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Umformantriebe

Umformtechnik sprengt ihre Grenzen

| Autor: Stéphane Itasse

Mehr Leistung, weniger Energieverbrauch: Durch die Servoantriebe erlebt die Umformtechnik derzeit eine Revolution. Während sie beispielsweise bei Pressen die klassischen mechanischen Antriebe verdrängt haben, kommen sie bei einigen Anwendungen aber noch nicht an die Hydraulikantriebe heran, die sich weiterhin behaupten können.

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( Bild: Schuler )

Bei den Maschinenbauern ist die Begeisterung für die Servoantriebe, wie sie seit einigen Jahren immer weiter auf dem Markt vordringen, meistens groß. „Im Bereich der Servoelektrik hat sich uns ein riesengroßes Tor geöffnet, wo Dinge inzwischen möglich sind, die man vorher für völlig unmöglich gehalten hat“, sagt beispielsweise Andreas Goseberg, Vertriebsleiter bei Schmale Maschinenbau.

Servoantriebe bei Pressen steigern Ausbringungsleistung um 50 % und mehr

„Mit unserer Servodirekt-Technologie lässt sich die Ausbringungsleistung im Vergleich zu herkömmlichen Pressen mit Schwungradantrieb um 50 % und mehr steigern. Da mit dem Schwungrad auch die Kupplungs-Brems-Kombination entfällt, verringert sich neben dem Wartungsaufwand auch der Energiebedarf. Besonders präzise sind beispielsweise Kniehebelpressen mit Servoantrieb, mit denen ein hoher Glattschnittanteil erreicht werden kann“, erläutert auch Joachim Beyer, CTO des Göppinger Pressenherstellers Schuler. Dem stimmt Klaus Rothenhagen, Vice President International Sales bei der Europatochter des japanischen Pressenherstellers Aida, zu: „Durch den Einsatz der Aida-Servotechnologie konnte die Ausbringung der Umformanlagen um bis zu 50 % erhöht werden. Außerdem konnte der Energieverbrauch, der im Wesentlichen von der geleisteten Umformarbeit abhängt, optimiert werden.“

Ähnliche Argumente sprechen auch für die Servoantriebe in Biegemaschinen: „Mit servoelektrischen Antrieben erreicht Trumpf eine höhere Positioniergenauigkeit, außerdem höhere Dynamik und dadurch höhere Produktivität der Anlagen. Geringerer Energieverbrauch und dass kein Hydrauliköl mehr benötigt wird, sind weitere Vorteile“, sagt Harald Böck, Leiter Produktmanagement Trubend bei Trumpf Maschinen Austria. Auch Bihler setzt fast ausschließlich Servoantriebe auf seinen Stanzbiegeautomaten ein. „Der Grund hierfür liegt in der höheren Geschwindigkeit und höheren Präzision“, erläutert Bernd Haußmann, Leiter Technischer Verkauf/Maschinenbau im Unternehmen. Seine Zahlen sind beachtlich: „Durch den Einsatz von Servoantrieben profitieren Anwender von 90 % weniger Rüstzeit und bis zu 300 % mehr Leistung.“

Servoantriebe bieten für die Umformtechnik viele Vorteile

„Betrachtet man wesentliche Parameter wie Rüstzeit, Krafterzeugung, Steuerbarkeit, Flexibilität oder Energieverbrauch, weisen servoelektrische Antriebe in allen Bereichen gute Werte auf. Im Gegensatz dazu haben alle anderen Antriebstechniken hier zum Teil deutliche Schwächen“, fasst Goseberg zusammen. Die verbesserte Steuerbarkeit erlaube dynamische Bewegungsprofile. „Die Maschinenkomponenten können zudem an der Arbeitswand frei gesetzt und miteinander verbunden werden; Achsen sind leicht erweiterbar. Das ermöglicht ein modulares Anlagendesign“, berichtet der Schmale-Vertriebsleiter. Nicht zuletzt reduziere sich die Zahl der Verschleißteile.

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