Pneumatische Antriebe für Rütteltische können störanfällig sein. Diese Erfahrung musste auch Mounting Systems, Hersteller von Montagesystemen für die Photovoltaik, machen. Das Unternehmen aus dem brandenburgischen Rangsdorf rüstet deshalb auf die elektrischen Transporter von Fibro Normalien um.
Die Rütteltische befreien Befestigungselemente für Solarpaneele von Sägespänen. Als Antrieb dient der elektrische Transporter von Fibro.
(Bild: Fibro)
Jede Solaranlage, ob freistehend oder auf einem Dach, benötigt einen Unterbau. Darauf werden die Solarpaneele wind- und wetterfest montiert. Diese Gestelle und die Befestigungsmaterialien dafür sind das Metier von Mounting Systems in Rangsdorf, südlich von Berlin: Seit 1993 schafft das Unternehmen die Grundlagen, um Sonnenenergie allen zugänglich zu machen. Die Fachabteilungen planen Dachanlagen, kommerzielle Anlagen und Solarparks – egal wo, wie groß oder wie komplex. Und damit die Pläne auch Realität werden, sorgen die Produkte der Brandenburger für einen sicheren Stand und eine gute Befestigung der Solarpaneele. Das Wachstum ist gut, denn Solarenergie ist in aller Welt gefragt. Über 8000 Projekte in 70 Ländern hat Mounting Systems bereits umgesetzt. Die Einsätze in so unterschiedlichen Umgebungsbedingungen wie in Malaysia, Ägypten, Kasachstan oder Frankreich zeigen, welche Qualität das brandenburgische Unternehmen liefert. Denn auch bei Hitze, großen Temperaturschwankungen, Wüstenstaub oder hoher Luftfeuchtigkeit müssen die Solaranlagen viele Jahre lang einen sicheren Stand aufweisen und gut funktionieren.
Damit die Solarpaneele lange auf den Gestellen halten, bietet Mounting Systems auch Befestigungsprodukte an. Dazu gehören Haken, Abstandshalter oder Klemmhalter. Diese bestehen aus Aluminiumblechen mit einer Stärke zwischen ein und sechs Millimetern. Dazu werden im Werk in Rangsdorf erst lange Profile in kurze Stücke gesägt oder geschert, anschließend werden noch Löcher eingestanzt. Schließlich müssen die unterschiedlichen Teile in der Montage oder auf der Baustelle mit- und ineinander befestigt werden. Damit die Werkstücke von Rückständen aus der Produktion befreit sind, werden sie vorher noch gründlich entfettet.
„Der elektrische Transporter bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Er verbraucht nur wenig Energie, seine Geschwindigkeit lässt sich stufenlos steuern und er ist einfach zu automatisieren.“
Andreas Otto, Fibro
Sägespäne stören den Entfettungsprozess
Doch die Aluminium-Sägespäne stören den Reinigungsprozess in der Entfettungsanlage. Aus diesem Grund ist nach jeder Stanzpresse noch ein Rütteltisch angebracht. „Mit den Rütteltischen gelingt es uns, ungefähr 80 Prozent der Späne zu entfernen“, berichtet Marcel Klingberg, Werkstattleiter bei Mounting Systems. Dazu werden die Werkstücke auf Lochblechen in mehreren Stufen vorwärts bewegt. Die Masseträgheit der Teile sorgt dafür, dass die Rüttelbewegungen sie auch in Bewegung setzen. Damit gelangen die Teile in den für sie vorgesehenen Werkstückbehälter. Zugleich bewirkt das Rütteln, dass die Späne durch die Löcher in den Blechen nach unten fallen. Ein Trichter führt sie dann dem Entsorgungsbehälter zu.
Bei der Auslieferung waren die Maschinen vom Hersteller mit vergleichsweise großen und klobigen Rütteltischen ausgerüstet worden. Diese hatten einen pneumatischen Antrieb – und der verursachte dauernd Schwierigkeiten: Im Betriebsalltag stellte sich heraus, dass der Antrieb für diese Anwendung zu klein dimensioniert war. Immer wieder kam es zu Ausfällen, was die Produktion entsprechend aufhielt. Weil man jedoch produktiver arbeiten kann, wenn man sich nicht nur mit Reparaturen beschäftigt, orientierte sich Klingberg mit seiner Mannschaft um. Die Rütteltische baut Mounting Systems jetzt in eigener Regie. Und für den Antrieb sorgt der elektrische Transporter von Fibro Normalien.
Dieser patentierte Transporter des Hassmersheimer Normalienherstellers, löst die Probleme des Teiletransportes, der Abfallentsorgung sowie der Sortierung von Teilen. Das System dient nicht nur dazu, wie bei Mounting Systems die Sägespäne von Werkstücken zu entfernen. Oft wird es auch eingesetzt, um Stanz- und Abfallteile durch eine geradlinige Bewegung aus dem Werkzeugbereich zu befördern.
„Der elektrische Transporter bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Er verbraucht nur wenig Energie, seine Geschwindigkeit lässt sich stufenlos steuern und er ist einfach zu automatisieren“, erklärt Andreas Otto, technischer Berater für Normalien bei Fibro. Darüber hinaus arbeitet das System überwiegend wartungsfrei. Auch der niedrige Geräuschpegel von gerade einmal 60 dB kommt gut an: „An den Maschinen mit dem elektrischen Transporter ist es deutlich leiser als an denen, die noch mit einem pneumatischen Antrieb ausgestattet sind“, sagt Thomas Daske, stellvertretender Werkstattleiter bei Mounting Systems. „Das freut auch die Mitarbeiter in der Produktion.“ Außerdem ist kein Druckluftanschluss für die Rütteltische mehr notwendig. Weil die Werkstatt von Mounting Systems Wert auf Qualität legt, sind die Lochbleche der Rütteltische noch auf Kugellagern montiert. Das senkt den notwendigen Energieaufwand weiter.
Klingberg sieht noch einen weiteren Vorteil des Systems von Fibro: „Die Steuerung des Transporters ist so klein, dass wir sie problemlos im Schaltschrank der Maschine unterbringen können. Dadurch ist sie gut geschützt“, sagt er. Denn in einer Produktionshalle lässt sich eine Verschmutzung nie ganz vermeiden.
Stand: 08.12.2025
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Da Mounting Systems die Rütteltische selbst baut, werden sie erst nach und nach auf den elektrischen Transporter umgerüstet. Klingberg, Daske und die anderen Kollegen in der Werkstatt haben dabei gut zu tun: 16 Stanzpressen sind derzeit vorhanden, Ende 2022 sollen noch vier weitere dazukommen. Darüber hinaus will Mounting Systems im kommenden Jahr weitere Hallenflächen dazu mieten, weil das Unternehmen so kräftig wächst. Und bei allem Wachstum ist für Klingberg eines klar: „Die Rütteltische für die neuen Maschinen statten wir natürlich mit dem elektrischen Transporter von Fibro Normalien aus.“