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Entgraten Überdimensionale Wärmetauscherbleche forderten Entgratmaschinenbauer heraus

| Redakteur: Dietmar Kuhn

Wer meint, dass in der Blechbearbeitung alles normal läuft, der irrt sich gewaltig. Oft stellen Anwender und ihre Produkte besondere Anforderungen an die vermeintlich standardmäßige Maschine oder Anlage. So geschehen ist es auch bei Fladder. Der Hersteller von Entgratmaschinen musste eine Lösung für überdimensionale Wärmetauscherbleche entwickeln, die ihm auch gelungen ist.

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Fladder entwickelte und baute für einen amerikanischen Hersteller von Wärmetauschern eine Maschine zum Entgraten von überdimensionalen und schweren Blechen mit 5 mm Dicke und 3200 mm Breite.
Fladder entwickelte und baute für einen amerikanischen Hersteller von Wärmetauschern eine Maschine zum Entgraten von überdimensionalen und schweren Blechen mit 5 mm Dicke und 3200 mm Breite.
(Bild: Fladder)

Schon allein die Größe der Wärmetauscherbleche, die mit 5 mm Dicke und 3200 mm Breite beachtliche Dimensionen und damit auch das entsprechende Gewicht aufweisen, sind eine Herausforderung. In den Blechen befinden sich unterschiedliche Lochbilder, die tausendfach dort eingebracht wurden. Deren Kanten gilt es zu entgraten und zu runden. Ob dies überhaupt möglich ist, dazu führte Fladder gemeinsam beim und mit dem Kunden mehrere Testversuche durch, die bewiesen, dass die gestellte Aufgabe lösbar war.

Entgratmaschine arbeitet mit zwei Schleifköpfen

In diese Entwicklung legte Fladder das ganze Know-how und die Erfahrung von ähnlich gebauten Anlagen hinein. „Wir haben schon früher solche Maschinen entwickelt und geliefert, die Werkstücke bis zu 3,5 m Höhe schleifen sollten, aber das funktionierte nur in senkrechter Position“, weiß Jens Nielsen, Verkaufs- und Marketingleiter bei Fladder. Die für die US-Unternehmen konzipierte Maschine muss das gesamte Gewicht über den Transporttisch aufnehmen. Diese Anforderung wurde mithilfe einer massiven Verstärkung des Transportsystems gelöst. Dabei werden die Werkstücke über zwei Transportbänder, die durch entsprechende I-Balken unterstützt werden, bewegt.

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Um den größtmöglichen Entgrateffekt im Arbeitsbereich erzielen zu können, wurde die Maschine mit zwei synchron arbeitenden Schleifköpfen, üblicherweise gibt es nur einen, ausgestattet. Gleichzeitig wurden die Schleifköpfe mit einem neuen Spindeltyp versehen, der auch die Montage von größeren Schleifzylindern erlaubt.

Aufgabe erfordert Schleifzylinder mit 450 mm Durchmesser für die Entgratmaschine

Beim üblichen Entgratprozess von Blechen sind Schleifzylinderdurchmesser in der Größenordnung von 300 bis 350 mm ausreichend. In vorliegenden Fall aber war die Entwicklung von Schleifzylindern mit einem Durchmesser von 450 mm erforderlich. Ein weiteres Detail, das einkalkuliert werden musste, waren die Dimensionen der Maschine. Diese sollte den Maßen eines Containers entsprechend angepasst werden, sodass der Transport so einfach wie möglich vonstatten ginge. Das machte es notwendig, dass die Maschine in zwei Hälften herzustellen war, die dann beim Kunden zusammenmontiert wurden.

„Wir hatten uns auf eine große und spannende Aufgabe eingelassen, sind aber überzeugt, dass die Lösung die richtige ist. Diese Aufgabe sehen wir als eine Vorbereitung für zukünftige Maschinen, die von Kunden in dieser Dimension angefragt werden“, meint Nielsen.

Fladder hat bereits solche Maschinen mit einer Arbeitsbreite bis zu 2000 mm, was im Augenblick die maximale Blechbreite darstellt, gebaut die hier vorgestellte Anlage reicht jedoch in eine neue Dimension. Das USA-Projekt ist bereits abgeschlossen, und die Maschine arbeitet seit etwa einem Jahr zur vollsten Zufriedenheit. Das Kundenpersonal wurde entsprechend geschult und mit in die Inbetriebnahme integriert, sodass optimale Ergebnisse erreicht werden können, was sich an der mittlerweile zehnfachen Kapazitätssteigerung leicht erkennen lässt.

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