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Porträt Vom Chemiker zum Guru

| Autor: Simone Käfer

Die Zeit der großen Managerhelden ist vorbei. Was allerdings immer noch zählt, ist Qualität. Daher stellt MM MaschinenMarkt in diesem Porträt Six-Sigma-Treiber und Management-Ikone Jack Welch vor. Denn für Qualität wurde Six Sigma entwickelt.

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Von 1981 bis 2001 brachte John Welch den amerikanischen Konzern General Electric mit rigorosen Management-Methoden nach oben.
Von 1981 bis 2001 brachte John Welch den amerikanischen Konzern General Electric mit rigorosen Management-Methoden nach oben.
(Bild: Bild:General Electric)

Ein Unternehmen, das fehlerfrei Produkte herstellt. Das war der Traum – oder besser gesagt das Ziel – von Jack Welch. Das verkündete er 1996 auf der Jahreshauptversammlung von General Electric (GE). Die Methode dazu: Six Sigma.

Der griechische Buchstabe Sigma σ steht in der Mathematik für das Maß der Streuung der Werte einer Zufallsvariablen um ihren Erwartungswert. Es geht also um die Abweichung vom Mittelwert. Die Managementmethode will anhand von Kennzahlen die Performance von Prozessen messbar machen. Oder anders ausgedrückt: Nach der gaußschen Normalverteilung weist ein Produkt mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,00034 % einen Mangel auf, wenn man für Sigma den Wert 6 einsetzt. Bei 10 Mio. Produkten sind demnach 34 Ausschuss. Das wäre das Ideal.

Nach der Six-Sigma-Methode werden alle Abläufe anhand von Statistiken gemessen und bewertet, um Fehler zu minimieren. Das Verfahren orientiert sich dabei stark an den Kundenbedürfnissen. Viele Unternehmen wenden Six Sigma noch heute an, häufig in Kombination mit den Methoden des Lean Management, also der effizienten Gestaltung der Wertschöpfungskette. Im Produkt- und Prozessentwicklungsbereich kommen abgewandelte DMAIC- oder Prozessmanagementabläufe zum Einsatz, die unter dem Begriff Design for Six Sigma (DFSS, DMADV) zusammengefasst werden. Auch für den Bereich der Softwareentwicklung gibt es eine Variante von Six Sigma.

Auch wenn Jack Welch die Methode berühmt machte, waren es doch Mitarbeiter von Motorola, die sie in den 1980ern entwickelten. Als Ur-Vater gilt wohl Mikel Harry, der die ersten Publikationen zum Thema veröffentlichte und heute ein Six-Sigma-Institut betreibt. Nach Kodak, IBM und ABB fiel die Methode schließlich Jack Welch in die Finger. Er verhalf ihr als Rettungsanker für General Electric zum Durchbruch. Auch bei Motorola war sie zur Rettung des mies laufenden Geschäfts gedacht.

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