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Personal Wie Burn-out entsteht und wie er sich verhindern lässt

| Autor / Redakteur: Susanne Triebs und Helmut Lindner / Claudia Otto

Seitdem große Magazine dem Burn-out-Phänomen ihre Titelseiten gewidmet haben, diskutiert ganz Deutschland über das „Ausgebranntsein“, seine Ursachen, seine Folgen. Nur in der Industrie hört man davon nicht viel, doch auch dort gibt es spezielle Risikofaktoren, die man im Auge behalten sollte.

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Die Ursachen für das "Ausgebranntsein" sind bei Ingenieuren, Programmierern oder Technikern andere als bei Lehrern, Krankenschwestern oder Altenpflegern. (Bild: Fotolia.de)
Die Ursachen für das "Ausgebranntsein" sind bei Ingenieuren, Programmierern oder Technikern andere als bei Lehrern, Krankenschwestern oder Altenpflegern. (Bild: Fotolia.de)

Seitdem große Magazine wie Stern und Spiegel dem Burn-out-Phänomen komplette Titelthemen widmeten, diskutiert ganz Deutschland über das „Ausgebranntsein“, seine Ursachen, seine Folgen. Kein Wunder, denn psychische Erkrankungen sind mitten in der Gesellschaft angekommen: Etwa jeder dritte Arbeitnehmer leidet unter psychischem Druck, Stress, Angstzuständen oder Depressionen, so aktuelle Erhebungen.

Andere Burn-Out-Ursachen in der Industrie

Doch in technischen Branchen wird nach wie vor wenig über Burn-out gesprochen: Während bei Angehörigen sozialer, pädagogischer oder pflegender Berufe das Burn-out-Phänomen Teil des Berufsalltags ist, hört man in den Personalabteilungen der Unternehmen aus der Produktion bislang nur wenig Klagen. Kein Wunder, denn viele Angestellte in der Industrie sind erfolgsverwöhnt. Hohe Gehälter und eine geringe Sorge um den Arbeitsplatz schaffen eine gute Grundlage für Zufriedenheit im Beruf.

Ist Burn-out somit kein Thema in technischen Branchen? Zumindest bis vor Kurzem galt das: Doch seit der Veröffentlichung einer Studie der Universität Dortmund („IT als neue Burnout-Branche“) und einer Buchneuerscheinung zum Thema ist der Burn-out plötzlich in einer Branche angekommen, in der er bislang nicht zu Hause war.

Die Ursachen für Burn-out sind bei Ingenieuren, Programmierern oder Technikern andere als bei Lehrern, Krankenschwestern oder Altenpflegern – außerhalb der Gefahr sind jedoch auch Angehörige technischer Berufe nicht. Im Folgenden werden drei wichtige Risiken beschrieben, auf die Personalverantwortliche in der Industrie achten sollten:

Zeit- und Leistungsdruck gefährdet Mitarbeiter sowie Führungskräfte

Erstens, die Kapazitätsauslastung im Maschinenbau ging seit dem durch die Finanzkrise bedingten Einbruch wieder deutlich nach oben: Zwischen Juli 2009 und Oktober 2011 stieg sie nach Informationen des Branchenverbands VDMA von 67,5 auf 88,7%. Das ist unternehmerisch erfreulich, sorgt jedoch auch für hohen Zeit- und Leistungsdruck. Erhalten Mitarbeiter das Gefühl, gesteckte Ziele nicht zu erreichen, verursacht das Frustration und Versagensängste.

Zweitens, rund 57.000 Zeitarbeiter sind im Maschinen- und Anlagenbau tätig. Diese Berufstätigen empfinden ihr Arbeitsverhältnis im Vergleich zum fest angestellten Kollegen oft als „weniger wert“. Auch die freiberuflich tätigen Ingenieure oder Programmierer sind eine Risikogruppe: Besonders in Zeiten mit guter Auftragslage wird gearbeitet „bis zum Anschlag“, auf Pausen und Urlaub verzichtet.

Drittens, besonders tückisch ist die Burn-out-Gefahr für Führungskräfte. Sie haben oft extrem hohe Ansprüche sich selbst gegenüber – denen sie nach eigenem Empfinden nicht immer gerecht werden. Hinzu kommt das Risiko, dass es in oberen Führungsebenen keine Vorgesetzten mehr „oberhalb“ der Betroffenen gibt, die im Sinne einer Fürsorgefunktion Burn-out-Gefahren erkennen.

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