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Frage vier betrifft nicht die Abkantpresse selbst, sondern den Entscheidungsprozess. Wenn man nicht auf eigene Faust den gesamten Markt durchkämmen möchte, bietet sich die Fokussierung auf einen oder zumindest auf sehr wenige Hersteller an, die ein möglichst breites Spektrum unterschiedlichster Abkantpressen anbieten können.
Genauigkeit des Biegens bei Abkantpressen entscheidend
Die Genauigkeit der Biegeergebnisse ist der wohl wichtigste Gradmesser einer Abkantpresse. Hier muss unterschieden werden zwischen der Präzision in der Schenkellänge und der im Biegewinkel, wobei diese zwei Größen nicht unabhängig voneinander sind: Ein präziser Winkel ist ohne hohe Positioniergenauigkeit kaum zu erreichen. Um mit einer Abkantpresse hinsichtlich der Winkelgenauigkeit konkurrenzfähig zu sein, ist man gut beraten, in eine Abkantpresse zu investieren, deren Abweichung sich innerhalb von ± 1° bewegt.
Abhängig vom späteren Einsatz des gebogenen Teils sind in der Praxis jedoch häufig engere Toleranzen notwendig. Dies gilt für Originalausrüstungshersteller von Qualitätsprodukten genauso wie für Job-Shops. Entscheidend für die Beurteilung des Winkels ist, dass über die gesamte Biegelänge keine Veränderungen in der Genauigkeit auftreten. Eine Maschine, die ihr Geld wert ist, weist auch bei langen Kantteilen an jeder Position denselben Biegewinkel auf, selbst wenn sich im Falz Ausschnitte oder Ausklinkungen befinden sollten.
Hohe Presskräfte lassen Abkantpresse ungenauer arbeiten
Die Präzision hinsichtlich der Biegewinkel ist nicht nur eine Folge hoher Positioniergenauigkeiten, sondern wird stark von physikalischen Einflussgrößen bestimmt. So ist es unvermeidbar, dass sich bei den hohen Presskräften auch die Abkantpresse minimal durchbiegt.
Außerdem hat jedes Blech seine spezifischen Eigenschaften: Variationen in der Dicke oder eine eigene Spannung, die nach der Entlastung eine Rückfederung bewirkt. Ein Blech verhält sich anders, wenn es in der Walzrichtung oder quer beziehungsweise diagonal zu dieser gebogen wird.
All diese Einflussgrößen müssen während des Biegeprozesses kompensiert werden, wenn der Winkel am Ende stimmen soll. Entweder vom Bediener mit all seinem Know-how oder mit Hilfe eines automatischen Biegewinkelmesssystems, wie es einige Anbieter in unterschiedlichen Ausführungen im Programm haben.
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