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Blechbearbeitung als Handwerkskunst

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Hellemann gehört nun schon zu den Oldtimer-Profies. Doch in der Eingangshalle trafen wir auf die Einsteiger. Diese haben das Grundlagenseminar belegt und werden in Schweinfurt oft zum ersten Mal mit den Blechbearbeitungstechniken vertraut. Die Teilnehmer fertigen innerhalb des Lehrganges verschiedene Blechteile, lesen Zeichnungen oder erstellen diese selbst, schneiden, biegen und dengeln das Blech wie in alten Zeiten. „Um den Umgang mit der Handblechschere kommt keiner herum“, sagt Dingfelder, „da müssen alle durch.“

Handwerklichen Umgang mit Blech erlernen

Natürlich stehen dort auch moderne Elektrowerkzeuge zur Verfügung, die aber erst zum Gebrauch kommen, wenn ein Teilnehmer mit der Hand bereits die filigranen Schnitte geübt hat. Wenn auch die Ergebnisse der angehenden Blechbearbeiter recht unterschiedlich sind, so wird letztendlich doch jeder sein besonderes Erfolgserlebnis haben. „In Fortgeschrittenen-Seminaren“, so Dingfelder, „kann der Kursteilnehmer auch sein eigenes Übungsstück mitbringen. Darüber wird oft auch gemeinschaftlich diskutiert und entsprechende Lösungen dafür werden gesucht“, versichert er.

Was fortgeschritten heißt, das wird im entsprechenden Werkraum sofort klar, wenn man die anspruchsvollen Bauteile sieht. Dort ist heute Karl-Heinz Bender als einer der externen Trainer mit seiner Truppe am Werk. Bender ist ein erfahrener und mit allen Wassern gewaschener Blechspezialist und Meister im Karosserie- und Fahrzeugbau, der im richtigen Leben eine eigene Oldtimer-Reparaturwerkstatt betreibt. „Den Lehrgang, den ich hier leite, das ist ein so genannter Instandsetzungskurs“, erläutert er. „Da wird am ersten oder an den ersten eineinhalb Tagen nur Ausbeulen geübt. Direktes, indirektes Ausbeulen“, sagt er. Beim Blechrichten lernt der Oldtimer-Freund den Umgang mit der Flamme und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Theorie und Praxis

An einem Bauteil, dem Bender mit dem Hammer eine Beule versetzte, erläutert er den Vorgang. „Schauen sie sich das mal an“, sagt er, „dazu nehmen wir unser Ausbeuleisen, fahren hier rein und versuchen, die Oberfläche wieder fließend hinzukriegen.“ Ein weiteres rundgeformtes, aber von der Oberfläche unregelmäßiges Bauteil schiebt er mit der linken Hand über eine so genannte Spenglerfaust und gleitet mit dem in der rechten Hand gehaltenen elektrischen Glätthammer über diese Fläche. Man sieht den Profi – die Fläche wird für Laien sichtbar glatt. Das Gleiche zeigt Bender auf einem Sandsack als Unterlage und ebenfalls mit vollem Erfolg. Den Kursteilnehmern wird dies wohl nicht auf Anhieb gelingen, doch am Ende ihres Kurses schaffen sie es alle.

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