AMA Fachverband für Sensorik Wirtschaftskrise erfasst auch Sensorhersteller

Redakteur: Udo Schnell

Die Sensortechnik gehört zu den erfolgreichsten Branchen der deutschen Wirtschaft. Stetiges Wachstum — zum Teil im zweistelligen Bereich — bei Umsatz und Mitarbeiterzahl kennzeichnet die vergangenen Jahre. Doch Ende 2008 wurden auch die Hightech-Schmieden von der wirtschaftlichen Talfahrt erfasst.

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Der Umsatzzuwachs der deutschen Sensorbranche ist im Jahr 2008 auf 3,35% zurückgegangen und die Planungen für 2009 gehen mit rund 0,8% praktisch von einem Nullwachstum aus. Dies gab Johannes W. Steinebach, Schatzmeister des AMA Fachverbandes für Sensorik, auf der Verbandspressekonferenz in Nürnberg bekannt. Nachdem im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr Bestmarken beim Umsatz- und Personalzuwachs erreicht wurden, war die Branche der Sensorik, Mess-, Prüf- und Schaltsysteme mit sehr großem Optimismus in das Jahr 2008 gestartet.

Abschwung führt zu ungeahnten Ergebnissen

„Doch die Bankenkrise als Auslöser des allgemeinen wirtschaftlichen Abschwungs traf auch uns dann ernüchternd, und ein Ende ist noch nicht abzusehen.“ So brachte Steinebach die aktuelle Situation seiner Branche auf den Punkt. „Obwohl die Sensorik wegen ihrer besonderen Anwendungsvielfalt und ihrer Hebelwirkung auf alle produzierenden Branchen in zurückliegenden Rezessionen nie so stark betroffen war wie manche Anwenderbranche, war der Abschwung 2008 sehr steil und hat zu Ergebnissen geführt, die wir bisher so noch nie erlebt hatten. Dennoch, für 2009 gehen unsere Mitglieder von einer Beruhigung der Situation aus, obwohl schon jetzt abzusehen ist, dass zunehmend auch die klassischen Industrieanwendungen der Sensorik betroffen sein werden“, machte er gleich darauf wieder etwas Hoffnung.

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Zweites Halbjahr war besonders dramatisch

Der Umsatzzuwachs für das gesamte Jahr 2008 betrug im Vergleich zu dem Spitzenjahr 2007 immer noch rund 3,3%, was in der Hochrechnung einem Marktzuwachs von zirka 800 Mio. Euro entspricht. Dies ergab, so Steinebach, die traditionelle Januarumfrage unter den AMA-Mitgliedern, in die insbesondere die Daten aus Deutschland und der Schweiz eingingen. Betrachte man dann aber die beiden Halbjahre getrennt, so zeige sich die volle Dramatik der Situation: Auf etwa 6,5% Zuwachs folgte — erstmalig seit dem Start der Umfrage vor rund 15 Jahren — in der zweiten Jahreshälfte ein Umsatzrückgang im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2007 von 0,4% –, betrachtet man nur die Ergebnisse aus Deutschland sogar ein Rückgang von 1%.

Für 2009 wird „schwarze Null“ erwartet

„Und in der Trennung der Ergebnisse nach Anbietern aus Deutschland und der Schweiz“, so Steinebach weiter, „zeigt sich auch eine der möglichen Ursachen für diese Entwicklung. Die Kollegen aus der Schweiz, wo es keine Automobilhersteller und kaum Automobilzulieferanten aus der Sensorik gibt, verbuchten in beiden Halbjahren über 9% Zuwachs.“ In der Einschätzung der Chancen für 2009 seien sich beide Untersuchungsgruppen dann wieder einig. Deutsche wie Schweizer gingen von einem realen Nullwachstum beim Umsatz — immerhin eine „schwarze Null“ — aus und erwarteten gleichermaßen, dass die Rezession von der Automobilindustrie und ihren Zulieferern auch auf andere Industrieanwendungen übergreifen werde.

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