicht nach in Kürze folgen. Mit dem Unterschied, dass neben China weitere Lieferländer einbezogen werden könnten.

Haben die Klagen der europäischen Stahlhersteller Erfolg, könnten laut IBU Einfuhrzölle auf Stahlerzeugnisse verhängt werden. Die Folge: Stahlimporte würden faktisch verhindert, der Stahl in Deutschland noch einmal teurer.

IBU sieht derzeit keine Marktveränderungen

Die IBU bezweifelt, dass die europäische Stahlindustrie durch Einfuhren aus China bislang Schaden erlitten hat. Nach Ansicht des Verbands gibt es im Markt keine entsprechenden feststellbaren Preis- oder Mengen-Effekte. Die Einfuhren aus China seien zwar angestiegen, ihr Anteil am Gesamtmarkt bleibe mit durchschnittlich 5% aber gering.

Bernhard Jacobs, IBU-Geschäftsführer: „Wir haben es hier mit einem Antidumping-Verfahren zu tun, das sich allein auf mögliche zukünftige Marktveränderungen stützt.“ Der IBU wirft den Stahlherstellern vor, selbst für das wachsende Interesse außereuropäischer Stahlproduzenten am europäischen Markt verantwortlich zu sein.

Die hiesigen Stahlpreise lägen schon geraume Zeit deutlich über dem Weltmarktniveau, parallel würden die Stahlhersteller nicht müde, weitere Preiserhöhungen in den Markt zu drücken. So sind seit 2003 die Preise für Walzstahl um knapp 70% gestiegen.

IBU wirft Stahlherstellern Monopol-Strategien vor

Jacobs: „Die Hersteller haben die Preise mit Verweis auf steigende Rohstoffkosten auf immer neue Rekordhöhen getrieben. In den Bilanzen der Stahlhersteller finden wir nun Rekordgewinne, die die Preiserhöhungen 1:1 widerspiegeln. Jetzt sollen günstigere Hersteller von außerhalb Europas über den Antidumping-Vorwurf ausgegrenzt werden. Parallel werden die Preise weiter erhöht. Das ist kein Wettbewerb mehr. Das ähnelt sehr stark den Strategien von Monopol-Unternehmen.“

Strategien, die die Zuliefererbranche im Jahr 2008 nicht länger aushalten könne: „Wir stellen uns dem globalen Wettbewerb und erwarten dasselbe von unseren Vormateriallieferanten, den Stahlherstellern“, so Jacobs. In einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat der IBU auf das wettbewerbsfeindliche Verhalten der Stahlhersteller hingewiesen.

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