Stahlverarbeitung Stark gestiegene Stahlpreise als Herausforderung für die deutsche Stahl- und Metallverarbeitung

Redakteur: Dietmar Kuhn

Die Unternehmen der deutschen Stahl- und Metallverarbeitung haben im ersten Quartal 2008 gut 7000 neue Stellen geschaffen und ein Produktionsplus von 6,6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum

Anbieter zum Thema

Die Unternehmen der deutschen Stahl- und Metallverarbeitung haben im ersten Quartal 2008 gut 7000 neue Stellen geschaffen und ein Produktionsplus von 6,6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet. Der Inlandsabsatz wuchs in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um 4,7%, der Export um 6,3%. Allerdings: Die Bestelleingänge aus dem Ausland gingen nach langer Zeit erstmals wieder zurück.

Ausländische Kunden orderten 3,1% weniger Produkte im Vergleich zum Vorjahresquartal, parallel stiegen die inländischen Bestellungen aber um 2,1% und sorgten so für ein leichtes Gesamtplus von 0,4%. „Den Trend, dass Kunden aus Deutschland geringere Umsätze aus dem Ausland kompensieren, konnten wir schon im Jahresverlauf 2007 beobachten“, sagt Ulrich Galladé, Präsident des WSM Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung in Düsseldorf. „Umso wichtiger ist es, dass im Inland die Weichen konsequent auf Wachstum gestellt werden.“

Der WSM fordere klare Maßnahmen, um die Binnenkonjunktur und damit auch den industriellen Mittelstand als Jobmotor zu stärken. „Für Wahlkampf ist es viel zu früh. Die Politik muss erkennen, dass allein durch Verteilungsdiskussionen keine zukunftsfähige Basis für die deutsche Wirtschaft geschaffen wird. Die Unternehmen benötigen heute Signale, dass die Politik auch in Zukunft auf Wachstum setzt, denn der Druck auf Unternehmen und Wirtschaft wird sich weiter erhöhen“, so Galladé.

Stahl und Energie dürften noch teurer werden

Die sehr hohen Stahl- und Energiepreise seien als Dauerzustand mit weiterem Potenzial nach oben zu sehen. Und auch die Konjunktur sei kein Selbstläufer, wie die reduzierten Wachstumserwartungen der Wirtschaftsforschungsinstitute zeigten. „Signale in die richtige Richtung wären beispielsweise eine unternehmensfreundliche Erbschaftssteuer oder eine noch weitergehende unbürokratische Rechnungslegung.“

Insbesondere die aktuell fast explodierenden Stahlpreise könnten sich für die WSM-Branche schnell zu einem „Konjunkturkiller“ entwickeln, so Galladé „Die Situation ist absolut vergleichbar mit dem Rekordjahr 2004.“ Beispiel Flachstahl: Hier kostete die Tonne zu Jahresbeginn unter 500 Euro. Für das dritte Quartal haben die Stahlhersteller Tonnenpreise von 720 Euro angekündigt – ein Plus von mehr als 44%.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:257977)