Abseits vom Auto Autozulieferer können in anderen Bereichen erfolgreich wachsen

Quelle: Roland Berger 3 min Lesedauer

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Wettbewerb aus Asien, Preisdruck, schlechte Konjunktur bei den OEMs und vieles mehr plagen die Autozulieferer in der DACH-Region. Allerdings gibt es vielversprechende Alternativen in anderen Sektoren .

Im Fadenkreuz! Mittelständische Unternehmen, die bisher vor allem als Automobilzulieferer tätig waren, suchen derzeit verstärkt nach anderen Umsatzquellen. Ganz oben steht der Verteidigungssektor, zeigt eine Studie von Roland Berger. Das bestehende Know-how sei ideal.(Bild:  Diehl Defence)
Im Fadenkreuz! Mittelständische Unternehmen, die bisher vor allem als Automobilzulieferer tätig waren, suchen derzeit verstärkt nach anderen Umsatzquellen. Ganz oben steht der Verteidigungssektor, zeigt eine Studie von Roland Berger. Das bestehende Know-how sei ideal.
(Bild: Diehl Defence)

Zwar ist schon heute jeder zweite der befragten mittelständischen Zulieferer auch außerhalb der Automobilindustrie tätig, doch meist nur mit einem geringen Umsatzanteil. Das könnte sich bald ändern, meinen die Experten von Roland Berger. Denn insbesondere der Verteidigungssektor bietet nach Ansicht der Mehrheit der Führungskräfte neue und gute Chancen, Umsatzquellen abseits vom Automobilgeschehen zu erschließen. Das jedenfalls sind nun einige der Ergebnisse der aktuellen Studie „Zeitenwende – Wie der automobile Mittelstand wieder wachsen will“. Hier noch mehr dazu.

So wollen Automobilzulieferer die Krisen meistern

Inmitten ihrer schwersten Krise mit hohem Wettbewerbsdruck und geopolitischen Unsicherheiten haben demnach die Zulieferer wenig Hoffnung, dass relativ schnell ein Wendepunkt erreicht sein kann. Kostensenkungsprogramme gehören dabei in den meisten Unternehmen zu den Gegenmaßnahmen, um über die Runden zu kommen.

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Die Verantwortlichen wollen den Blick aber auch wieder nach vorne richten und ihre Zukunft durch Diversifizierung in branchenfremde Wachstumsfelder aktiv in die Hand nehmen, wie sich zeigt. Die oben genannte Studie offenbart, dass der hohe Preisdruck durch Kunden mit 66 Prozent der Nennungen (mit hoher respektive sehr hoher Priorität) das wichtigste Thema auf der Agenda der Manager ist – das ist schon seit Jahren der Fall. Darauf folgt für rund 60 Prozent der Führungskräfte das Problem, dass auf dem Automobilmarkt Wachstumsperspektiven fehlen. In diesem Zusammenhang sind 75 Prozent der Ansicht, dass eine Diversifizierung des Geschäftsportfolios über den Automobilsektor hinaus attraktiv ist. Rund 46 Prozent halten diese Idee für die beste Möglichkeit, um neue Wachstumsfelder zu erschließen. Und knapp ein Drittel (31 Prozent) erhofft sich davon eine bessere Auslastung vorhandener Kapazitäten. Fast jedes dritte Unternehmen, das in anderen Branchen aktiv ist, will diese Aktivitäten weiter ausbauen, wie dabei herauskam. Als wichtigste Gründe für ein Engagement außerhalb der kriselnden Automobilindustrie nennen zwei Drittel eine geringere Abhängigkeit von der Automobilkonjunktur. Etwa genauso viele möchten in wachstumsstarken Bereichen neue Umsatzquellen erschließen. Über 60 Prozent hoffen, durch eine Verbreiterung der geschäftlichen Basis gegen geopolitischen und regulatorischen Risiken resilienter zu werden.

Automobilzulieferer können Rüstungssektor stützen

Auch wieder knapp zwei Drittel der Befragten sehen im Verteidigungssektor die besten Chancen auf neue Umsätze. Dahinter liegen die Medizintechnik mit 38 Prozent der Nennungen sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie mit 36 Prozent. Die starke Priorisierung des Verteidigungssektors lässt sich unter anderem mit den seit Jahren wachsenden geopolitischen Spannungen und den in der Folge steigenden Verteidigungsbudgets erklären, so die Analysten von Roland Berger. Weil die geplanten Investitionen die verfügbaren Kapazitäten der nationalen Unternehmen deutlich überschreiten dürften, sei es eben naheliegend, zusätzliche Kapazitäten aus der zivilen Industrie zu nutzen, um das erforderliche Abschreckungsniveau zu erreichen – also die Industrieproduktion so zu steigern, dass potenzielle Aggressoren von einem Angriff lieber absehen. Im Verteidigungssektor werden nach Ansicht von Roland Berger perspektivisch Kapazitäten fehlen, um die Aufträge abzuarbeiten. Mit seiner Prozess- und Produktkompetenz könne der automobile Mittelstand aber optimal unterstützen. Der Fokus könne etwa auf in Massen herstellbaren, per Software definierten Abwehrsystemen liegen. Diese müssten mit den gewünschten Anforderungen dann zu erschwinglichen Preisen und eben in hohen Stückzahlen produziert werden.

Das passende Know-how für das Neuland Verteidigung

Insbesondere die technologische Nähe der Verteidigungsbranche zum Automotive-Bereich – man denke beispielsweise an Sensorik, Fertigungs-Know-how oder Systemintegration – lege eine intensivere Zusammenarbeit mit der Verteidigungsbranche nahe. Potenziellen neuen Kunden im Verteidigungssektor hat die Zulieferindustrie außerdem einiges zu bieten! Vor allem bei elektronischen und mechanischen Bauteilen (78 beziehungswesie 71 Prozent der Nennungen) sehen die Studienteilnehmer wichtige Ansatzpunkte. Auch mit Modulen für Antriebe und für die Energieversorgung (64 Prozent) sowie in Sachen Software (48 Prozent) kann die Zulieferbranche nach eigener Einschätzung in der Rüstung punkten. Herausforderungen sehen die Befragten aber noch beim Aufbau geeigneter Vertriebsstrukturen und Kundennetzwerke (52 Prozent). Auch haben sie zu 53 Prozent wenig Erfahrung, wie man politische und regulatorische Rahmenbedingungen einhält.

Die Studie komplett.

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