Wälzlager

Hochtemperaturlager laufen länger mit Graphit

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Hochtemperaturschmieröladditiven und Nanopartikel erhöhen Leistung zusätzlich

Zur weiteren Leistungsverbesserung oder Verlängerung der Betriebsdauer der trockengeschmierten Lager sind Ausführungen erhältlich, bei denen die Schmierung mit zusätzlichen Hochtemperatur-Schmieröladditiven und Nanopartikeln kombiniert ist.

Bei der Herstellung der Drylube-Lager werden der Trockenschmierstoff und ein Harzbinder in den Lagerzwischenraum zwischen die Wälzkörper und Lagerlaufflächen gespritzt (Bild 2). Beim nachfolgenden Aushärten verfestigt sich der Schmierstoff. Auf diese Weise kann aus fast jedem SKF-Lager ein Drylube-Lager werden, solange es einen Metallkäfig besitzt und ausreichend Platz für den Trockenschmierstoff vorhanden ist. Dadurch wird die Lagerpalette extrem dynamisch und kann fast jede Hochtemperaturanforderung erfüllen.

Beim Lagerbetrieb bildet der Trockenschmierstoff einen sehr dünnen Schmierfilm, der dauerhaft auf den Laufflächen und Wälzkörpern haftet und verhindert, dass es zu einer metallischen Berührung kommt.

Bei trockengeschmierten Lagern keine Mindestdrehzahl nötig

In bestimmten Anwendungen sorgt die Trockenschmierung nicht nur für eine gute Lagerleistung, sondern bietet auch spezielle Vorteile in Anwendungen mit extremen Temperaturbedingungen. Außerdem haben Trockenschmierstoffe ein niedriges Anlaufdrehmoment bei sämtlichen Temperaturen und ein geringes Reibmoment im laufenden Betrieb. Darüber hinaus ist bei trockengeschmierten Lagern keine Mindestdrehzahl nötig. Für ein mit Schmierfett oder Schmieröl geschmiertes Lager gilt der sogenannte Aquaplaningeffekt des Schmierstoffs, wobei eine bestimmte Drehzahl erforderlich ist, um eine ausreichende Schmierung zu erzielen. Dagegen laufen trockengeschmierte Lager sehr gut auch bei extrem niedrigen Drehzahlen.

Auch aus ökologischer Perspektive lassen sich Dichtheitsprobleme mit Trockenschmierstoff leichter als mit Schmierfett vermeiden. Bei höheren Temperaturen nimmt die Viskosität des Schmierfetts ab und das Risiko eines Schmierfettaustritts zu. Bei hohen Temperaturen können Flüssigschmierstoffe sogar verdampfen. Außerdem sind neben den Entsorgungskosten für verbrauchtes Schmierfett auch die Kosten für die Nachschmierung zu berücksichtigen. Aus sicherheitstechnischer Sicht kann eine Nachschmierung in heißer Arbeitsumgebung gefährlich sein. Diese ökologischen und sicherheitsbezogenen Risiken lassen sich mit Trockenschmierstoffen vermeiden, mit denen die Lager bei minimalem Schmierstoffverlust auf Lebensdauer geschmiert werden.

Trockenschmierung als Lösung für schwierige Einsatzbedingungen

Im Betrieb können bei trockengeschmierten Lagern vorübergehend stärkere Geräusche und Schwingungen auftreten. Dies ist die Folge davon, dass sich kleinste Festschmierstoffteilchen ablösen, hat aber keinen Einfluss auf die Leistung und die Gebrauchsdauer der Lager.

In geeigneten Anwendungen stellt die Trockenschmierung eine Lösung für schwierige Probleme dar, die sich durch die Kombination von hohen Temperaturen und häufig niedrigen Drehzahlen ergeben. In Anwendungen, in denen herkömmlich geschmierte Lager womöglich wöchentlich ausfallen, können trockengeschmierte Lager jahrelang problemlos laufen, solange sie trocken gehalten und mit niedrigen Drehzahlen betrieben werden – sogar bei Temperaturen bis 350 °C.

Trockengeschmierte Lager tragen erheblich zur Reduzierung der Komplexität von Lagersystemen bei, indem sie Kühl- und Nachschmiereinrichtungen überflüssig machen und den Instandhaltungs- und Wartungsbedarf senken. MM

* Hugo Carlén ist Marketing Manager bei der SKF Sverige AB in 41505 Göteborg (Schweden)

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