Trennen Wasserstrahlschneiden in Mikropräzision

Autor / Redakteur: Wolfgang Klingauf / Dietmar Kuhn

Schneiden mit dem Wasserstrahl wies bisher eine große Schwäche auf: die mangelnde Präzision. Die neue Wasserstrahlschneidmaschine Microwaterjet der Schweizer Firmen Daetwyler und Waterjet macht Schluss mit der Ungenauigkeit und verbessert die bisherige Präzision ums Zehnfache.

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Daetwyler garantiert für den Microwaterjet einen stabilen, reproduzierbaren und präzisen Fertigungsprozess für feinste Konturen mit Stegbreiten bis zu 0,02 mm. Bild: Daetwyler
Daetwyler garantiert für den Microwaterjet einen stabilen, reproduzierbaren und präzisen Fertigungsprozess für feinste Konturen mit Stegbreiten bis zu 0,02 mm. Bild: Daetwyler
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Wasserstrahlschneidmaschine Womajet F3, ist jetzt ab der Version F4 unter dem Namen Microwaterjet im Markt. Sie wurde laut Hersteller konsequent auf Präzision getrimmt. Dazu gehören ein sehr stabiles Maschinenbett und ein beidseitig gelagertes Portal, das über zwei Kugelrollspindeln angetrieben wird.

Damit die Positioniergenauigkeit unter 1 µm eingehalten werden kann, wurden unter anderem Glasmaßstäbe über die volle Länge installiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die garantierte, reproduzierbare Maschinenfähigkeit liegt im Bearbeitungsbereich von 600 × 1000 mm bei ± 1/100 mm.

Spezieller Schneidkopf steigert die Genauigkeit der Wasserstrahlschneidmaschine

Die Genauigkeit der Bearbeitung hängt natürlich auch vom Werkzeug Wasserstrahl ab. Darum haben die Ingenieure einen eigenen Schneidkopf entwickelt, in dem beispielsweise anstatt des bisher üblichen Fokussierrohrs von 0,5 mm Durchmesser ein 0,3 mm-Rohr zum Einsatz kommt. Das erhöht in Kombination mit besonders feinem Granit-Abrasivum die Genauigkeit und senkt ganz nebenbei den Verbrauch.

Die Einsatzfelder fürs Wasserstrahlschneiden in Mikropräzision sind vielfältig. Da der Trennvorgang keinerlei Wärme entstehen lässt, eignet sich das Verfahren für nahezu alle, selbst für hitzeempfindliche Materialien, wo das Laserschneiden von vorneherein ausfällt. Auch Leitfähigkeit, wie sie fürs Drahterodieren erforderlich ist, wird in keiner Weise vorausgesetzt.

Wasserstrahlschneiden erobert neue Einsatzgebiete

Nicht nur die Medizintechnik und der Flugzeugbau können mit ihren sehr speziellen Werkstoffen sowie hohen Anforderungen an Oberfläche und Gefüge vom Präzisions-Wasserstrahlschneiden profitieren. Auch in der Automobil-, Elektro- und Uhrenindustrie sowie anderen Branchen werden die Anforderungen an Mikro- und Präzisionsteile immer höher – weshalb die Eigenschaften, die der Microwaterjet bietet, hoch im Kurs stehen.

Mit ihm lassen sich Teile nicht nur präzise schneiden, sondern auch Oberflächengüten bis Ra = 0,8 µm erreichen, so dass sich die meisten so geschnittenen Teile ohne Nachbearbeitung einsetzen lassen. Sogar strukturierte Oberflächen und Gravuren können mit dem Microwaterjet hergestellt werden.

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