Co-Engineering verbessert Stanzen und Feinschneiden

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Zu enge Toleranzfelder werden beim Stanzen und Feinschneiden richtig teuer

Auch ein gemeinsam erarbeitetes, stanzoptimiertes Design habe einen nachhaltigen Einfluss auf die Werkzeugkonzeption, auf Nachschleifzyklen und Lebensdauer der Werkzeuge. Und natürlich gebe es Auswirkungen auch auf die Produktion an sich. Brügger berichtet: „Wir sagen unseren Kunden, wenn sich durch geringfügige Veränderungen an der ursprünglichen Teileplanung die Produktivität deutlich erhöhen würde. Und wir weisen darauf hin, wenn wir das zu fertigende Teil durch veränderte Toleranzen günstiger produzieren könnten.“ Immer wieder würden sie feststellen, dass Kunden die Toleranzen an den Teilen viel zu klein wählen, und das, so Brügger, koste richtig viel Geld: „Allein schon durch das maßvolle Anpassen der Angsttoleranzen auf einen normalen Wert haben wir unseren Kunden immer wieder richtig viel Bares einsparen können.“

Auch Marco Costa, seit 20 Jahren Konstruktionsleiter bei Etampa, kennt dieses Thema: „Viele Kunden unterschätzen die Wechselwirkung von Materialauswahl und Stanz- oder Feinschneidprozess.“ Kürzlich habe ihm ein Kunde ein Sperrventil gebracht, das ursprünglich gedreht wurde und nun gestanzt werden sollte. Man habe einen Prototypen erstellt und dann nochmals das gleiche Teil mittels Feinschneiden produziert. Das Ergebnis: Die Oberfläche war härter, glatter, die Wiederholbarkeit viel höher. Insgesamt bedeutete diese Produktionsart weniger Aufwand, aber die Funktionalität war besser als beim Drehteil.

Machbarkeitsanalyse ist große Verantwortung

Ist die Konstruktionszeichnung angefertigt und die Materialfrage geklärt, ist der nächste Schritt die Machbarkeitsanalyse. Costa sagt: „Mit der Machbarkeitsanalyse des zu fertigenden Teils übernehmen wir eine sehr große Verantwortung und auch hier gilt, dass wir die Kundenzeichnungen nicht immer als gegeben ansehen können. Ein Teil der Skizzen muss prozessbedingt hinterfragt werden und ist nicht so anwendbar wie eingereicht. Das Thema ist nicht zu unterschätzen: es gibt – herstellungsabhängig – unvollständige Zeichnungen, nicht alle Materialien sind komplett definiert und auch angegebene Materialstärken oder gewünschte Toleranzen erfordern genaueste Rückfragen unsererseits.“

Denn eines verdeutliche die Verantwortung, die man mit Feststellung der Machbarkeit ausspreche: „Wir haben genau einen Versuch. Wenn wir einmal gesagt haben, dass wir uns zur Machbarkeit verpflichten, dann können wir diese Aussage später nicht mehr widerrufen – schon gar nicht mit dem Hinweis auf eine zuvor unfertige oder unzureichende Zeichnung. Es ist unsere Verantwortung, schon im Vorfeld alle Konstruktions- und Produktionseventualitäten in Betracht zu ziehen und diese bei der Aussage zur Machbarkeit entsprechend zu berücksichtigen.“

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