Deutsch-Russische Auslandshandelskammer Vertrauensvolle Gespräche mit Russland statt Sanktionen

Redakteur: Jürgen Schreier

Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer rät von Sanktionen gegen Russland. Politisch würde Moskau damit weiter in die Isolierung getrieben und noch unberechenbarer werden. Eine Änderung der völkerrechtswidrigen Außenpolitik ließe sich nur durch vertrauensvolle Gespräche der Partner im Westen mit der russischen Führungsspitze erreichen, so Dr. Heinrich Weiss, Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer.

Newski-Propekt by Night: Noch brummen die Geschäfte in der russischen Handelsmetropole St, Petersburg.
Newski-Propekt by Night: Noch brummen die Geschäfte in der russischen Handelsmetropole St, Petersburg.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Wirtschaftsbeziehungen hätten sich in der Vergangenheit auch unabhängig von politischen Differenzen stetig weiterentwickelt. Der Wirtschaftsdialog sei auch von östlicher Seite genutzt worden, um die Beziehungen gerade bei politischen Krisen aufrecht zu erhalten. Jede Art von wirtschaftlicher Sanktion würde den Partnern in Europa mehr schaden als der russischen Wirtschaft.

Russland nicht von deutsche Technologielieferungen abhängig

Im Gegensatz zu der vielfach geäußerten Meinung sei Russland nicht abhängig von deutschen Technologielieferungen. Maschinen und Anlagen ließen sich auch in anderen Ländern kaufen. China zum Beispiel warte nur darauf, in die bisher von Deutschland reklamierte Position des Technologie-Exporteurs hineinzuwachsen. Für Infrastrukturvorhaben fände die russische Regierung auch in anderen Ländern leistungsfähige Partner. Dagegen sei Westeuropa von den russischen Energielieferungen stärker abhängig, die aber noch nie – auch nicht während des „kalten Krieges“ – aus politischen Gründen eingeschränkt worden seien.

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Noch läuft das Business as usual

Nach einer Blitzumfrage unter den Mitgliedern der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) sehen die Unternehmen augenblicklich keine gravierenden Auswirkungen auf das aktuelle Geschäft. Bei den Verhandlungen zu einem neuen Partnerschafts- und Kooperationsabkommen und der Umsetzung des Visa-Erleichterungsabkommens erhoffe sich die deutsche Wirtschaft in beiderseitigem Interesse schnelle Fortschritte.

Der Handel mit Russland wird in diesem Jahr die Marke von 60 Mrd. Euro überschreiten, dies bedeutet eine Steigerung um mehr als 23% gegenüber dem Vorjahr. Der Export wird voraussichtlich höher sein als der in die Volksrepublik China.

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