KMU-Analyse Deutscher Mittelstand im Würgegriff der Krise

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Konjunkturflaute erfasst nach Einschätzung des Nürnberger IT-Dienstleisters Datev zunehmend den deutschen Mittelstand, wie die dpa meldet.

Datev hat sich erneut die Lage des deutschen Mittelstandes angeschaut. Das grobe Ergebnis lautet, dass, je kleiner ein Unternehmen ist, es im derzeit umso schwerer fällt, weiterzumachen.(Bild:  Schlosser-gwk)
Datev hat sich erneut die Lage des deutschen Mittelstandes angeschaut. Das grobe Ergebnis lautet, dass, je kleiner ein Unternehmen ist, es im derzeit umso schwerer fällt, weiterzumachen.
(Bild: Schlosser-gwk)

Die Wirtschaftskrise trifft insbesondere das verarbeitende Gewerbe, wie Robert Mayr, Vorstandschef von Datev, das für seinen Mittelstandindex monatlich Millionen von Umsatzsteuerdaten, Lohn- und Gehaltsabrechnungen ausgewertet hat. Im verarbeitenden Gewerbe seien die Umsätze zu Jahresbeginn deutlich gefallen. Preisbereinigt sinken diese in jenem Sektor aber schon seit drei Jahren, fügt er hinzu. (In den Mittelstandsindex von Datev fließen Umsatzsteuervoranmeldungen von rund einer Million Firmen sowie Lohn- und Gehaltsabrechnungen von mehr als acht Millionen Beschäftigten ein).

Die Krise geht auf Kosten der Kleinen

Während die Beschäftigung im Mittelstand insgesamt stabil sei, habe bei Unternehmen mit maximal zehn Beschäftigten aber schon der Personalabbau begonnen. Kleinstunternehmen, die oft stark mit der Region verbunden sind und teils seit Generationen am Standort existieren, halten so lange, wie es geht an ihren Mitarbeitern fest, doch sobald sie die Beschäftigtenzahlen verringern, muss das als ernstes Warnsignal gewertet werden, wie der Datev-Vorstandschef betont. Der gesamte Mittelstand leidet demnach unter Bürokratiewust und steigenden Kosten, sagte Mayr. Zugleich seien die Löhne im Ringen um Fachkräfte in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Mayr bringt es auf den Punkt: „Je kleiner die Firma, desto schwieriger die Lage!“

Lichtblicke nur außerhalb der Industrie

Dennoch zeige der Datev-Mittelstandsindex einige einzelne positive Entwicklungen. So hätten sich die Gastronomie und das Baugewerbe auf niedrigem Niveau weitgehend stabilisiert. Wie „verwunderlich“: Die Umsätze und Beschäftigung in staatsnahen Bereichen sind außerdem zuletzt überdurchschnittlich gewachsen. Mit Blick auf die Bundestagswahl wünscht sich Mayr an mehrere Stellen Entlastung für den Mittelstand. Viele Unternehmen warten auf schnellere Prozesse und mehr Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung.

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