Betriebsklima Deutsche befürchten schwindende Kollegialität in Zeiten der Krise
Führt die Wirtschaftskrise zu einem „Sozialdarwinismus“ in deutschen Unternehmen? Zmindest rechnen 45% der deutschen Arbeitnehmer grundsätzlich damit, dass das kollegiale Miteinander in Krisenzeiten leidet. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die im Auftrag des Personaldienstleisters Jobs in Time durchgeführt wurde.
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Immerhin: Bisher hat sich die Konjunkturschwäche noch nicht spürbar auf das Betriebsklima in Deutschland ausgewirkt. Im Gegenteil: 60% der Beschäftigten bewerten die Kollegialität in ihren Betrieben gegenüber 2005 als unverändert oder sogar besser.
Nur in wenigen Unternehmen hängt der Haussegen total schief
Der Haussegen unter den Arbeitnehmern in Deutschland ist also aktuell von der Krise nicht beeinträchtigt. Nur eine Minderheit von knapp 9% der Befragten bemängelt das kollegiale Arbeitsumfeld im eigenen Betrieb. Für die Zukunft zeigt sich allerdings gut jeder vierte Beschäftigte skeptisch. 28% der Befragten befürchten, dass sich das Betriebsklima in den nächsten Jahren eintrüben wird. „Um diesen Tendenzen entgegenzuwirken, sind die Arbeitgeber aufgerufen, das Teamgefühl in den Unternehmen vorbeugend zu stärken“, mahnt Dr. Marcus Opitz, Geschäftsführer von Jobs in Time.
Chefs müssen Stammbelegschaft für die Zeit nach der Krise bei Laune halten
Gerade in Krisenzeiten sei es wichtig, vorhandenes Personal zu binden. Der Grund: Die Folgekosten für Personalverlust übersteigen die Einsparungen in der Regel um ein Vielfaches. Das werde spätestens in der nächsten Aufschwungphase deutlich, wenn die Unternehmen den erforderlichen Personalstamm mühsam und teuer wieder aufbauen müssten, so Opitz. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gelte es daher, sich mit seinen Kollegen zu beschäftigen und die Arbeit der Belegschaft zu würdigen.
Der Wunsch der Mitarbeiter nach einem Engagement für das Betriebsklima wurde im Verlauf der jüngst abgeschlossenen Sommeraktion „Wer wird Kollege des Jahres?“ von Jobs in Time deutlich. Arbeitnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet waren aufgerufen, einen Lieblingskollegen zu nominieren.
Prämiert wurden Mitarbeiter, die nach Meinung der eigenen Belegschaft als besonders kollegial geehrt werden sollten. Im Verlauf des Wettbewerbs wurden insgesamt sechs Wochengewinner per Online-Voting gekürt und anschließend mit einem Preis ausgezeichnet.
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