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VDMA Talfahrt im Maschinenbau-Auftragseingang hält an

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Bestellungen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau sinken weiter, wenn auch langsamer: Im Mai lag der Auftragseingang um real 6 % unter dem Ergebnis des Vorjahres, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilt.

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Der deutsche Maschinenbau hat die Talsohle beim Auftragseingang möglicherweise schon durchschritten, meint der VDMA.
Der deutsche Maschinenbau hat die Talsohle beim Auftragseingang möglicherweise schon durchschritten, meint der VDMA.
(Bild: Schuler)

Das Inlandsgeschäft sank um 8 %, das Auslandsgeschäft um 4 % im Vergleich zum Vorjahresniveau. Im Dreimonatsvergleich März bis Mai 2012 ergibt sich insgesamt ein Minus von real 6 % im Vorjahresvergleich. Die Inlandsaufträge lagen mit 9 % im Minus. Bei den Auslandsaufträgen gab es ein Minus von 5 %, heißt es.

Talsohle im Maschinenbau-Auftragseingang laut VDMA erreicht

„Im Mai 2012 lag der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland mit 6 % weiterhin unter Vorjahresniveau. Damit ist der Mai deutlich besser gelaufen als der April mit minus 11 %). Im Wesentlichen bestätigt sich das Bild vom April: Die Nachfrage aus den Nicht-Euroländern (minus 3 %) scheint die Talsohle durchschritten zu haben. Die Euro-Partner-Länder (minus 7 %) haben diese noch nicht erreicht. Die Inlandsorders könnten kurz davor stehen“, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis.

„Wir bewegen uns auf dem Durchschnittsniveau des Vorjahres, insofern haben wir die durchaus berechtigte Hoffnung, dass wir in den kommenden Monaten auch wieder Plusraten beim Auftragseingang verzeichnen werden“, sagte Wiechers weiter.

Maschinenbauer können bei der Produktion wieder zulegen

Besser sieht es für die Maschinenbauer auf der Produktionsseite aus. „In den ersten vier Monaten hatten wir einen Produktionszuwachs von 7 %“, berichtete der VDMA-Chefvolkswirt. Nach der Delle im vierten Quartal 2011 habe die Produktion also wieder deutlich angezogen.

Das sei insofern ungewöhnlich, weil der Auftragseingang im Frühjahr bereits seinen Höhepunkt erreicht hatte – üblicherweise gebe es eine Zeitverschiebung von drei bis sechs Monaten zwischen Auftragseingang und Umsatz, der Rückgang der Auftragseingänge hätte sich also schon bei der Produktion niederschlagen müssen.

VDMA erwartet nicht so einfaches Jahr für den Maschinenbau

„Über den Grund kann man trefflich spekulieren, letztlich werden wir es wohl nie richtig erfahren“, erläuterte Wiechers. „Wir müssen uns also durchaus noch auf niedrige Wachstumsraten bei der Produktion einstellen. Im April gab es einen ersten Hinweis: Mit plus 2 % fiel der Zuwachs nicht mehr so groß aus. Aber insgesamt ist das ein guter Start in ein wahrscheinlich nicht so einfaches Jahr.“

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