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Kühlschmierstoffe leiden in Covid-19-Zeiten Thermische KSS-Entkeimung schont Mensch und Umwelt

| Autor / Redakteur: Dr. Jesco von Kistowski / Peter Königsreuther

Zerspaner wissen: Kühlschmierstoffe werden mit der Zeit von Pilzen und Bakterien befallen. In Zeiten von Corona und wochenlangem Stillstand wird das kritisch. Die thermische Entkeimung kann wirksame Abhilfe schaffen.

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In der Corona-Krise stehen viele Unternehmen wochenlang still – auch die sonst ständig in Bewegung befindlichen Kühlschmierstoffe (KSS). Pilze und Bakterien wachsen sich im wahrsten Sinne des Wortes zum Problem aus. Damit das nicht passiert, sollte man nicht zum fraglichen Biozid-Konzentrat greifen, sondern mal die thermische Entkeimung ausprobieren, die schnell und sehr effektiv funktioniert. Hier ein Anwendungsbeispiel eines Systems von ph-cleantec.
In der Corona-Krise stehen viele Unternehmen wochenlang still – auch die sonst ständig in Bewegung befindlichen Kühlschmierstoffe (KSS). Pilze und Bakterien wachsen sich im wahrsten Sinne des Wortes zum Problem aus. Damit das nicht passiert, sollte man nicht zum fraglichen Biozid-Konzentrat greifen, sondern mal die thermische Entkeimung ausprobieren, die schnell und sehr effektiv funktioniert. Hier ein Anwendungsbeispiel eines Systems von ph-cleantec.
(Bild: ph-cleantec)

Stellen Sie sich vor, Ihr Unternehmen muss wegen eines Covid-19-Verdachts für einige Wochen geschlossen werden. Was passiert dann wohl mit dem nun ohne Umwälzeffekt wochenlang stehenden Kühlschmierstoff? Klar, er stinkt irgendwann buchstäblich zum Himmel! Und die Reinigung oder gar Entsorgung kostet dann weitere Tage Produktionsausfall, und es wird auch noch anderweitig teuer: Nicht zuletzt muss man gegebenenfalls tausende Liter KSS neu anschaffen beziehungsweise neu ansetzen und die alte Emulsion teuer entsorgen.

Winzige Wurzeln des Übels mit großem Problempotenzial

Ursächlich dafür sind bekanntermaßen Mikroorganismen, also Pilze und Bakterien, die im KSS einen perfekten Nährboden finden. Diese Mikroorganismen kommen im Wesentlichen bei wassermischbaren KSS vor, und häufen sich temperaturbedingt im Sommer und in südlichen Ländern. Die Geruchsbelästigung entsteht durch die Ausscheidungen anaerober Bakterien.

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Außer der Geruchsbelästigung führen Bakterien und Pilze zu weiteren unerwünschten Nebeneffekten: Sie beeinträchtigen die Wirksamkeit des KSS und verschlechtern somit dessen Gebrauchseigenschaften. Gelegentlich kommt es zur Verstopfung von Rohren durch Pilzfäden und/oder sogenannte Schleimbakterien, ausnahmsweise bilden sich sogar kohlkopfgroße Pilzgewächse.

Eine gezielte Pflege des KSS ist deshalb jedenfalls sinnvoll, um die Gebrauchseigenschaften länger zu erhalten respektive die Standzeit oder Lebensdauer des KSS zu verlängern. Dadurch reduzieren sich die Kosten für den Einkauf von neuem KSS-Konzentrat, die oftmals unterschätzten Kosten für die Entsorgung des gebrauchten KSS, sowie die Maschinenstillstandszeiten während des Wechselprozesses.

Übliche Pflegestrategien für ein langes KSS-Leben

Zur Pflege des KSS gehören in vielen Fällen die mechanische Reinigung des KSS mithilfe spezieller KSS-Filter und das Entfernen von Oberflächenölen durch Skimmer und Ölabscheider. Derlei mechanische Methoden sind jedoch gegen bereits vorhandene Mikroorganismen machtlos. Auch die Überwachung des KSS im Hinblick auf Nitrite, Nitrate und den pH-Wert kann höchstens feststellen, dass beziehungsweise wann neue Maßnahmen gesetzt werden müssen.

Für die wirksame Bekämpfung der Bakterien und Pilze im KSS gibt es nur wenige Methoden. Weit verbreitet ist die Bestrahlung mit ultraviolettem Licht. Diese funktioniert bei transparenten Flüssigkeiten zwar relativ gut, doch bei den meisten Emulsionen, zu denen auch KSS gehören, dringen UV-Strahlen auf Grund der milchig-trüben Beschaffenheit und wegen Verunreinigungen nur oberflächlich ein. Das erweist sich in der praktischen Umsetzung aber als große Herausforderung, und oft sind die Ergebnisse in der Praxis nur bescheiden, denn meist werden nur 60 bis 80 %, teilweise sogar unter 50 % der vorhandenen Bakterien und Pilze abgetötet. Da ist Luft nach oben.

Biozide wirken, haben aber ihre Tücken

Die meisten Praktiker greifen sicherlich zu Bioziden, das heißt, zu Bakteriziden und Fungiziden. Diese haben unzweifelhaft das Plus, sehr effizient zu sein, zersetzen sich aber mit der Zeit. Auch handelt es sich bei Bioziden um Gefahrstoffe im Sinne der CLP-Verordnung der EU, die eine fachgerechte Verwendung und eine zum Teil teure Entsorgung erfordern. Meist kümmert sich darum ein sogenannter Fluid-Manager, der sich seinen Job aber teuer bezahlen lässt.

Es muss auch klar sein, dass selbst „harte“ Biozide kein Allheilmittel sind und nicht immer alle Keime abtöten, insbesondere wird der sog. Biofilm an den Wänden und am Boden zumeist nicht erreicht.

Tatsächlich treibt mancher Praktiker so eher „den Teufel mit dem Beelzebub“ aus, denn Biozide können beachtliche gesundheitliche Beschwerden verursachen. Diese reichen von leichten Entzündungen alltäglicher Wunden über Hautausschläge und Allergien bis hin zu Reizungen von Haut, Augen und Schleimhäuten. Insbesondere Konzentrate, die immer beliebter werden, dürfen in keinem Falle mit der Haut in Kontakt kommen, weil schon kleinste Spritzer zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen können, wie schwere Verletzungen der Haut.

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