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Bei Tiefziehteilen findet dagegen das Abziehen der Folien nach dem Umformprozess, aber vor dem Beschneiden der Ränder statt. Die Folien schützen die geschliffene oder auf Hochglanz polierte Oberfläche vor thermischer und mechanischer Beanspruchung.
Viele Arten von Edelstahl-Schutzfolien am Markt
Um diesen Oberflächenschutz zu optimieren, gibt es eine Vielzahl von Folien am Markt – für unterschiedliche Beanspruchungen. So sind für eine Laserbearbeitung andere Folien erforderlich als für das Stanzbiegen. Für das Tiefziehen ist die Folienbeschaffenheit wieder eine andere.
Die Edelstahlbleche werden beim Oberflächenveredler nach dem Schleifen oder Polieren mit Schutzfolien überzogen. Diese Folien bleiben in den Bearbeitungslinien der Blechbearbeiter so weit wie möglich auf den Oberflächen. Sie werden punktuell nur dort abgezogen, wo zum Beispiel Ecken, Kanten oder Oberflächenbereiche durch Schweißen miteinander verbunden werden.
Vergessene Schutzfolien können nicht mehr entfernt werden
Auch für den Auf- oder Einbau von Armaturen auf oder in die herstellten Blechkonstruktionen sind Oberflächenstellen freizulegen. Außerdem muss bei Blechverkleidungen die Folie an den seitlichen Einbauflächen vor der Montage weg. Wird das vergessen, kommt man später laut Stark an diese Flächen nicht mehr heran.
Anwendungsbasis für das Automatisierungskonzept des Anlagenherstellers sind ebene Platinen. Je nach Bearbeitungsprozess und Bauteilform wird die Folie komplett oder partiell vom Halbzeug entfernt. „Soll die Folie komplett abgezogen werden, funktioniert dies im Wesentlichen genauso wie beim partiellen Folienentfernen“, erläutert der Senior-Chef. „Berücksichtigt werden muss dabei aber, dass wesentlich breitere Folienstreifen oder sogar ganze Bahnen anfallen, die dann entsprechend gehandelt und entsorgt werden müssen.“
Die Einsparungen beim Schutzfolien-Entfernen lassen sich problemlos nachvollziehen
Beim partiellen Entfernen der Folien lassen sich die Abziehflächen anhand der bekannten Bauteilform festlegen. So werden auf den Platinen dort die Folien entfernt, wo das aufgrund der anstehenden Biegevorgänge und Hinterschneidungen erforderlich ist.
„Schneller als die händische Entfernung am gekanteten Teil sind wir in jeden Fall“, ist Stark zuversichtlich; „präziser sowieso.“ Die dadurch erzielbaren Einsparungen ließen sich problemlos nachvollziehen. So werde die Ausschussrate bei Laserprozessen reduziert.
Automatisiertes Abziehen von Edelstahl-Schutzfolien mit Einzelmaschine
Das erarbeitete Automatisierungskonzept wurde für den Hersteller von Kochautomaten als Einzelmaschine umgesetzt. Es ist mit einem Handlingsystem ausgestattet: einem Vakuumshuttle, das jede Edelstahlplatine mit Schutzfolie auf den Arbeitstisch legt und spannt.
Mit einem Schneidrad wird die Folie eingeritzt und mit einem Schaber von der Platine abgehoben. Das Einritzen kann als gerade, gekrümmte oder ovale Linie geschehen. Der Schaber hebt den abzuziehenden Folienbereich an, der von einem Aufwickler eingespannt und aufgerollt wird.
Zum Abziehen reiche 5 mm Höhe aus, schildert der Senior-Chef. Der Schaber sei nur zum Anheben der Folie erforderlich – sonst nicht. Danach werde die Folie automatisch abgestreift und aufgewickelt.
Werkzeuge ritzen die Schutzfolie ohne den Edelstahl zu beschädigen
In der CNC der Maschine sind dazu die Wege der Werkzeuge gespeichert. Beide Werkzeuge bestehen aus einer Hartmetalllegierung. Aufgrund der speziellen Lagerung der Werkzeuge werde dennoch eine Beschädigung der Edelstahloberfläche verhindert, erklärt Stark. Die Werkzeuge erzeugten keine Ritz- oder Kratzspuren.
Ende Oktober 2009 wurde der Prototyp zum ein- und beidseitigen Abziehen der Folien fertiggestellt. Diese Maschine lässt sich auch in Fertigungslinien integrieren. Dabei sei es unerheblich, resümiert der Senior-Chef, ob in Serie gearbeitet werde oder in Losgröße eins.
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