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Führungsverhalten Vom Kontrolleur zum Kommunikator

| Autor / Redakteur: Julia Voss / Jürgen Schreier

Außer den Arbeitsstrukturen und -beziehungen in den Unternehmen haben sich auch deren Mitarbeiter gewandelt. Das erfordert ein verändertes Führungs- und Kommunikationsverhalten ihrer Vorgesetzten. Sie müssen sich unter anderem selbst als Lernende begreifen.

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Mitarbeiter erwarten, dass ihre Führungskräfte ihnen regelmäßig ein Feedback über ihre Leistung geben.
Mitarbeiter erwarten, dass ihre Führungskräfte ihnen regelmäßig ein Feedback über ihre Leistung geben.
(Bild: VBM-Archiv)

In den zurückliegenden Jahrzehnten haben sich in den meisten Unternehmen die Arbeitsstrukturen stark verändert. In den tayloristisch, also sehr arbeitsteilig organisierten Betrieben der Vergangenheit, hatte jeder Mitarbeiter seine definierten, in seiner Stellenbeschreibung fixierten Aufgaben. Und wie kompetent und zuverlässig er diese erledigte?

Miarbeiter wollen ihre Arbeit als sinnhaft erfahren

Das wurde von seinen Vorgesetzten überwacht. Heute hingegen müssen die Mitarbeiter zumeist in Teams weitgehend eigenständig die ihnen übertragenen Aufgaben lösen. Das erfordert nicht nur mehr Kompetenz von ihnen, auch die Rolle ihrer Führungskräfte wandelt sich hierdurch. Die Kernaufgabe von ihnen wird es zunehmend, die Voraussetzungen für eine effektive Zusammenarbeit zu schaffen und diese zu moderieren.

Auch die Mitarbeiter selbst haben sich gewandelt. Sie erwarten heute zum Beispiel mehr Wertschätzung und Mitsprache als vor 10, 20 oder gar 30 Jahren. Sie wollen nicht nur (mit-)entscheiden, sondern auch Verantwortung übernehmen. Auch ihr Verhältnis zur Arbeit hat sich geändert. Diente sie früher primär dem Broterwerb, so gilt heute insbesondere für hochqualifizierte Mitarbeiter: Sie wollen ihre Arbeit auch als sinnhaft erfahren.

Führungskräfte müssen mehr kommunizieren

Auch das erfordert ein verändertes Führungsverhalten. Führungskräfte müssen heute zum Beispiel, viel stärker als früher den Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnen. Sie müssen in einen Dialog mit ihnen treten und dazu bereit und fähig sein, ihr Handeln zu begründen. Denn ihre Mitarbeiter wollen heute zum Beispiel wissen, warum sie gewisse Aufgaben zu erfüllen haben und welche übergeordneten Ziele damit verbunden sind.

Sie wollen auch wissen, warum ihre Führungskraft eine Entscheidung so und nicht anders traf. Und dies weitgehend zu Recht! Denn wenn sie ihre Aufgaben eigenständig und -verantwortlich erledigen sollen, dann müssen sie auch die Rahmenbedingungen kennen.

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