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Umformen/Lasertechnik/Industrie 4.0 Trumpf steigert Gewinn um mehr als 43 %

| Autor: Stéphane Itasse

Der Laser- und Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf hat im Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr 2014/15 einen deutlichen Gewinnsprung erzielt. Das Konzernergebnis stieg um 43,9 % auf 357 Mio. Euro, die Umsatzrendite lag bei 13,1 %, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Auch wenn dahinter ein Einmaleffekt stand, gedieh Trumpf auch nach bereinigten Zahlen prächtig.

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„Ursache für die verbesserte Umsatzrendite sind unsere Programme zur Margenverbesserung“, sagte Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Trumpf-Geschäftsführung.
„Ursache für die verbesserte Umsatzrendite sind unsere Programme zur Margenverbesserung“, sagte Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Trumpf-Geschäftsführung.
(Bild: Itasse)

Der Zuwachs beruht unter anderem auf dem Verkauf des Geschäftsbereichs Medizintechnik zum 1. August 2014, der das Ergebnis um 72 Mio. Euro erhöht hat. Bereinigt um diesen Effekt verbesserte sich die Umsatzrendite von 9,6 auf 10,5 %.

Auch beim Umsatz konnte Trumpf zulegen: Auch ohne die Medizintechnik-Sparte stieg der Gruppenumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5 % auf 2,72 Mrd. Euro. In einem jeweils um die Medizintechnik bereinigten Jahresvergleich betrug das Plus 12,6 %.

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China wird für Trumpf immer wichtiger

Die regionale Umsatzverteilung hat sich weiter verschoben: Zwar blieb Deutschland größter Einzelmarkt – allerdings mit rückläufiger Tendenz. Der Umsatzanteil sank um 12 % auf 568 Mio. Euro. Neben dem Verkauf der Medizintechnik lag es auch daran, dass Trumpf sein EUV-Geschäft jetzt über die Niederlande statt über Deutschland abwickelt.

Bei den weiteren Märkten haben für Trumpf die USA und China Plätze getauscht, China war aufgrund eines Umsatzwachstums um 16,9 % erstmals größter Auslandsmarkt. In Japan konnten die Ditzinger ihren Vorjahresumsatz um 16,4 % verbessern. Das lag nicht zuletzt an einem Regierungsprogramm, das den Kauf energieeffizienter Maschinen fördert. „Bis zum Ende des Geschäftsjahres erhielten wir im Zusammenhang mit diesem Programm über 60 Aufträge für Festkörperlasermaschinen“, sagte Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsleitung.

Trumpf gibt nur vorsichtigen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr

In den anderen Regionen erzielte Trumpf gute Zuwächse in Westeuropa, insbesondere in Frankreich und Italien. Amerika zeigte hingegen ein heterogenes Bild: In Nordamerika zog der Umsatz um 5,3 % auf 420 Mio. Euro an, in Südamerika sank er hingegen aufgrund der Krise in Brasilien um 41,1 % auf 43,8 Mio. Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr äußerte sich Leibinger-Kammüller verhalten. Die Vielzahl der geopolitischen Unsicherheiten sowie die Abkühlung des Wachstums in China ließen nur vage Prognosen zu. Insgesamt hoffe man, das Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahrs halten zu können. Gruppenweit sei ein Wachstum im einstelligen Prozentbereich möglich.

Neue Trumpf-Tochtergesellschaft Axoom soll Industrie 4.0 zugänglich machen

Trumpf präsentierte zudem erstmals weit reichende Pläne zu Industrie 4.0. „Für uns steht fest, dass wir die Smart Factory nicht Dritten überlassen werden, sondern die digitale Vernetzung selbst in die Hand nehmen“, sagte Leibinger-Kammüller. Im Mittelpunkt stehe dabei ein neues Unternehmen, die Axoom GmbH, die Trumpf in Karlsruhe gegründet hat. Sie entwickelt ein Betriebssystem mit vorinstallierten Apps für die Fertigung. „Darin ist MES enthalten, aber auch alles, was man im industriellen Umfeld benötigt, einschließlich der Einbindung der Lieferanten, der Logistik oder der Kunden“, erläuterte Dr. Mathias Kammüller, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen. „Wir sehen ein sehr großes Potenzial darin, die Prozesszeiten außerhalb der Maschinen deutlich zu verkürzen.“

Die offene, herstellerunabhängige Plattform soll den sicheren Datentransport sowie die Speicherung und Analyse von Daten ermöglichen. Gleichzeitig biete sie Module für die durchgängige Auftragsbearbeitung in einem Produktionsbetrieb. „Mit Axoom begründen wir ein ganz neues Geschäftsmodell. Wir bieten allen Kunden mit industriellen Fertigungsprozessen die Möglichkeit, ihre Prozesse in einem einzigen System selbst zu organisieren“, sagte Leibinger-Kammüller. Trumpf werde so erstmals zum Provider eines Betriebssystems. „Unser entscheidender Vorteil ist, dass wir die installierte Maschinenbasis haben. Wir sind ein Softwareanbieter, der den Markt wirklich kennt.“

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 Stéphane Itasse

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, MM MaschinenMarkt