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nachgefragt
Vom Bildschirm auf den Lasertisch
Carlo Borers Arbeiten entstehen zunächst im virtuellen Raum. Der Künstler entwirft und konstruiert direkt auf CAD. Das rechnergestützte Konstruieren gibt dem künstlerischen Entwurf grosse Freiheiten bei der Formfindung und andererseits sinnvolle Grenzen im Bereich der tatsächlich ausführbaren Geometrie.
Aus der berechneten Form entsteht schrittweise das reale Objekt. Noch immer digital wird es ein erstes Mal gebaut. In dieser Phase werden Blechdicke, Trennlinien und Schweissstellen für die Montage bestimmt.
Im nächsten Schritt wird das dreidimensionale Objekt in einzelne Flächen zerlegt. Alle Daten werden über eine DXF-Datei exportiert und gehen an einen Lieferanten, der daraus Schneidpläne erstellt.
Auf einer Laserschneidanlage werden die Bleche für die anschliessende Montage zurechtgeschnitten. Zusätzlich werden Markierungen, Biegelinien und Radien graviert. Anhand der Biegelinien und Radien werden die Bleche später gerundet. Die Markierungen erleichtern das Zusammensetzen der Teile, die mit massiven Schraubzwingen fixiert und schliesslich verschweisst werden.
Im Finish wird die gesamte Oberfläche über mehrere Etappen fein verschliffen, alle Schweissnähte verschwinden. Die fertig montierte Skulptur wirkt am Ende wie aus einem Guss.
Ergänzendes zum Thema
persönlich
Kurzbiografie
Carlo Borer arbeitet seit 1981 als freischaffender Künstler. Begonnen hat er mit Zeichnungen und Malerei. Es folgten dreidimensionale Arbeiten aus Polyester und elektrischem Licht. Seit 1991 baut Carlo Borer Objekte aus Chromstahl und Aluminium. Per 3D-CAD entwickelt er Skulpturen, Plastiken, Installationen, Möbel und Gebrauchsgegenstände wie Espresso-Maschinen, Ventilatoren und Briefkästen. Zu sehen waren Borers Werke auf Ausstellungen in Europa und den USA. Einige seiner Kunstwerke fanden den Weg in internationale Filmproduktionen wie «Starship Troopers» (1997), «Small Soldiers» (1998) und «Nackt» (2002). Im Frühjahr 2013 war der Künstler mit der Installation «White Heart» im Haus der Kunst in Solothurn zu sehen. Carlo Borer lebt und arbeitet in Wanzwil (BE). Ein weiteres Atelier befindet sich in Zuchwil (SO).
Erfolgreiches Gespann Carlo Borer, die Michel AG und Bystronic bilden zusammen ein erfolgreiches Gespann. Man kennt sich über die jahrelange Zusammenarbeit und schätzt die Nähe zum anderen. Der Hauptsitz der Bystronic Laser AG in Niederönz liegt nur wenige Minuten entfernt von der Michel AG in Herzogenbuchsee und dem Atelier von Carlo Borer im angrenzenden Wanzwil. Das gibt immer wieder Anlass für gemeinsame Projekte. Man darf also auch auf zukünftige Grenzgänge des Künstlers gespannt sein.
* Oliver Hergt, Bystronic Laser AG, CH-3362 Niederönz.
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