Wickert Maschinenbau / IST der TU Chemnitz

Compositepresse ist in einer Sekunde auf voller Kraft

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Jede Presse wird für die Anwender ganz speziell konzipiert

Auf die Suche nach einer neuen Compositepresse machten sich die IST-Forscher aufgrund der Größe der zu fertigenden Pkw-Strukturbauteile. „Vorher mussten wir die Prototypen außer Haus herstellen lassen. Für eine seriennahe Bauteilentwicklung und für die Zusammenarbeit mit industriellen Partnern ist es aber unabdingbar, sämtliche Prozesse zur Fertigung einsatznaher 1:1-Bauteile überwachen und beeinflussen zu können“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Nendel, stellvertretender Leiter der Professur Strukturleichtbau/Kunststoffverarbeitung.

Den Zuschlag bekam schließlich der Pressenspezialist Wickert nach einer europaweiten Ausschreibung des IST. Außer der Compositepresse an sich, umfasste der Auftrag auch die integrierte Peripherie mit Vorheizofen, einem Plastifikator zur Herstellung von Compounds und vier Temperiergeräten.

Wie sämtliche Wickert-Pressen, ist auch die WKP 25000 S als Einzelanfertigung konfiguriert. Alle bei Wickert konzipierten Maschinen werden aus hochwertigen, in Deutschland produzierten Komponenten auf Basis eines modularen Baukastensystems auftragsspezifisch gefertigt. Dieses Herstellungsverfahren ermöglichte es, trotz einer sehr kurzen Lieferzeit, sämtliche Wünsche der TU Chemnitz Realität werden zu lassen. Besonderen Wert legten die Forscher dabei auf eine flexible Verwendbarkeit durch Schnittstellen – etwa für einen RTM-Injektor, eine PU-Einheit und ein Spritzaggregat – sowie auf höchste Sicherheitsstandards auch unter Laborbedingungen.

Zukunftsfähiges Pressensystem stärkt Forschungslandschaft Leichtbau

Das IST führt die Erforschung von Leichtbauteilen aus Kunststoff international an. So ist es Leistungsträger beim deutschlandweit einzigen Bundesexzellenzcluster der Deutschen Forschungsgesellschaft zum Thema Leichtbau – „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen – MERGE“, und bei „MERGE Europe“, dem Internationalisierungskonzept dazu. Außerdem ist das IST Mitglied der europäischen Leichtbau-Allianz und Prof. Kroll leitet die Projektgruppe STEX des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz.

Prof. Dr.-Ing. Lothar Kroll, auch Inhaber der Professur Strukturleichtbau/Kunststoffverarbeitung, äußert sich sehr positiv über die Features der neuen Compositepresse und der Zusammenarbeit mit Wickert: „In der Forschung benötigen wir hohe Präzision und möglichst große Freiheiten bei der Presse, deswegen kamen nur wenige Maschinen infrage. Mit der Wickert Composite Presse sind wir im Bundesexzellenzcluster hervorragend aufgestellt.“. MM

(ID:44514782)