Änderungen 2015 Was 2015 alles neu ist

Redakteur: Dietmar Kuhn

Das Jahr 2015 bringt für die Bundesbürger wieder viele Neuerungen. Neben dem gesetzlichen Mindestlohn möchte die Bundesregierung Eltern mit Neugeborenen besser stellen, Mieter vor hohen Mietforderungen schützen, härtere Strafen für Steuersünder einführen und die private Altersvorsorge steuerlich attraktiver machen. Im Gegenzug sinkt allerdings die Mindestverzinsung von Lebens- und Rentenversicherungen, Topverdiener zahlen höhere Beiträge in die Sozialkassen und der Immobilienerwerb wird sich in einigen Bundesländern verteuern.

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Entlastungen für Eltern, Mieter und Vorsorgesparer – Abgaben für Spitzenverdiener und Immobilienverkäufer... und was sich 2015 sonst noch ändert!
Entlastungen für Eltern, Mieter und Vorsorgesparer – Abgaben für Spitzenverdiener und Immobilienverkäufer... und was sich 2015 sonst noch ändert!
(Bild: BN-Archiv)

Gesetzlicher Mindestlohn

Wer täglich arbeitet, der soll von seinem Lohn auch leben können. Entsprechend dieses Grundsatzes führt die Bundesregierung den sogenannten Mindestlohn ein. Ab Januar 2015 gilt für Beschäftigte aller Branchen ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Dieser soll ab 2017 alle zwei Jahre angepasst werden. Ausnahmen bestehen für Kinder und Jugendliche, für Langzeitarbeitslose, für ehrenamtlich Tätige (Übungsleiter) und in gewissen Fällen für Praktikanten. Der Mindestlohn ist für die Beiträge in der Sozialversicherung bindend. Selbst wenn einzelne Arbeitgeber einen geringeren Stundenlohn zahlen, sind stets Sozialabgaben in Höhe des Mindestlohns fällig. Das Bundessozialgericht hat diese Festlegung in mehreren Urteilen bereits bestätigt.

Kurzfristige Beschäftigung

Das Mindestlohngesetz bringt eine weitere Neuregelung: Aushilfskräfte wie Saisonarbeiter, Erntehelfer oder Ferienjobber dürfen ab kommendem Jahr bis zu drei Monate oder 70 Tage arbeiten. Bislang erlaubte die Ausnahmeregelung höchstens Zeiträume von zwei Monaten oder 50 Arbeitstagen. Während eines Aushilfsjobs dürfen Schüler, Studenten oder Gastarbeiter beliebig viel Geld verdienen, ohne Sozialabgaben bezahlen zu müssen. Zudem kann der Verdienst pauschal versteuert werden. Die Neuregelung ist vorerst auf die Jahre 2015 bis 2018 beschränkt.

Höhere Grunderwerbsteuer

Immobilienkäufer in Nordrhein-Westfalen und dem Saarland müssen ab 1. Januar tiefer in die Tasche greifen. Grund ist die erneute Anhebung der Grunderwerbsteuer um bis zu 1,5 %. In beiden Bundesländern beträgt die Steuer künftig 6,5 %. Dadurch verteuert sich der Erwerb einer 300.000 Euro teuren Immobilie um bis zu 4500 Euro. Wer dies umgehen will, muss noch im alten Jahr Nägel mit Köpfen machen und den Kaufvertrag unterschreiben.

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