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VDW Werkzeugmaschinenbau kann Auftragseingang mehr als verdoppeln

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die deutschen Werkzeugmaschinenhersteller können die Krise abhaken. Im dritten Quartal 2010 wuchsen die Bestellungen um 117% zum Vorjahr und damit erstmals seit bestehen der Statistik mit einer dreistelligen Rate, wie der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) am Montag in Frankfurt am Main mitteilt. Zudem revidiert der Verband seine Prognose für 2010.

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„Die Produktion in wichtigen deutschen Abnehmerindustrien kommt in Fahrt“, freut sich VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer über die gestiegenen Aufträge. Bild: VDW
„Die Produktion in wichtigen deutschen Abnehmerindustrien kommt in Fahrt“, freut sich VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer über die gestiegenen Aufträge. Bild: VDW
( Archiv: Vogel Business Media )

Treiber war im dritten Quartal nach wie vor die Auslandsnachfrage mit einem Zuwachs von 128%, heißt es. Die Inlandsbestellungen stiegen um 99%. Ihr Niveau zog zuletzt im September jedoch mit der Auslandsnachfrage gleich. Von Januar bis September 2010 notierte die Gesamtnachfrage 77% über dem Vorjahr. Inländische Kunden bestellten 69%, ausländische Abnehmer 82% mehr als im Vorjahreszeitraum.

Werkzeugmaschinen-Aufschwung wird breiter

„Die gute Botschaft lautet: Der Aufschwung gewinnt an Breite. Die Produktion in wichtigen deutschen Abnehmerindustrien kommt in Fahrt“, berichtet VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer. Jedoch warnt er vor Euphorie, bei aller Freude über die eindrucksvollen Zuwächse hinke der Vorjahresvergleich: „Realistisch ist der Vergleich mit den Ergebnissen 2008. Da liegen wir im dritten Quartal noch 20% unter dem Vergleichszeitraum und auf Jahressicht sogar 40% darunter.“

Die Kapazitätsauslastung klettert mit großen Schritten weiter nach oben. Mit 85,9% im Oktober liegt sie wieder nahe am langjährigen mittleren Wert. Aufgrund der Auftragsflut sind bestehende Produktionsanlagen besser ausgelastet. Allerdings wurden zum Teil auch Kapazitäten abgebaut.

Engpässe bei Zulieferteilen für die Werkzeugmaschinen-Industrie

Der Auftragsbestand lag im Juni bei 6,9 Monaten. Die Firmen berichten von Engpässen bei wichtigen Zulieferteilen.

Ende des dritten Quartals waren 64300 Mitarbeiter im deutschen Werkzeugmaschinenbau beschäftigt. Das signalisiert einen langsamen Aufwärtstrend im Vergleich zum Tiefststand im Sommer dieses Jahres.

„Vor dem Hintergrund der beschriebenen Rahmenbedingungen und vor allem der unerwartet hohen Auftragszuwächse hat der VDW seine Prognose nach oben revidiert“, berichtet Schäfer. Im August habe der Umsatz erstmals seit zwei Jahren wieder ins Plus gedreht.

Produktionsrückgang bei Werkzeugmaschinen für 2010 wird schwächer als erwartet

Zwar werde es trotz aller guten Fortschritte nicht für einen Produktionsanstieg reichen. Der Rückgang werde jedoch nur halb so stark ausfallen wie ursprünglich erwartet. „Statt einem Minus von 12% gehen wir nunmehr von einem Produktionsminus von nur noch 6% aus“, sagt Schäfer. Damit läge die Branche mit 9,3 Mrd. Euro in etwa auf dem Stand von 2004.

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