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Technische Bürsten sichern die Schnittkantenqualität bei steigenden Ansprüchen

| Autor/ Redakteur: Hermann Fuchs / Josef-Martin Kraus

Bei steigenden Qualitätsansprüchen an gratfreie Schnittkanten profitieren Metallbearbeiter von technischen Bürsten. Der Trend geht dabei zu einer immer spezifischeren Auslegung der Entgratbürsten. Der Bürstenhersteller Kullen hat darauf reagiert, um auch Anforderungen wie das Entgraten unregelmäßiger Kanten sowie eine definierte Kantenverrundung zu erfüllen.

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Bild 1: Entgratautomat, der mit Walzenbürsten für die Rohrendenbearbeitung bestückt ist. Bei der Auswahl der Bürsten wurde auf lange Standzeiten großer Wert gelegt. Bild: Kullen
Bild 1: Entgratautomat, der mit Walzenbürsten für die Rohrendenbearbeitung bestückt ist. Bei der Auswahl der Bürsten wurde auf lange Standzeiten großer Wert gelegt. Bild: Kullen
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Qualitätsansprüche an spanabhebend und spanlos bearbeitete Werkstücke steigen. Anwender profitieren durch das mechanische Bürstenentgraten Die Gründe dafür liegen zum einen in der Umweltverträglichkeit und den niedrigen Stückkosten des Verfahrens. Zum anderen ermöglicht ein immer umfangreicheres Bürstensortiment, auf spezifische Forderungen einzugehen. Das Ergebnis ist ein immer breiteres Spektrum an Anwendern (Bild 1).

Anderlon-Bürsten für unterschiedliche Entgrataufgaben geeignet

Die grundsätzlichen Unterschiede bei technischen Bürsten zum Entgraten von Schnittkanten liegen in der Bestückung. Man unterscheidet zwischen Anderlon- und Drahtborsten-Bestückung. Anderlon-Schleifborsten sind homogen mit Schleifkorn durchsetzte Polyamidfasern. Für die gängigsten Schleifkörner kommt Siliziumcarbid, Aluminiumoxid oder Diamant von Korn 46 bis Korn 1000 je nach gewünschtem Ergebnis zur Anwendung. Abhängig von Zweck und Körnung variiert der Borstendurchmesser des Besatzes von 0,3 bis 1,5 mm. Ferner ist zu entscheiden, ob die Entgratbürsten mit Rund- oder Flachborsten bestückt werden sollen.

Aufgrund dieser Vielzahl an Variationen eignen sich Anderlon-Bürsten für unterschiedliche Entgrataufgaben. So können damit feinster Hon- und Schleifgrat, aber auch Dreh-, Fräs- und Sägegrat mit Fußstärken bis etwa 0,2 mm abgeschliffen werden. In der richtigen Kombination von Parametern wie Borstendurchmesser, Borstenlänge, Korngröße, Drehzahl, Eintauchtiefe und Bürstentyp liegt daher für Kullen die Aufgabe, aus flexiblen Bürsten ein einzigartiges Werkzeug zu machen, das auch unregelmäßige Gratkanten erreicht und eine sekundärgratfreie Verrundung erzeugt. Geeignete Werkstoffe zum Entgraten sind NE-Metalle, Aluminiumlegierungen und Stähle.

Kullen hält breites Sortiment von Drahtbürsten abrufbereit

Für Bürsten mit Anderlon-Schleifborsten hat sich bei Anwendung im Trockenbetrieb eine Umfangsgeschwindigkeit von 18 bis 20 m/s bewährt. Ein deutlich schnelleres und somit wirtschaftlicheres Entgraten ist bei Nassbearbeitung möglich. Der Grund dafür liegt in der konstanten Wärmeabfuhr. Dadurch lässt sich die Schnittgeschwindigkeit auf 25 bis 30 m/s steigern und die Bearbeitungszeit um bis zu 40% reduzieren.

Das gängigste Werkzeug zum Entgraten von Schnittkanten an Metallrohren sind Drahtbürsten. Damit ist eine gleichzeitige Innen- und Außenbearbeitung der Schnittkanten möglich. Das Bürstensortiment ist dabei sehr umfangreich. Dennoch handelt es sich bei Kullen zu einem Großteil um Lagerware mit unterschiedlichen Drahtdurchmessern. Die gängigsten Drahtdurchmesser sind 0,20, 0,30, 0,35 und 0,50 mm.

Hohe Qualität erlaubt Schnittgeschwindigkeiten bis zu 40 m/s

Als geeignetster Besatz haben sich naturharte und vergütetete Drähte sowie Edelstahldrähte mit einer Zugfestigkeit von 1800 bis über 2600 N/mm² etabliert. Alle Drahtqualitäten werden vom Reutlinger Bürstenhersteller so ausgewählt, dass die Bürsten mit einer Schnittgeschwindigkeit bis zu 40 m/s entgraten können.

Weil beim Entgraten die kinetische Energie der Bürsten, die Zugfestigkeit der Drähte, aber auch in hohem Maße das Drahtgefüge eine große Rolle spielen, setzt Kullen auf ASD-Qualität bei den Premiumausführungen. Das Härten und Anlassen erzeugt bei diesen Drähten ein sehr hartes, feines und gleichmäßiges Gefüge. Dadurch kann der Grat mit den sich selbst nachschärfenden Drahtspitzen vom Rohrende abgetrennt werden.

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