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Eröffnung der Hannover-Messe

Zwei Freunde beim Messerundgang

| Redakteur: Frank Jablonski

„Ist das eine deutsch-amerikanische Zusammenarbeit?“, fragt Obama fast an jedem Stand beim Messe-Eröffnungsrundgang mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, wenn ihm ein neues Produkt vorgestellt wird.

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Nach vielen politischen Themen ist es endlich so weit: Beim Messerundgang von US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt es Technik zum Anfassen. Hier probieren beide eine Virtual-Reality-Brille aus und haben sichtlich Spaß dabei.
Nach vielen politischen Themen ist es endlich so weit: Beim Messerundgang von US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt es Technik zum Anfassen. Hier probieren beide eine Virtual-Reality-Brille aus und haben sichtlich Spaß dabei.
(Bild: Deutsche Messe)

Und sowohl die deutschen als auch die amerikanischen Aussteller haben ihre Hausaufgaben gemacht und ernten ein „Das gefällt mir“ samt zustimmendem Kopfnicken vom amerikanischen Staatsoberhaupt. Am Stand des Ausstellers ifm electronic wedeln die Mitarbeiter mit kleinen Fähnchen von der zweiten Standetage herab, schon lange bevor Obama und Merkel angekommen sind.

Das könnten sie sich vom sonntäglichen Eröffnungsabend abgeschaut haben, denn auch dort bewegte sich eine lange Reihe Kuka-Roboter rhythmisch gemeinsam mit menschlichen Tänzern, bevor sie zur Verabschiedung mit der deutschen und amerikanischen Flagge winkten. Dieses Bild der heilen Welt wollen wohl auch beide durch gegenseitiges Lob und Anerkennung unterstreichen. Denn auf der Sachebene werden die Krisenherde weltweit angesprochen, von Syrien über die Ukraine bis hin zur Entwicklung in Libyen. Mehr als ein Mal fordert Obama Europa zur Geschlossenheit auf.

TTIP ist noch keine ausgemachte Sache

Ebenso verbindet beide das derzeit verhandelte Freihandelsabkommen TTIP, das nicht zuletzt durch Demonstrationen und Querschüsse von der Regierungsbank noch keine ausgemachte Sache ist. Zwar gibt US-Präsident Obama zu, dass eine Ratifikation bis zum Jahresende nicht mehr realistisch sei. Dennoch klingt sein Aufruf zwischen Flehen und Drohen, als er sagt: „Wenn wir es nicht schaffen, TTIP in diesem Jahr erfolgreich auf den Weg zu bringen, wird sich das Fenster der Möglichkeiten schließen. Genauso, wie ich meine Bereitschaft gezeigt habe, mein politisches Kapital zu investieren, rufe ich alle europäischen Führer auf, es mit mir und Angela Merkel gleichzutun, um wieder ein Programm des Wachstums einzuläuten.“

Auch Merkel betont die Chancen von TTIP: „Jedes Handelsabkommen, denken wir nur an das mit Südkorea, hat zu wirtschaftlichem Erfolg in Europa geführt. Über die transatlantische Partnerschaft wird viel gesprochen, doch hier in Hannover kann man sie von ihrer praktischen Seite sehen.“

Zurück in die Zukunft

Und in der Tat zeigen sich beim Rundgang viele Kooperationsbeispiele. Während bei Phoenix Contact der Filmklassiker „Zurück in die Zukunft“ bemüht wird, (schon Doc Brown hatte das Problem, schnell viel Energie in sein Zeitmaschinen-Auto zu bekommen), um die neue Kombination aus Wechsel- und Gleichstromladen vorzustellen, ist es bei ifm electronic die kleinste und leistungsfähigste 3D-Kamera der Welt, die aufgrund einer Zusammenarbeit mit Google bald auch in Handys eingebaut wird.

Bei Siemens begrüßt Vorstandschef Joe Kaeser das Duo mit der Versicherung, dass bei Siemens TTIP schon seit hundert Jahren gelebt werde. Es gebe kaum ein Unternehmen, das eine engere Verzahnung zwischen Deutschland und den USA habe: Fast 50.000 Siemens-Kollegen arbeiten dort. Wie sehr Entwicklung und Herstellung von Produkten bereits miteinander verschmolzen sind, zeigt Vorstandsmitglied Helmrich und fordert beide auf, an einem digitalen Modell ein Auto zu entwickeln. (fj)

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