Blechverarbeitung Traditionelle Bearbeitungsverfahren neu interpretiert

Redakteur: Victoria Sonnenberg

Auf der Leitmesse für die Blechverarbeitung „Euroblech“ stellt Reis Verfahren vor, die die Effizienz in der Blechverarbeitung deutlich steigern sollen.

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Der Jet-Roboter ist ein Gemeinschaftsprodukt aus Mechaniken von Reis und Kuka.
Der Jet-Roboter ist ein Gemeinschaftsprodukt aus Mechaniken von Reis und Kuka.
(Bild: Reis)

Erstmals eröffnet das Reis-Laser-Portal mit einer bodenmontierten Linear-Verfahreinheit völlig neue Dimensionen zum Beispiel beim Laser-Hybrid-Schweißen sehr langer Bauteile.

Kinematik ergänzt durch ein Werkzeugwechsel-System

Der Jet-Roboter, ein innovatives Gemeinschaftsprodukt aus Mechaniken von Reis und Kuka, zeigt, wie eine Kinematik ergänzt durch ein Werkzeugwechsel-System für unterschiedlichste Prozesse genutzt werden kann. Eine dritte Station präsentiert das roboterbasierte Laser-Pulverauftragsschweißen. Mit diesem Verfahren lassen sich beispielsweise neue Bauteile generieren, die Standzeiten von Werkzeugen verlängern oder aber auch verschlissene Turbinenschaufeln wieder kontrolliert aufbauen.

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„Die Euroblech ist für uns eine wichtige Plattform, um zu präsentieren, wie sich mithilfe der Automatisierungstechniken von Reis bekannte Prozesse rund um die Blechverarbeitung messbar verbessern lassen“, so Stefan Seiler, Vertriebsleiter bei Reis. „Erstmals präsentieren wir in Hannover unseren neuen Portalroboter in Verbindung mit einer Boden-Verfahreinheit zum hochproduktiven Lichtbogen- oder Laser-Hybrid-Schweißen sehr langer Bauteile.“

Vorteile von Laser-Schweißen und MIG-/MAG-Schweißen

Der Reis-Laserroboter wird in einer Sonderkinematik präsentiert, die eine zusätzliche Vorschubachse auf dem Boden umfasst. An einem stationären Brückenportal bewegt sich ein Roboter, der für das Laser-Hybridschweißen ausgerüstet ist. Laser-Hybridschweißen verbindet die Vorteile der beiden Verfahren Laser-Schweißen und MIG-/MAG-Schweißen in einer gemeinsamen Prozesszone. Die entscheidenden Vorteile seien hohe Schweißgeschwindigkeit und geringer Verzug durch die kleine, sehr exakt definierte Wärmeeinflusszone. Für sehr lange Bauteile wird nun erstmals nicht das Portal verfahren, sondern das Bauteil. Die am Boden montierte Linear-Verfahreinheit als zusätzliche Achse, macht die Lösung nahezu unabhängig von der Länge der zu verarbeiteten Bauteile. Gleichzeitig kann durch die stationäre Anordnung der Sicherheitsbereich kleiner gehalten werden.

Die Kombination aus den bewährten Mechaniken von Reis und Kuka in einer gemeinsamen Lösung ermöglicht dem Jet-Roboter noch mehr Bewegungsfreiheit sowie einen noch größeren Arbeitsbereich. Mit einer Werkzeugwechseleinheit führt Reis vor, dass die gleiche Kinematik den schnellen Doppeldraht-Schweißprozess ebenso ausführen kann, wie das Plasmaschneiden und Anfasen von Blechen diverser Materialstärken. Nach einem weiteren Werkzeugwechsel wird ein warmgeformtes 3D-Bauteil mittels Laser geschnitten. Eine weitere Besonderheit beim vorgestellten Exponat ist der MIG-/MAG-Prozess, bei dem eine Laserkamera die Nahtverfolgung übernimmt.

Abgenutzte Formenwieder aufarbeiten

Das Laser-Pulverauftragsschweißen eröffnet neue Perspektiven im Bereich der generativen Fertigungsverfahren. Mit dieser Kombination können abgenutzte Formen und Werkzeuge ebenso wieder aufgearbeitet werden, wie beispielsweise verschlissene Turbinenschaufeln von Strahltriebwerken, heißt es. Automatisiertes Auftragsschweißen verlängert auf diese Weise die Lebensdauer von teuren Bauteilen. Eine zusätzliche Software in Verbindung mit einem Kamerasystem ist in der Lage den Ist-Zustand zu erfassen, ihn mit dem Soll-Zustand der Kontur zu vergleichen und diesen automatisch wieder herzustellen. (vs)

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