Zerspanungswerkzeuge Walter, titex und Prototyp wollen Werkzeugmarkt aufrollen

Redakteur: Rüdiger Kroh

Rund um den Globus will der Zusammenschluss aus Walter, Titex und Prototyp erfolgreich sein. Peter Witteczek, Vorstandsvorsitzender der Walter AG, erläutert die ehrgeizigen Wachstumspläne.

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MM: Die EMO ist der erste gemeinsame Auftritt von Walter, Titex und Prototyp. Was wird den Besucher erwarten?

Witteczek: Zusammen warten wir mit einem wahren Feuerwerk an Innovationen auf. Neben Produkterweiterungen und -ergänzungen sind echte Highlights darunter. So die Xtratec-Scheibenfräser F4053, F4153 und F4253. Mit vierschneidigen Wendeplatten in gekreuzter Anordnung und einem Einstellwinkel Kappa von 90° sorgt die umfangsgeschliffene Ausführung der Wendeplatten für höchste Genauigkeiten.

Der Xtratec insert drill B4213 für Bohrtiefen bis 3 × D ist ein Wendeplattenbohrer, der die Schneidstoffkosten im Griff hat und erweiterte Einsatzmöglichkeiten bietet, zum Beispiel schräges Anbohren, Querbohren oder Anbohren auf balligen Flächen.

Mit Tigertec WSM30 bringen wir die ersten PVD-Aluminiumoxid-beschichteten Schneidstoffsorten für das Drehen. Die neue Prototyp-Schaftfräserfamilie Protostar Ti ist speziell für die Anforderungen von Titan-Werkstoffen ausgelegt.

MM: Die Zusammenführung der drei Firmen verläuft in mehreren Schritten. Ist der Merger inzwischen komplett abgeschlossen?

Witteczek: Bis auf Deutschland ist der Merger von Walter, Titex und Prototyp schon vollzogen. Das heißt, der erste wesentliche Schritt ist gemacht. In den übrigen Ländern agieren die Vertriebsmannschaften größtenteils schon gemeinsam und sehr erfolgreich am Markt. In Deutschland soll der Zusammenschluss zum 1. Januar 2008 bewerkstelligt sein. Aber schon jetzt laufen viele Aktivitäten in Vertrieb und Marketing zentralisiert ab.

MM: Welchen Nutzen haben die Kunden von dem Zusammenschluss?

Witteczek: Dieser Schritt war notwendig und spiegelt einen weltweiten Trend wider: Wer rund um den Globus erfolgreich sein will, der muss in globalen Partnerschaften und Strukturen denken. Unsere Kunden agieren auf allen Kontinenten. Wir sind heute in der Lage, mit unseren rund 2600 Mitarbeitern und 30 Standorten unsere Kunden weltweit zu betreuen und mit unseren Produkten zu bedienen. Das fordern und erwarten die Kunden auch von uns.

Mit unseren Wendeschneidplattenwerkzeugen, Vollhartmetall- und HSS- sowie PKD-Werkzeugen bieten wir weltweit ein einzigartiges Produktprogramm aus einer Hand und decken nahezu 80% der Zerspanungsaufgaben bei unseren Kunden ab. Davon profitieren die Anwender vor allem bei der Komplettbearbeitung.

Sie haben von der Bearbeitungsseite einen Ansprechpartner für sämtliche Aufgaben, seitens Buchhaltung und Logistik hat der Kunde ebenfalls Vorteile. Er bekommt künftig alles zentral ausgeliefert und nur eine Rechnung. Das spart ihm mitunter enorme Verwaltungskosten.

MM: Sie sind in den vergangenen Jahren mit Walter bereits deutlich zweistellig gewachsen. Wie sind Ihre Erwartungen für die Zukunft?

Witteczek: Auch 2007 wird wieder kräftig investiert: Weitere 70 Mio. Euro fließen in Produktion, neue Maschinen, Gebäude und die Gründung neuer Tochtergesellschaften. Als wir 2002 unser DiF-Programm – also Double in Five – aufsetzten, haben wir damals eine Verdopplung des Umsatzes ins Auge gefasst. Ende 2007 endet DiF und wir konnten unser Ziel sogar noch übertreffen.

Wir planen auch für die nächsten drei Jahre ein deutlich zweistelliges Wachstum ein. Nur so können wir unser neues Ziel „1b10“ erreichen. Dahinter verbirgt sich der ehrgeizige Plan, bis 2010 den Umsatz auf 1 Mrd. Euro zu steigern.

MM: Wollen Sie diese enormen Wachstumsziele nur aus eigener Kraft oder auch durch Zukäufe erreichen?

Witteczek: Die Kraft dazu haben wir in unserer neuen Organisation. Lassen Sie es mich einmal so ausdrücken: Wir wachsen aus eigener Kraft und organisch; um das geplante Ziel zu erreichen, sind wir für Akquisitionen jedoch offen.

MM: Sie haben in jüngster Zeit kräftig in die Erweiterung Ihrer Fertigungskapazität investiert. Wollen Sie mit diesem Investitionstempo fortfahren?

Witteczek: Sicher können wir nicht alle paar Jahre eine neue Wendeschneidplattenfertigung aufbauen, aber wir werden auch in den kommenden Jahren weiter investieren – zum einen in unsere neuen Standorte in Frankfurt am Main und in Zell am Harmersbach, andererseits auch am Stammsitz in Tübingen. Unsere wegen des Brandes 2006 ausgelagerte Werkzeugkörperfertigung wird bis Ende 2007 zurück in Tübingen sein.

MM: Welche wirtschaftlichen Impulse werden nach Ihrer Meinung von der diesjährigen EMO für die Werkzeugbranche ausgehen?

Witteczek: Die EMO als weltgrößte Messe für den Werkzeugmaschinenbau hat der Branche meist einen Schub gegeben, zumal der Maschinenbau inklusive Werkzeugmaschinenbau derzeit ohnehin einen regelrechten Boom erlebt. Impulse für die Werkzeugbranche erwarte ich ebenfalls. Dazu tragen nicht zuletzt die vielen Fachforen und Symposien rund um die Messe bei.

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