Trumpf auf der Euroblech 2016 Trumpf sichert Anwendern die Zukunft durch mitwachsende Maschinen

Autor / Redakteur: Alexander Ebert / Peter Königsreuther

Wenn es darum geht, wettbewerbsfähig zu bleiben und dabei – auch technologisch gesehen – den Zug der Zeit nicht zu verpassen, scheint der Königsweg darin zu bestehen, überholte Produktionsmittel einfach zu ersetzen. Eine bessere Alternative könnte sich eröffnen, wenn sich Anlagen an neue Situationen anpassen ließen. Ein mitwachsendes Maschinenkonzept macht das nun möglich.

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Für die Zukunft flexibel gehalten: Die Trupunch 1000 ist eine kompakte Stanzmaschine, aber wenn es erforderlich wird, kann sie ganz einfach zur Stanz-Laser-Maschine Trumatic 1000 fiber metamorphisiert werden.
Für die Zukunft flexibel gehalten: Die Trupunch 1000 ist eine kompakte Stanzmaschine, aber wenn es erforderlich wird, kann sie ganz einfach zur Stanz-Laser-Maschine Trumatic 1000 fiber metamorphisiert werden.
(Bild: Trumpf)

Eine Stanzmaschine zu einer Stanz-Laser-Maschine aufrüsten? Eine ambitionierte Idee, die Trumpf jetzt in die Tat umgesetzt hat. Ein Maschinenkonzept, das mitwächst, sich an die Situation des Kunden anpasst und dazu günstig, kompakt und automatisierbar ist: Was zunächst nur das Ergebnis der Auswertung von Kundenwünschen war, zeigt Trumpf auf der Euroblech nun als echtes Produkt. Anwender können die neu entwickelte und besonders kompakte Einstiegsmaschine Trupunch 1000 entsprechend der eigenen Geschäftsentwicklung zu der ebenso kompakten Stanz-Laser-Maschine Trumatic 1000 fiber ausbauen. Flexibler geht es nicht: So ausgestattet, hat man eine Lasermaschine, die auch noch Löcher stanzt, Laschen biegt und Gewinde formt.

Die Trupunch 1000 bietet den erfolgreichen Einstieg in die professionelle Stanzbearbeitung. Mit ihr können die Nutzer, wie gesagt, stanzen, Gewinde formen, Durchzüge einbringen, Laschen biegen und vieles mehr. Sie bearbeitet Blechdicken bis maximal 6,4 mm mit bis zu 600 Hüben pro Minute und das bei einer relativ kleinen Aufstellfläche von 6,5 m × 4,9 m, die sie als Stand-Alone-Maschine um rund 15 % kompakter macht als das Vorgängermodell.

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Gelungene Maschinen-Metamorphose

Anwender, die „ihre Kleine“ später mit einem Laser ausstatten, um von der größeren Teilevielfalt der Kombitechnik profitieren zu können, haben dank des modularen Baukastensystems stets die Möglichkeit dazu. Die Trupunch 1000 lässt sich auf Wunsch nachträglich mit einem Laserschneidsystem, einer Absaugung und einem Strahlschutz ausstatten. Durch einen 3-kW-Trudisk-Festkörperlaser wird dann aus der Stanzmaschine die zuvor erwähnte Stanz-Laser-Anlage. Diese Konfiguration entspricht exakt der des zweiten Newcomers: der Trumatic 1000 fiber. Mit dieser Maschine bietet Trumpf erstmals eine Kombimaschine im Einstiegssegment an und erleichtert Kunden so den Umstieg von der reinen 2D-Laserbearbeitung auf die Stanz-Laser-Technologie.

Ist bereits ein Trudisk-Festkörperlaser vorhanden, kann die Trumatic 1000 fiber über das Trumpf-Lasernetzwerk betrieben werden. Obwohl die Maschine preislich attraktiv ist, müssen die Anwender dabei nicht auf Performance verzichten, denn die Leistungsdaten der Trumatic 1000 fiber entsprechen denen der früheren Trumatic 3000 fiber.

Fliegender Stanzkopf spart Platz

Die Basis für das modulare Konzept ist der komplett neu gestaltete Antrieb der beiden 1000er-Newcomer: Der patentierte Delta-Drive-Antrieb bringt buchstäblich Bewegung in die Welt der industriellen Stanztechnik. Die Trumpf-Vorentwickler erdachten diesen speziellen Antrieb, um kleinere Maschinen zu bauen und weitere Möglichkeiten für das Materialhandling zu schaffen. Der Clou ist, dass der Delta Drive die bearbeitungstypische Bewegung von Blech und Auflagentisch in der Y-Achse überflüssig macht, indem er es erstmals zulässt, dass der Stanzkopf quasi in diese Richtung „fliegt“.

Möglich wird das durch den Einsatz zweier Kugelrollspindeln, die von zwei Servomotoren bewegt werden. Drehen sich die Kugelrollspindeln in die gleiche Richtung, lässt sich der Stanzkopf in der Y-Achse hin und her bewegen; bei entgegengesetzter Drehung der Spindeln wird der Stanzhub aktiviert. Da der Stanzantrieb auch für die Verfahrbewegung genutzt wird und weder Blech noch Auflagentisch mit bewegt werden müssen, kann die Y-Achse wesentlich stärker beschleunigt werden. Das macht den Stanzprozess dynamischer und die Maschine produktiver. Aufgrund der geringeren Relativbewegung zwischen Blechauflage und Blech wird auch die Gefahr von Verhakungen vermindert, was den Prozess sicherer macht. Last but not least verringert das Wegfallen des bewegten Auflagetisches den Platzbedarf der Maschinen erheblich.

