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Industry Business Network 4.0

Verband nimmt feierlich Referenzanlage in Betrieb

| Redakteur: Frauke Finus

Beim Fachkongress Fertigung 4.0 in Bad Wörishofen präsentiert der Industry Business Network 4.0 e.V. Ende November im neuen Technologiezentrum erstmals eine Referenzanlage und kündigt weitere in ganz Deutschland an.

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Der Projektkoordinator Konstantin Kernschmidt stellte den Gästen das System vor, welches unter anderem über ein Dashboard Transparenz und Möglichkeiten der Steuerung der einzelnen Produktionsprozesse schafft.
Der Projektkoordinator Konstantin Kernschmidt stellte den Gästen das System vor, welches unter anderem über ein Dashboard Transparenz und Möglichkeiten der Steuerung der einzelnen Produktionsprozesse schafft.
( Bild: Industry Business Network 4.0 )

Feierlichkeiten beim Fachkongress Fertigung 4.0: Bei der dritten Auflage in Bad Wörishofen wurde die erste Referenzanlage des Industry Business Network 4.0 e.V. am Verbandssitz in Betrieb genommen. Es war der Höhepunkt eines spannenden Tages im neuen Technologiezentrum unter dem Motto „Industry Fusion 4.0: Das offene Ökosystem für den Mittelstand“. Diese Eröffnung soll den Startschuss für weitere Referenzanlagen bei Mitgliedsunternehmen in ganz Deutschland bilden.

Groß war die Freude bei den mehr als 100 Teilnehmern, als Verbandsvorsitzender Igor Mikulina mit Markus Ferber, Mitglied des Europäischen Parlaments, die erste Referenzanlage des Industry Business Network 4.0 e.V., mit einem Scherenschnitt eröffnete. An der Referenzanlage, die weiter ausgebaut wird, wurden zum Start verschiedene Komponenten von der Filteranlage bis zum Schweißsystem vernetzt. An der Referenzanlage wurde gezeigt, wie die Interoperabilität der einzelnen Systeme geschaffen werden kann und wie die Transparenz und Steuermöglichkeiten der Prozesse in einem Dashboard dargestellt werden können – in ihrer Gesamtheit aber auch bei den jeweiligen Produkten. „Aus der Idee wurde Realität, da darf man auch mal applaudieren. Sie haben nicht gewartet, bis jemand anderes kam, um zu entwickeln“, betonte Ferber in seiner Keynote. „Digitalisierung, ist der nächste Innovationsschub. Nur wer da dabei ist, wird in Zukunft bestehen. Nur wer sich dem Wettbewerb stellt, wird in Zukunft Innovation vorantreiben“, lobte der Diplomingenieur und Sprecher des Parlamentskreises Mittelstand die Initiative der Vereinigung innovativer Mittelstandsunternehmen. Für Igor Mikulina war klar: „Wir glauben zur Innovation gehört nicht nur Automatisierung, sondern auch Digitalisierung. Die Kunden erwarten Innovation, das betrifft nicht nur die Verbesserung der einzelnen Maschine. Dazu bedarf es der Vernetzung“, so der Vorstandsvorsitzende des Verbands und Geschäftsführer des Gastgebers Microstep Europa.

Diese Vernetzung wurde im Anschluss showreif auf die Videowall gebracht bei der Erstellung eines Muster-IBN-Pokals. Schaltung zur Gasentnahme und zur Filteranlage – Schnitt – zurück auf die Bühne – Live-Zuschnitt mit dem CNC-Schneidsystem inklusive Plasmaquelle – Schnitt – ab zum Entgraten – Schnitt – Schaltung zur Schweißanlage – zurück auf die Bühne mit dem fertigen Bauteil in den Händen. Und alles live bei gleichzeitiger Überwachung und Dokumentation der einzelnen Komponenten.

Projektkoordinator Konstantin Kernschmidt erklärte den Weg und die Funktionsweise des offenen Öko-Systems Industry Fusion 4.0 und schilderte die Vorteile eines gemeinsamen Systems. Dabei immer im Blick: Konkrete Bedürfnisse des Marktes und Mehrwerte für die Kunden. Für ihn ist klar: „Industrie 4.0 kann nicht von einem Unternehmen alleine umgesetzt werden. Wir müssen herstellerübergreifende Ökosysteme schaffen und agil vorgehen, um kleine, schnelle Erfolge zu erzielen.“

Für Dr. Michael Schnick, Geschäftsführer der Oscar PLT GmbH, ist klar: „Das ist erst der Anfang, wir müssen die Referenzanlage ausbauen, wir müssen uns vernetzen, wir müssen Prototypen bauen, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Wir sind im Netzwerk dabei und bleiben es auch.“

Expertenrunde über die IBN-Lösung im weltweiten Vergleich, Datensicherheit und Bildungssystem

Das Teilnehmerfeld diskutierte bei der Expertenrunde zum Thema: „Was unterscheidet die Lösung des Industry Business Network 4.0 von anderen Plattformen?“ und spannte dabei den Bogen von den Ideen in Asien und Nordamerika, über die Förderaufgaben der Bundesregierung in Sachen Forschung bis hin zum Ausbildungssystem in Deutschland, um international Schritt zu halten und weiter voran zu gehen. Unter der Leitung von Moderator Andreas Bärwald, Head of Smart Technologies der Tüv Süd Product Service GmbH, gaben die Teilnehmer Prof. Dr. Heiner Lasi (Industrial Internet Consortium), Dr. Klaus Funk (Zentrum Digitalisierung Bayern), Prof. Dr.-Ing. Johannes Schilp (Universität Augsburg & Fraunhofer-IGCV), Dr.-Ing. Dominik Rohrmus (Siemens AG & Labs Network Industrie 4.0 e.V.), Ernst Stöckl-Pukall (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) und Andreas Maximilian Nolte (CSU) spannende Einblicke.

Prof. Dr.-Ing. Johannes Schilp ist sich sicher: „Wir müssen Gas geben, andere Länder schlafen nicht. Die Stärke des Industry Business Network ist es, dass man in einzelnen Lösungsschritten schrittweise vorankommt.“ Auch auf partnerschaftliche Zusammenarbeit vertraut Dr.-Ing. Dominik Rohrmus. „Ein Unternehmen alleine kann nicht die Lösung liefern für die globalisierte Welt, das ging früher einmal.“ Es sei deutlich besser, wenn der gemeinsame Standard aus Europa oder Deutschland komme, als aus Asien oder Nordamerika. Prof. Dr. Heiner Lasi monierte die übertriebene Vorsicht bei der Bereitstellung von Daten zur Zusammenarbeit: „Wir müssen Daten als Währung sehen und das System des genossenschaftlichen Bankenwesens auf die Datenebene bringen. Auf dieser Ebene müssen wir zusammenarbeiten und erst ab dem Business in Wettstreit treten.“

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