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Wirtschaftsvereinigung Stahl US-Protektionismus bedroht Stahlindustrie in der Europäischen Union

| Redakteur: M.A. Frauke Finus

US-Präsident Donald Trump hat am 8. März per Dekret Zölle in Höhe von 25 % auf Stahlimporte verhängt. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl fordert, dass die Europäische Union ihre Stahlindustrie vor den Auswirkungen dieser protektionistischen US-Politik schützt.

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„Die USA schotten sich mit dieser Entscheidung bei Stahl weitgehend vom Rest der Welt ab. Mit diesem klar protektionistischen Eingriff in den internationalen Handel verschafft die US-Regierung ihrer Stahlindustrie unfaire Wettbewerbsvorteile“, sagt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl.
„Die USA schotten sich mit dieser Entscheidung bei Stahl weitgehend vom Rest der Welt ab. Mit diesem klar protektionistischen Eingriff in den internationalen Handel verschafft die US-Regierung ihrer Stahlindustrie unfaire Wettbewerbsvorteile“, sagt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl.
(Bild: Wirtschaftsvereinigung Stahl )

„Die USA schotten sich mit dieser Entscheidung bei Stahl weitgehend vom Rest der Welt ab. Diese Maßnahme verstößt eindeutig gegen Regeln der Welthandelsorganisation WTO. Mit diesem klar protektionistischen Eingriff in den internationalen Handel verschafft die US-Regierung ihrer Stahlindustrie unfaire Wettbewerbsvorteile. Stahl aus anderen Ländern, der an die neue amerikanische Zollmauer stößt, wird sich vorrangig seinen Weg in Richtung des EU-Marktes suchen, der keine Hindernisse wie Importzölle kennt“, sagt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl. „Die Europäische Union muss jetzt umgehend und wirkungsvoll, auch mit den Instrumenten, die die WTO hierfür bereitstellt, ihre Stahlindustrie vor den Auswirkungen dieser protektionistischen US-Politik schützen“, ergänzt er.

Bekämpfung von Handelsumlenkungen

Das Hauptaugenmerk müsse dabei auf die Bekämpfung von Handelsumlenkungen gerichtet sein. Denn der gefährlichste Effekt der US-Maßnahmen sei eine erneute Eskalation der Importkrise in Europa. Angesichts der geplanten Zölle in den USA würden Exporteure ihre Augen auf den offenen EU-Markt richten, der durch keinerlei Importzölle oder andere Handelshemmnisse beschränkt sei. Die seitens der USA angestrebte Importreduzierung von 13 Mio. t droht zu einem erheblichen Teil in den EU-Markt zu fließen. „Wenn die EU nicht handelt, wird unsere Stahlindustrie die Rechnung für den Protektionismus in den USA bezahlen. Europa wird durch Handelsumlenkungen von einer neuen Stahlschwemme bedroht, in einer Situation, in der die Importkrise auf dem EU-Markt bei weitem noch nicht überwunden ist“, macht Kerkhoff klar. Im vergangenen Jahr sind die Walzstahlimporte in die EU um 1 % auf einen neuen Höchststand von 32 Mio. t gestiegen.

Hinzu komme eine direkte Belastung der deutschen Stahlexporte in Richtung USA. Die Vereinigten Staaten nahmen 2017 knapp 1 Mio. t Walzstahl ab und sind für die Stahlindustrie in Deutschland damit der wichtigste Drittlandmarkt außerhalb der EU. Darüber hinaus wären auch die deutschen Lieferungen in andere Länder betroffen, da die US-Maßnahmen Nachahmungseffekte und damit einem Anstieg des weltweiten Protektionismus nach sich ziehen.

Bundesländer und Regionen melden sich zu Wort

Die „Zukunft der europäischen Stahlindustrie“ stand am 12. März auf der Agenda eines Diskussionsforums, das in Völklingen von der Europäischen Kommission und der Regierung des Saarlandes im Beisein von Frans Timmermans, Erster Vizepräsident der EU-Kommission und Tobias Hans, Ministerpräsident des Saarlandes sowie Beschäftigten und Betriebsleitungen von Stahlunternehmen der SaarLorLux-Region veranstaltet wurde. In einer „Völklinger Erklärung“ wird unter anderem dazu aufgefordert, protektionistischen Tendenzen wie den jüngst von den USA verhängten Stahlzöllen mit aller Deutlichkeit entgegenzutreten.

„Es ist gut, wenn sich ein Stahlstandort wie das Saarland zu dieser kritischen Entwicklung im Außenhandel klar zu Wort meldet“, Kerkhoff. „Die Regionen bekommen die negativen Auswirkungen auf die Industrie unmittelbar zu spüren. Gerade sie sind sehr sensibel für Veränderungen im internationalen Wirtschaftsgefüge.“

Auch im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz in Brüssel am Donnerstag dieser Woche sollten sich die deutschen Bundesländer laut Kerkhoff gemeinsam für den Schutz der Industrie und insbesondere der direkt betroffenen Stahlindustrie einsetzen. „Es kann nicht sein, dass Protektionisten in den USA über das Schicksal deutscher und europäischer Stahlregionen entscheiden“, mahnt der Verbandspräsident.

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