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Fotochemisches Ätzen

Titanbearbeitung leicht gemacht

| Autor: Stéphane Itasse

Hohe Kosten und Einschränkungen hinsichtlich Präzision beim Zerspanen, Stanzen oder Lochen haben den flächendeckenden Einsatz von Titan als bevorzugtes Material bislang verhindert. Eine neuartige Anlage zum fotochemischen Ätzen eröffnet hierfür neue Möglichkeiten, wie Precision Micro auf der Blechexpo 2015 zeigt.

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Die Ätztechnik ist die kosteneffiziente Alternative für die Herstellung von Titanplatten in strömungstechnischen Applikationen.
Die Ätztechnik ist die kosteneffiziente Alternative für die Herstellung von Titanplatten in strömungstechnischen Applikationen.
( Bild: Precision Micro/Daniel Buxton Photography )

Die Festigkeitswerte für Titan sind sehr hoch. Konventionelle Bearbeitungsverfahren benötigen aus diesem Grund 10- bis 100-mal so viel Zeit, um Bauteilen aus Titan eine Form zu geben als solchen aus Aluminiumlegierungen, wie Precision Micro berichtet. Hinzu komme, dass bei der mechanisch abtragenden Fertigung ein großer Rest des teuren Titans übrig bleibe. Aus Kostengründen müssten Fertigungsmethoden zur Titanbearbeitung also schnell sein und Abfall minimieren.

Neuartige Anlage ätzt Titan

Das Fotochemische Ätzen habe sich dank seiner Genauigkeit und Kosteneffizienz für die Serienproduktion von komplexen Teilen bereits etabliert. Der Ätztechnik-Spezialist Precision Micro mit Sitz in Birmingham hat nach eigenen Angaben ein Verfahren entwickelt, das die zentralen Merkmale der Ätztechnik auch für die Bearbeitung von Titan nutzt. Das Unternehmen habe in eine neue Ätzlinie investiert, die in ihrer Art und mit ihren Möglichkeiten in Europa die erste sei.

„Unser neuer Prozess für das Titanätzen erlaubt ab sofort auch in Europa die Serienfertigung von Titanteilen – eine echte Innovation mit weitreichenden Konsequenzen für eine Reihe wichtiger Industrien“, sagt Markus Rettig, Business Development Manager für Deutschland bei Precision Micro.

Dank ihrer Korrosionsbeständigkeit seien geätzte Titanteile ideal in Umgebungen, die reich an oxidierenden Säuren sind, wie in der Chemiebranche. Fotochemisches Ätzen habe sich besonders für komplexe Teile bewährt. Mit diesem Verfahren hergestellte Titanteile sind laut Precision Micro frei von Graten und Unebenheiten und zeichnen sich durch eine glatte Oberfläche sowie glatte Kanäle aus. Teile, bei denen die Materialeigenschaften erhalten bleiben müssten, profitierten ebenfalls von der Ätztechnik als Bearbeitungsverfahren. Sie wiesen keine durch Wärme beeinträchtigte Bereiche auf und seien komplett spannungsfrei.

Ätzwerkzeuge kosten wenig

Für das Ätzverfahren werde ein digitales Werkzeug verwendet, so dass die Werkzeugkosten gering blieben. Die Vorlaufzeiten sind kurz, wie es heißt; mehrere Designstufen können schnell und kostengünstig durchgeführt werden. „Die spezifischen Vorteile des Fotochemischen Ätzens gelten auch für das Ätzen von Titan, sodass dem Kunden ein hoch reproduzierbarer und wirtschaftlicher Prozess zur Verfügung steht“, erläutert Rettig.

Precision Micro auf der Blechexpo 2015: Halle 7, Stand 7423-2

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