CEO Survey 2009 Wirtschaftsführer erwarten kein schnelles Ende der Wirtschaftskrise

Redakteur: Jürgen Schreier

Die internationale Wirtschaftselite rechnet nach dem Rezessionsjahr 2009 nur mit einer allmählichen Erholung der Weltkonjunktur. Hinzu kommt, dass die Krisenstimmung mittlerweile auch die Führungskräfte aus den Schwellenländern erfasst hat. Dies geht aus dem „12th Annual Global CEO Survey 2009“ von Pricewaterhouse-Coopers(PwC) hervor.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Für die Studie, die zum Auftakt des World Economic Forums in Davos veröffentlicht wurde, befragte PwC im vierten Quartal 2008 weltweit 1124 CEOs (Chief Executive Officers) von Unternehmen aus 50 Ländern.

Kurz- und mittelfristige Geschäftserwartungen auf Allzeit-Tief

Die kurzfristigen Wachstumserwartungen der Vorstandsvorsitzenden haben den tiefsten Stand seit der erstmaligen Befragung im Jahr 2003 erreicht. Nur knapp 21% der CEOs sind „sehr zuversichtlich“, den Umsatz ihres Unternehmens 2009 steigern zu können. Die Zuspitzung der Konjunkturkrise hat die Geschäftserwartungen im Laufe des vierten Quartals 2008 noch weiter eingetrübt. Ende November 2008 rechnete nur noch jeder zehnte CEO für 2009 mit einer Umsatzsteigerung. In der vorangegangenen Umfrage für das Jahr 2008 waren noch 50% der Befragten fest von Zuwächsen ausgegangen.

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Wie ernst die CEOs die Krise nehmen, zeigen auch die mittelfristigen Prognosen. Nur 34% der Befragten prognostizieren auf Sicht der kommenden drei Jahre Erlössteigerungen, vor einem Jahr waren davon noch 42 Prozent überzeugt.

Stimmungswandel in den Schwellenländern trübt sich ein

„Besorgniserregend ist der drastische Stimmungswandel in den Schwellenländern. Die deutliche Verschlechterung der Geschäftserwartungen ist ein Beleg dafür, dass sich die gegenwärtige Rezession anders als frühere Krisen nicht auf einige Wirtschaftsregionen beschränkt, sondern eine globale Herausforderung ist“, meint Hans Wagener, Sprecher des Vorstands von PwC Deutschland.

So erwarten in China nur noch 29% (2008: 73%) der CEOs mit großer Sicherheit eine Umsatzsteigerung für das laufende Jahr. In Russland sank der Anteil der „sehr zuversichtlichen“ Vorstandsvorsitzenden von 73 auf 30% und in Mexiko sogar von 77 auf 13%.

Deutsche Firmenchefs sehen Umsatzentwicklung vergleichsweise positiv

Die Geschäftserwartungen der CEOs aus den etablierten Industriestaaten haben sich gegenüber der Vorjahresumfrage weiter verschlechtert. Nur noch 13% (2008: 35%) der Vorstandsvorsitzenden von US-Unternehmen erwarten für das laufende Jahr ein Umsatzplus. In Großbritannien ist der Anteil der „sehr zuversichtlichen“ CEOs von 43 auf 12%gefallen, in Frankreich sogar von 26 auf äußerst magere 5%.

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