Kasto

Vom Nadelöhr zu mehr Lieferfähigkeit

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Die Säge ist zum Trennen von Vollmaterial, Profilen und Rohren in allen Qualitäten geeignet, einschließlich schwer zerspanbarer Werkstoffe. Der Schnittbereich beträgt 152 mm für Rundmaterial, 155 x 120 mm für Flach- und 135 x 135 mm für Vierkantmaterial. Die robuste Bauart und der leistungsstarke, frequenzgeregelte Antrieb sorgen für kurze Schnittzeiten, besonders dünne Hartmetall-Sägeblätter für hohe Präzision und einen geringen Materialverlust. Per grafischer Benutzeroberfläche lässt sich die Kasto Variospeed einfach und intuitiv bedienen. Bestückt wird sie über ein Universalmagazin, das bis zu zehn der drei Meter langen Stangen aufnehmen kann. „Damit können wir die Säge auch über längere Zeit mannlos laufen lassen, etwa nach Ende der Spätschicht“, erläutert Sebastian Schweizer, Fertigungsmeister in der Sägerei. Denn ist sie erst einmal bestückt, passiert der Rest vollautomatisch: Material- und Auftragsdaten sind in der Sägemaschinensteuerung EasyControl hinterlegt, das in das ERP-System von AHP integriert ist. Eine hydraulische Andrückrolle mit Wegmessung sorgt für eine selbstständige Materialhöhenerkennung, und ein NC-Vorschub mit Zugzange ermöglicht Abschnittlängen von sieben bis 2000 mm in einem Zug.

Entnehmen, entgraten, sortieren – der Roboter macht‘s

Damit kein Mitarbeiter von AHP die gesägten Teile anschließend von Hand entnehmen muss, hat Kasto die Anlage mit einem automatischen Sortiersystem des Typs Kasto Sort mit zwei platzsparend angeordneten Robotern kombiniert. Diese können die Sägeabschnitte nicht nur entnehmen und auf Paletten oder Behälter stapeln, sondern auch entgraten: „Das erleichtert uns die Arbeit und spart eine Menge Zeit. Denn alle Teile manuell zu entgraten, war gerade bei größeren Stückzahlen extrem aufwendig“, berichtet Paul Gutmann. Nach dem Sägevorgang entnimmt der erste der beiden Roboter den Abschnitt mithilfe eines von insgesamt elf Vakuumgreifern, die vollautomatisch wechselbar sind, aus der Maschine und übergibt ihn in eine Spannvorrichtung. Hier übernimmt der zweite Roboter. Dieser verfügt über einen pneumatisch vorgespannten Fräskopf, der alle Grate gleichmäßig entfernt. Um den Ablauf weiter zu optimieren, ist die Anlage mit vier Spannvorrichtungen ausgerüstet, mit denen sich Rund- und Vierkantmaterial fixieren lässt: Während das erste Werkstück noch bearbeitet wird, kann der Roboter bereits ein zweites aus der Säge nehmen und einspannen. Das verkürzt die Zykluszeiten.

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Anschließend werden die Abschnitte in einem von bis zu vier Behältern abgelegt. Auch hier erweist sich die Kasto-Technologie als flexibel: „Der Roboter kann die Teile sowohl sortenrein in verschiedenen Behältern stapeln als auch auftragsbezogen zusammenstellen“, betont Sebastian Schweizer. Per Hubwagen gelangen die Sägeabschnitte zur nächsten Fertigungsstation. „Auch eine Schnittstelle zu einem fahrerlosen Transportsystem ist bereits vorhanden“, ergänzt Paul Gutmann. „Das könnte eine unserer nächsten Investitionen sein.“ Von der Zusammenarbeit mit Kasto sind beide vollauf begeistert: „Planung, Aufbau und Inbetriebnahme liefen komplett reibungslos“, erinnert sich Gutmann. Und auch darüber hinaus bekommt AHP Unterstützung: Per Fernwartung können sich die Kasto-Experten von Achern aus direkt auf die Anlage schalten und sie optimieren. Bei jeder Frage ist der entsprechende Spezialist nur einen Anruf entfernt – und bei Bedarf auch in kürzester Zeit vor Ort. „Einen besseren Service kann man sich kaum wünschen“, lobt Schweizer.

Sägerei-Durchsatz vervierfacht

Auch mit der Leistung der Kasto-Anlage ist AHP Merkle äußerst zufrieden: „Im Vergleich zu unserer vorherigen Sägetechnik konnten wir unseren Durchsatz vervierfachen“, betont Betriebsleiter Gutmann. „Was früher das Nadelöhr in unserer Fertigung war, hat jetzt die größten Kapazitäten.“ Die moderne Lager- und Sägetechnik ist ein entscheidender Faktor, dass AHP seine Kunden auch weiterhin mit kurzen Lieferzeiten und einem breiten Produktspektrum zufriedenstellen kann – selbst wenn die Auftragszahlen weiter steigen sollten. „Sollte das der Fall sein, werden wir vielleicht wieder andere Produktionsschritte weiter ausbauen müssen“, bemerkt Gutmann. „In der Sägerei sind wir aber für die Zukunft bestens ausgerüstet.“

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