Wehret den Anfängen! Smarte Karosserieprüfung erkennt auch ganz neue Fehler

Quelle: Fraunhofer-IWU 2 min Lesedauer

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Das Prüfsystem Anowatch für Blechteile wird mit Gutteilen angelernt statt mit Ausschussteilen. Damit werden auch ganz neue Probleme erfassbar, so das Fraunhofer-IWU.

Innovativ! Das mobile Blechteil-Prüfsystem Anowatch scannt mit Kameras nämlich zuerst fehlerfreie Bauteile, die es als Sollwert abspeichert. So werden später auch ganz neue Fehler zuverlässig erkannt, wie die Entwickler vom Fraunhofer-IWU erklären. Das mache sich bezahlt.(Bild:  Fraunhofer-IWU)
Innovativ! Das mobile Blechteil-Prüfsystem Anowatch scannt mit Kameras nämlich zuerst fehlerfreie Bauteile, die es als Sollwert abspeichert. So werden später auch ganz neue Fehler zuverlässig erkannt, wie die Entwickler vom Fraunhofer-IWU erklären. Das mache sich bezahlt.
(Bild: Fraunhofer-IWU)

Aus flachen Blechen, sogenannten Platinen, werden in Presswerken Karosserieteile für Autos gefertigt. Das passiert hochpräzise, weitgehend automatisiert und in sehr hohen Stückzahlen. Mögliche Fehler sicher und frühzeitig zu erkennen sowie diese zu beheben, vermeidet deshalb teuren Ausschuss und sichert die Qualität. Ein neuartiges Prüfsystem namens Anowatch hilft laut Aussage der Forscher vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) den Presswerkmitarbeitern, solche Fehler schnell und zuverlässig zu erkennen. Die Chemnitzer streichen dabei heraus, dass das Prüfsystem statt mit fehlerhaften mit fehlerfreien Bauteilen angelernt wird. So könne es alle Abweichungen sofort erkennen – auch und vor allem solche, die sich zum ersten Mal bemerkbar machten. Damit kehrt Anowatch das Anlernprinzip vieler üblicher Prüfsysteme um.

Lernendes Blechteile-Prüfsystem findet Fehler selbstständig

Der Nachteil der herkömmlichen Prüfsysteme leuchte sofort ein, merken die Forscher an. Denn nur ein Fehlertyp, der bereits aufgetreten ist, kann dem System mitgegeben und von diesem dann auch in der Praxis erkannt werden. Bisher unbekannte Fehler müssen folglich in der Produktion zunächst auftreten, als solche erkannt und für die Software als weiterer Fehler markiert werden – dann ist aber schon Schaden entstanden. Und die Zahl möglicher Fehler sei außerdem nicht begrenzt. Denn abhängig von Presse und Werkzeug(en), Produktionsprozess sowie Platine gibt es gleich mehrere Fehlerquellen. Sei das Produktionsprogramm auch noch recht umfangreich, lohne sich der Einsatz einer Qualitätssoftware, die Fehler schnell und zuverlässig erkenne, erst recht. Anwendern kommt dabei zugute, dass Anowatch ohne manuellen Eingriff während der Produktion völlig eigenständig lernt und anschließend selbständig seine Prüfaufgaben übernimmt.

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Smarte Karosserieprüfung kann gerne erst werden

Aufstellen und loslegen! So lautet das revolutionäre Prüfprinzips für Karosserieteile. Ein weiterer Vorteil der am IWU entwickelten Neuheit für die Qualitätssicherung ist deren Mobilität. Denn sie kann als kompaktes, autarkes System über dem Fertigungsband angebracht werden und ist innerhalb weniger Stunden betriebsbereit, wie die Forscher betonen. Interessierte Anwender könnten sich so im eigenen Betrieb von den Vorteilen dieser Prüfalternative überzeugen, bevor sie eine Investitionsentscheidung träfen. Für die Mitarbeiter leuchtet das Tool dabei die Zone des Bauteils aus, in der eine Abweichung auftritt, um die Aufmerksamkeit gezielt auf diesen Bereich zu lenken, wie es heißt.

Anowatch entstand übrigens aus der Promotion von Dr.-Ing. Thomas Wiener an der Technischen Universität Chemnitz. Der Diplominformatiker entwickelt seine innovative Qualitäts-Checks nun zur Marktreife weiter. Bereits den aktuellen Prototypen fand die Jury bei der Verleihung des diesjährigen IQ Innovationspreises Mitteldeutschland so überzeugend, dass sie Wiener mit dem 2. Preis im Cluster Automotive auszeichnete. Einem breiteren Fachpublikum wird Anowatch im Rahmen des Kongresses des Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) am 11. September 2024 in Dresden vorgestellt.

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