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Technologiezentrum Presshärten für Kleinserien

| Redakteur: M.A. Frauke Finus

Mit warmumgeformten Teilen aus eigener Produktion baut die Indikar Individual Karosseriebau GmbH aus dem sächsischen Wilkau-Haßlau ihr Leistungsspektrum aus. Dafür hat der Spezialist für automobile Sonderlösungen in ein Technologiezentrum Presshärten investiert.

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Blick in das neue Technologiezentrum Presshärten bei Indikar. Eine auf bis auf 1000°C erwärmte und bis 150 kg schwere Platine wird von einem Roboter aus dem Glühofen genommen und in die Presse transportiert.
Blick in das neue Technologiezentrum Presshärten bei Indikar. Eine auf bis auf 1000°C erwärmte und bis 150 kg schwere Platine wird von einem Roboter aus dem Glühofen genommen und in die Presse transportiert.
(Bild: Indikar)

Für rund 3 Mio. Euro sind beiIndikar ein Hallenneubau mit 1000-t-Presse, Glühofen und Robotertechnik für das Prozesshandling entstanden. Auf der Anlage werden in erster Linie Komponenten für Fahrzeugpanzerungen aus eigenentwickeltem ballistischem Stahl gefertigt. „Die Kombination aus Material- und Technologieentwicklung verbessert nicht nur Eigenschaften der Teile, sondern erlaubt auch eine deutlich produktivere Herstellung“, betont Geschäftsführer Ronald Gerschewski. Als Beispiel führt er eine Radhaus-Komponente für ein gepanzertes SUV an, die konventionell als Schweißbaugruppe aus mehreren Einzelteilen zu fertigen war, mittels Presshärten jedoch in einem Stück produziert werden kann. Ebenso können auf der Anlage Karosseriestrukturteile in Kleinserien flexibel hergestellt werden.

In die neue Halle zieht noch weitere Technik ein. So werden zwei kleinere Pressen und eine Wasserstrahlanlage von einem benachbarten Standort dorthin verlagert. Beschichtungstechnik komplettiert die umformtechnische Wertschöpfungskette und dient dann auch zur Fortführung von Forschungsaktivitäten mit regionalen Partnern zur integrierten Fertigung hochfester Bauteile für den Fahrzeugbau. Neben unterschiedlichen Materialien, unter anderem Kombinationen aus Leichtmetallen und Faserverbundwerkstoffen, kommen dabei ebenso neue Methoden der Umformung und Beschichtung zum Einsatz. Vorgesehen ist nach Unternehmensangaben, die Restwärme zum Aufbringen von textilen Strukturen mit integrierten Funktionen zu nutzen. Den frei gewordenen Platz nimmt ein Aluminiumzentrum mit CNC-Fräsbearbeitung und Schweißtechnologien ein, in dessen Aufbau Indikar nochmals 1 Mio. Euro investiert. Hier entstehen Kleinstserien, unter anderem für den automobilen Karosserie-Leichtbau und Interieurbauteile.

Gepanzerte Fahrzeuge für Landespolizei

„Mit der Investition und Umstrukturierung schließen wir Wertschöpfungsketten inhouse und profilieren uns weiter in den Bereichen Entwicklung, Individualfahrzeugbau sowie Sonderschutzlösungen. In dieser Kombination besitzen wir eine Alleinstellung am Markt“, betont der Geschäftsführer. Das belegt die Nachfrage nach den Leistungen der rund 160 Indikar-Mitarbeiter. Sowohl für den klassischen Fahrzeugbau als auch für den Sonderschutz verspürt das Unternehmen nach eigenen Angaben wachsende Auftragsumfänge. Nicht nur ein Großteil der Limousinen im Fuhrpark der Bundesregierung ist mit Indikar-Lösungen gepanzert, auch weitere staatliche Stellen nutzen zunehmend dieses Know-how. „Das Thema Terrorismus ist nach Europa geschwappt. Behörden unternehmen gegenwärtig viel, um zum Beispiel Polizisten im Einsatz besser zu schützen“, weiß Ronald Gerschewski. Indikar hat jüngst schwer gepanzerte Fahrzeuge für eine Landespolizei geliefert.

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