Wer im Maschinen- und Anlagenbau ohne Schweißperlen auf der Stirn in die Zukunft blickt, der hat Begriffen, dass Zeit Geld ist und die richtigen Maßnahmen eingeleitet. Ein Zauberwort heißt KI-Agent.
Wer im Maschinen- und Anlagenbau weiter im Geschäft bleiben will, der kommt um Digitalisierung und Vernetzung nicht herum, denn wer das richtig macht, spart Zeit, Geld und kommt mit weniger Personal, das sowieso immer knapper wird, aus. Lesen Sie, was man machen kann ...
(Bild: Future Focus)
Im Maschinen- und Anlagenbau zählt jede Minute – und zwar von der ersten CAD-Skizze bis zur Inbetriebnahme des Systems. Außerdem werden Produkte komplexer, Fachkräfte rarer und alles soll auch noch immer schneller geliefert werden. Die Time-to-Market wird deshalb zum zentralen Faktor für den langfristigen Unternehmenserfolg. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen also ihre Entwicklungs- und Fertigungsprozesse konsequent auf Effizienz ausrichten.
Der unsichtbare Bremsfaktor heißt Systemkomplexität
Moderne Maschinen und Anlagen vereinen bekanntlich Mechanik, Elektronik, Software und vernetzbare Komponenten zu komplexen Gesamtsystemen. Die Abstimmung dieser Disziplinen ist aufwendig und erfordert präzise Koordination. Viele Ingenieure arbeiten deshalb parallel an mehreren Projekten, was hohen Aufwand für Dokumentation und Abstimmung bedeutet. Und Ausfälle durch Krankheit oder Urlaub verschärfen die Situation dann noch.
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Fachtagung
„Mehr Effizienz in der Umformung“ am 15. Juni 2026
Die Fachtagung zeigt, welche Potenziale in Ihrer Produktion ausgeschöpft werden können und bietet Lösungen, die Sie sofort in Ihrem beruflichen Alltag unterstützen. Dabei beleuchtet sie mit praxisnahen Vorträgen die verschiedenen Handlungsfelder, die zu einer Effizienzsteigerung beitragen. Neben den Maschinen selbst stehen dabei auch die nötigen Lösungen aus dem Peripheriebereich wie Werkzeuge, Qualitätssicherung, Instandhaltung, Handhabung und Simulation im Fokus.
Einer Studie von Siemens und Tech-Clarity zu folge sehen über 60 Prozent der Beschäftigten in großen Unternehmen darin eine der größten Produktivitätsbremsen. In der Praxis führt das zu versteckten Wartezeiten zwischen Prozessschritten, die sich zu deutlichen Effizienzverlusten summieren. Das ist ein Problem, das klassische Optimierungsansätze kaum erfassen. Gleichzeitig binden stets wiederkehrende, manuelle Aufgaben viel Arbeitszeit. Untersuchungen zeigen dazu, dass bis zu einem Viertel der Arbeitszeit für administrative oder koordinative Tätigkeiten verloren geht – Zeit, die schließlich für Innovation fehlt.
KI-Agenten schaffen Luft bei Routinearbeiten
Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt führt aber zu bahnbrechenden und hilfreichen Innovationen. KI-Agenten (KI = künstliche Intelligenz) markieren dabei den Beginn einer neuen Entwicklungsstufe. Mit Plattformen wie Synera können etwa KI-Agenten im Engineering implementiert werden, die nicht nur analysieren, sondern selbstständig handeln können. Sie verbinden dazu die kognitive Leistungsfähigkeit moderner Sprachmodelle mit direktem Zugriff auf Engineering-Systeme wie CAD, CAE oder ERP. KI-Agenten können damit Aufgaben entlang der gesamten Wertschöpfungskette übernehmen, was von der automatisierten CAD-Modellierung über Simulationen bis hin zur Erstellung normgerechter Fertigungsunterlagen reicht. So entstehen quasi digitale Kollegen, die Routinearbeiten eigenständig ausführen, Entscheidungen auf Basis von Fachwissen treffen und Prozesse automatisiert abwickeln – und das rund um die Uhr!
Der größte Zeitfresser heißt Angebotserstellung
In vielen Kundenprojekten zeigt sich besonders deutlich, dass die größte Hebelwirkung von KI-Agenten sich in Angebotsprozessen (RFQ – Request for Quote) entfalten kann. Kaum ein Bereich ist nämlich so zeitkritisch und gleichzeitig stark von Erfahrungswissen geprägt, wie die Angebotserstellung. Im klassischen Ablauf prüfen Kalkulations- und Projektteams jede Anfrage manuell. Dabei werden zunächst CAD-Daten geöffnet, Herstellbarkeitsanalysen durchgeführt, Materialien und Normteile kalkuliert, Einkaufspreise abgefragt und Kosten geschätzt. Das sind solche wiederkehrenden Tätigkeiten, die hochqualifizierte Fachkräfte binden und so wertvolle Zeit kosten. Weitere Verzögerungen entstehen durch ineffiziente Übergaben zwischen den involvierten Mitarbeitern. Fertigungsbetriebe berichten übrigens, dass die Bearbeitung einer komplexen Anfrage bisher zwischen einem halben und zwei Arbeitstagen dauert. Verzögerungen erhöhen das Risiko, Aufträge zu verlieren. KI-Agenten können mit diesem Engpass aufräumen. Auf Basis von Engineering-Daten, CAD-Geometrien und ERP-Informationen analysieren sie Bauteile, berechnen Bearbeitungsvolumina, gleichen Materialkosten ab und erstellen automatisch eine vollständige Kostenabschätzung. Solche Workflows lassen sich auch noch an unternehmensspezifische Daten und Regeln anpassen – etwa an vergangene Projekte und Bauteildatenbanken, Kostenmodelle oder Erfahrungswerte aus der Fertigung.
