CAD/CAM

Anwender fordern durchgängige CAD/CAM-Software ohne Datenverlust

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Welche Trends sehen Sie bezüglich der Blechbearbeitung im Bereich der CAD/CAM-Software?

  • Sedlmaier: Der Trend geht meiner Ansicht nach eindeutig in die Richtung Verfahrens- und Umformsimulation. Durch besseres Verstehen der ablaufenden Vorgänge kann der Entwickler und Produktionstechniker bessere Produkte herstellen und die Fertigungsqualität steigern. Insbesondere die erforderlichen Zeiten für die Inbetriebnahme werden darüber hinaus ebenfalls noch reduziert.
  • Verbakel: Wichtige CAD/CAM-Trends in der Blechbearbeitung sind durchgängige Software, insbesondere die nahtlose Integration ineinander. Dabei möchte der Anwender so wenig wie möglich zwischen verschiedenen Programmen hin und her schalten. Außerdem spielt die Prozesssicherheit eine Rolle. Bezüglich der Prozesskette von der Konstruktion bis hin zur Bearbeitung wird das Arbeiten mit einem durchgängigen und jeweils aktuellen Datenmodell angestrebt.
  • Rouvel: Das Design von komplexen Blechbiegeteilen ist eine Herausforderung. Um effiziente Prozesse realisieren zu können, muss der Informationsfluss von der Planung bis auf die Fertigungsebene zur NC-Steuerung möglichst durchgängig und verlustfrei sein. Die von uns angebotene Blechdesign-Software, die für die CAD-Systeme Autodesk und Solid-Works zur Verfügung steht, wurde dafür entwickelt, die Konstruktion von 3D-Blech-Solids zu vereinfachen und eine entsprechende 2D-Abwicklung zu generieren, die dann zur weiteren Bearbeitung direkt an nachgelagerte CAM-Applikationen übergeben werden kann. Die Software ist daher das Bindeglied zwischen Konstruktion und Fertigung.
  • Schmitt: CAD/CAM begleitet heute die gesamte Prozesskette. Bestehende Lücken werden bei den Anwendern geschlossen. Deswegen ist es wichtig, ein durchgängiges System wie Visi im CAD/CAM-Bereich einzusetzen, das dem Anwender Werkzeuge für alle wichtigen Aufgaben bietet. Durch den modularen Aufbau kann die Einführung schrittweise erfolgen.
  • Köhler: Zum einen ist eine Individualisierung zu verzeichnen, das heißt die Software muss in der Lage sein, sich schnell und optimal an geänderte Randbedingungen anpassen zu lassen. Hierbei spielt die einfache Integration des Anwenderwissens eine wesentliche Rolle. Weiterhin ist der bidirektionale Informationsfluss zwischen CAD-System, NC-Programmierung und NC-Steuerung von zunehmendem Interesse. Hier sind unter anderem optimierte Regelkreise zwischen CAM-System und Steuerung zu nennen, als auch die automatisierte Rückführung prozesstechnischer Optimierungen in die CAD-Geometrie.
  • Ruhwedel: Einen Trend sehe ich in Richtung einer immer kleiner werdenden Lücke zwischen der Aufgabenverteilung von CAD- und CAM-Software. Immer mehr CAM-Funktionalität fließt in die CAD-Software ein, was zum einen bedeutet, dass sich der Informationsverlust zwischen den Systemen verringert. Zum anderen werden hierdurch auch die Durchlaufzeiten weiter verkürzt, gerade bei anspruchsvolleren Entwicklungsprojekten. So kann etwa die Aufbereitung eines Werkstücks im CAM-System reduziert werden, wenn dem CAD-Konstrukteur bereits in der Anfangsphase die entsprechenden fertigungsnahen, unternehmensspezifischen Informationen zur Verfügung stehen.
  • Staib: Wir beobachten, dass die Anwender von CAM-Systemen immer häufiger die Ursprungsdateien ihrer CAD-Systeme importieren möchten, statt im CAD-System generalisierte CAD-Dateien wie etwa STEP oder IGES zu erzeugen. Außerdem wird ein immer größerer Automatisierungsgrad innerhalb des CAM-Systems gewünscht. Beiden Trends trägt Camtek seit geraumer Zeit Rechnung. Zum Beispiel mit einer Vielzahl von CAD-Direktschnittstellen und der Möglichkeit, die Bearbeitung auf der Basis von Geometrie-Daten automatisch zu erzeugen. Diese automatisch erzeugten Bearbeitungen können bei Bedarf selbstverständlich editiert werden.

Die Interviews führte Michael Corban, freier Journalist.

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