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Stahl Thyssen-Krupp leidet unter schwachem Stahlmarkt

| Redakteur: Stéphane Itasse

Mit ihren Industriegüter-Geschäften ist die Thyssen-Krupp AG, Essen, gut ins neue Geschäftsjahr 2012/2013 gestartet. Im ersten Quartal wuchs der Auftragseingang in diesem Bereich vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2012 um 14 %, wie der Konzern am Dienstag mitteilt. Düster sieht es hingegen in der Stahlsparte aus.

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Auch in der Thyssen-Krupp-Zentrale stehen Veränderungen bevor - es wird gespart.
Auch in der Thyssen-Krupp-Zentrale stehen Veränderungen bevor - es wird gespart.
(Bild: Thyssen-Krupp)

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012/2013 erreichte Thyssen-Krupp bei seinen fortgeführten Aktivitäten einen Auftragseingang von 9,6 Mrd. Euro und blieb damit trotz Desinvestitionen auf Vorjahresniveau, heißt es in der Mitteilung. Plant Technology und Elevator Technology erzielten jeweils Rekordniveaus: Der Auftragseingang im Anlagenbau habe sich mehr als verdoppelt, bei Aufzügen habe es mit einem Plus von 10 % ebenfalls kräftige Zuwächse gegeben. Dagegen sei das Werkstoff-Geschäft durch schwache Nachfrage und niedrige Preise belastet gewesen.

Thyssen-Krupp mit sinkendem Umsatz und EBIT

Der Umsatz des Konzerns verringerte sich im ersten Quartal 2012/2013 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8 % auf 8,8 Mrd. Euro. Während bei den Industriegüter-Geschäften der Anlagenbau und insbesondere das Aufzugsgeschäft deutliches Wachstum verzeichneten, war die Entwicklung bei industriellen Komponenten und Werkstoffen auf Grund von Desinvestitionen und marktbedingt rückläufig.

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Das bereinigte EBIT der fortgeführten Aktivitäten betrug laut Mitteilung im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 229 Mio. Euro, nach 372 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das für das erste Quartal 2012/2013 in Aussicht gestellte Ergebnisziel – ein bereinigtes EBIT der fortgeführten Aktivitäten von rund 200 Mio. Euro – sei erreicht worden. Alle Business-Areas hätten ein positives bereinigtes EBIT erzielt.

Der Anteil der Industriegüter-Geschäfte am bereinigten EBIT war mit 351 Mio. Euro deutlich höher als der Anteil der Werkstoff-Geschäfte mit 70 Mio. Euro, wie es heißt. Die größten Beiträge lieferten Elevator Technology und Plant Technology. Elevator Technology habe zudem die EBIT-Marge auf 11 % gesteigert. Plant Technology sei zum 1. Januar 2013 mit der Business-Area Marine Systems zu der neuen Business-Area Industrial Solutions zusammengeführt worden. Das Ergebnis nach Steuern, das auf die Thyssen-Krupp Aktionäre entfällt, belaufe sich auf 29 Mio. Euro.

Nettofinanzschulden von Thyssen-Krupp sinken durch Verkauf der Edelstahlsparte

Der Free-Cash-Flow der fortgeführten Aktivitäten, das heißt die Summe aus Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, betrug nach Angaben des Konzerns 736 Mio. Euro. Dies entspreche einer deutlichen Verbesserung zum Vorjahresquartal von rund 2,1 Mrd. Euro und zeigt die Anstrengungen des Konzerns zur strukturellen Verbesserung des Cash-Flow-Profils. Der Free-Cash-Flow des Gesamtkonzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 2,4 Mrd. Euro auf 361 Mio. Euro.

Die Belastungen aus nicht fortgeführten Aktivitäten konnten durch die Mittelzuflüsse aus dem erfolgreichen Abschluss der Edelstahl-Transaktion deutlich überkompensiert werden (wir berichteten). Damit habe Thyssen-Krupp auch bei der Reduzierung der Netto-Finanzschulden Fortschritte erzielt. Zum 31. Dezember 2012 gingen diese im Vergleich zum Vorquartal um rund 600 Mio. Euro auf 5205 Mio. Euro zurück (30. September 2012: 5800 Mio. Euro). Mit einer freien Liquidität von insgesamt 7,4 Mrd. Euro sowie einer ausgewogenen Fälligkeitenstruktur der Verbindlichkeiten sieht sich Thyssen-Krupp solide finanziert.

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