Ergonomisch ausgeklügeltes System

Sowohl die Trupunch 1000 als auch die Trumatic 1000 fiber können die gefertigten Bauteile bis zu einer Größe von 180 mm × 180 mm automatisch sortieren. Gutteile gelangen dabei über eine Rutsche in eine Sortiereinheit, die linear beweglich ist. Von dort können sie in eine Boxenreihe mit bis zu vier unterschiedlichen, 400 mm × 300 mm großen Boxen einsortiert werden. Die Boxen sind unterhalb der Maschine platziert und können vom Bediener deshalb leicht entnommen werden.

Schürzenartiger Strahlschutz

Die Bewegung des Stanzkopfs lässt aber auch eine weitere Möglichkeit zur Teileentnahme zu: Trumpf bietet bei der Trupunch 1000 optional und bei der Trumatic 1000 fiber standardmäßig eine zusätzliche flexible 400 mm × 1250 mm große Teileklappe an. Diese lässt sich mit einem Sensor ausstatten, der erkennt, ob alle Teile prozesssicher aus dem Arbeitsraum der Maschine ausgeschleust wurden. Über diese vergleichsweise große Teileklappe lassen sich sowohl im Stanz- als auch im Laserbetrieb lange und breite Teile in Container, auf Europaletten oder Förderbänder ausschleusen.

Auch für die Trumatic 1000 fiber galt der Anspruch, die Maschine so kompakt wie möglich zu bauen. Speziell für das modulare Baukastensystem hat Trumpf deshalb einen Strahlschutz mit minimalem Platzbedarf entwickelt. Diese Schutzumhausung ist wie eine Schürze ausgeführt, die eng am Maschinentisch anliegt. Im Stanzbetrieb fährt sie nach unten und gewährt dem Bediener den direkten und ungehinderten Einblick in den Prozess. Sobald im laufenden Programm die Laserbearbeitung gestartet wird, fährt die Umhausung hoch und eine Haube senkt sich über den Delta Drive, an dem die Laser-Bearbeitungseinheit befestigt ist. Die geringe Streustrahlung, die während des Fertigungsprozesses in einem flachen Winkel unter den Bürsten des Bearbeitungstisches austreten kann, fangen die hochgefahrenen Schürzen ab. Zwei Laserlichtschutzscheiben lassen die Sichtkontrolle des laufenden Prozesses zu.

Die Platzsparer in der Fertigung

Auch in der automatisierten Version sind die beiden 1000er kompakter als alle anderen vergleichbaren Maschinen auf dem Markt. An beide lässt sich zusätzlich ein neu entwickelter Sheetmaster Compact anbinden. Er belädt Bleche und Zuschnitte bis zur mittelformatigen Dimension und entlädt Microjoint-Tafeln sowie Restgitter, dank optimierter Beladezyklen, prozesssicher und überwiegend hauptzeitparallel. Den heutigen Anwenderforderungen entsprechend, lassen sich beide Maschinen intuitiv per Touchscreen steuern. Eine mobile Bedienung per Tablet ermöglicht die Mobilecontrol App. Zur Programmierung ist die Trutops Boost Punch Software notwendig. Eine Lizenz, inklusive Wartungsvertrag, ist im Lieferumfang der Maschine enthalten.

Wie profitiert der Anwender?

Fasst man alle Eigenschaften, Funktionen und Optionen zusammen, kommt man zu dem Ergebnis, dass mit der aufrüst- und automatisierbaren Trupunch 1000 erstmals auch für größere Handwerksbetriebe die Möglichkeit besteht, risikofrei in die CNC-Blechbearbeitung einzusteigen, ohne sich dabei den Weg nach oben zu verbauen, weil etwa in unflexible, nicht zukunftsfähige Systeme investiert wird.

Im Kombibereich existiert mit der Trumatic 1000 fiber nun ein günstiges Einstiegsmodell für all diejenigen Anwender, die mit ihrer Lasermaschine auch umformen und/oder Gewinde in ihre Bauteile einarbeiten wollen. Und wer bisher überwiegend mit dem Laser arbeitet, genießt mit der flexiblen, groß ausgelegten Teileklappe und der Funktion zum Ausschleusen von Kleinteilen, einen echten Benefit.

Eine zentrale Innovation in diesem neuartigen Maschinenkonzept ist der Delta-Drive-Antrieb, der erstmals den Stanzkopf in Bewegung bringt. Mit einem modularem Baukastensystem plus Delta Drive läutet Trumpf eine neue Ära in der Stanz- und Laserbearbeitung. Nicht zuletzt die besonders hohe Flexibilität der Anlage macht dem Maschinennutzer den Ein- oder Umstieg in neue Bearbeitungsprozesse so einfach und sicher wie nie zuvor. MM

* Dr.-Ing. Alexander Ebert leitet im Bereich Baureihe der Trumpf Werkzeugmaschinen die Produktlinien Trupunch und Trumatic. Weitere Informationen: Trumpf GmbH + Co. KG in 71254 Ditzingen. Tel. (0 71 56) 3 03-0, info@de.trumpf.de, www.trumpf.com

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