Angebote können in wenigen Minuten erstellt werden
Das Ergebnis beim Einsatz eines KI-Agenten ist außerdem messbar! Ein digitaler Workflow erledigt eine komplexe Angebotskalkulation in wenigen Minuten – ein Prozess, der zuvor Stunden oder Tage benötigte. Typische Projekte zeigen, dass die Bearbeitungszeit bei Fertigungsbetrieben für ein Angebot von zwölf Stunden auf rund zweieinhalb Minuten sinkt – bei gleichbleibender Genauigkeit und reproduzierbarer Qualität! Außer der Zeitersparnis sorgt die Standardisierung für zusätzliche Vorteile. Denn jede Anfrage wird nach denselben Parametern bewertet: Subjektive Schätzungen entfallen, Fehlerquoten sinken, und Preisentscheidungen werden nachvollziehbar. Gleichzeitig entsteht eine wertvolle Datenbasis für zukünftige Angebote und Prozessoptimierungen. Ein weiterer Effekt ist, dass das Wissen erfahrener Mitarbeiter digitalisiert wird. Statt in einzelnen Köpfen zu verbleiben, wird es in Form von Logik, Regeln und Datenbanken in den Workflow integriert. So bleibt das Know-how erhalten, auch wenn die Experten das Unternehmen verlassen haben.
Stand: 08.12.2025
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Die KI-Agenten gibt es auch in der Spezialversion
KI-Agenten besitzen folglich das Potenzial, Entwicklungsprozesse im Maschinen- und Anlagenbau grundlegend zu verändern. Die Herausforderung liegt jedoch in der Verbindung großer Sprachmodelle (LLMs) mit der heterogenen CAx-Softwarelandschaft. Viele Tools verfügen aber über keine standardisierten Schnittstellen und erfordern tiefes Spezialwissen – eine Hürde, die ein LLM allein nicht überwinden kann. Synera adressiert dieses Problem aber mit 75 + Konnektoren, die als Brücke zwischen LLMs und CAx-Software fungieren. Das System muss die Software auch nicht im Detail verstehen, sondern ruft den passenden Konnektor auf, übergibt Parameter und erhält strukturierte Ergebnisse zurück. Diese Architektur ermöglicht eine schnelle Einführung und lässt sich schrittweise erweitern – ideal für Engineering-Teams, die KI-Agenten in bestehende Abläufe integrieren möchten.
Die nächste Generation: Multi-Agenten-Systeme
Sogenannte Multi-Agenten-Systeme arbeiten nach dem Prinzip menschlicher Entwicklungsteams. Es gibt dafür spezialisierte Agenten: Die „Experten“ und die übergeordneten „Manager“, der alles koordinieren und als Schnittstelle zum Ingenieur dienen. Der Effekt ist, dass ineffiziente Wartezeiten vollständig passé sind. Diese drei Hauptvorteile lassen sich so ins Haus holen:
Kontinuierliche Verfügbarkeit: KI-Agenten arbeiten 24/7 und lassen sich nahezu beliebig skalieren;
Nahtlose Kommunikation: Informationen werden in Echtzeit weitergegeben – ohne Verzögerung;
Parallele Bearbeitung: Mehrere Agenten können simultan an unterschiedlichen Aufgaben arbeiten.
Die Gesamtprozesszeit reduziert sich damit auf die Laufzeit der eingesetzten Softwaretools. Gleichzeitig entlasten KI-Agenten Ingenieure, sodass sie mehr Zeit für ihre Kernaufgaben haben – bei gleichbleibender Qualität und hoher Effizienz.
Es entstehen neue Formen der Zusammenarbeit
Was früher Tage oder Wochen oder gar Monate dauerte, lässt sich also mit KI-Agenten heute in wenigen Stunden umsetzen. Mehrere KI-Agenten können dann auch noch zu einem Multi-Agenten-System zusammengeschlossen werden, die dann ein digitales Engineering-Team darstellen, das ohne Pausen und Skalierungsgrenzen auskommt. Für Unternehmen bedeutet das nicht nur Effizienzsteigerung, sondern auch eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Entwicklungsteams werden gezielt von Routinetätigkeiten entlastet und können sich stärker auf Konstruktion, Optimierung und Innovation konzentrieren – auf das also, was den technologischen Fortschritt im Maschinenbau wirklich vorantreibt.