Präzisionsbleche der tschechischen Firma Keytec kommen in vielen anspruchsvollen Branchen zum Einsatz – der Automobil- und Elektroindustrie sowie in moderner Heiz-Klimatechnik. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Qualität der Bleche. Eine Vakuumreinigungsanlage Pero R2 erfüllt bei Keytec vielfältige Anforderungen.
Während eine Mitarbeiterin rechts die zu reinigenden Bauteile in durchlässigen Gitterkörben auf das Zuführsystem setzt, nimmt eine Kollegin auf der linken Seite die gereinigten Bauteile wieder vom Band. Dazwischen findet in der Pero R2 automatisch die Reinigung mit Lösemittel in Vollvakuum statt.
(Bild: Pero)
Keytec Precision Components (siehe Kasten) verarbeitet Jahr für Jahr mehr als 10.000 Tonnen Metallblech. Es wird gestanzt, gepresst, gebogen, entgratet, gereinigt, geschweißt, geklebt und teils auch konserviert und montiert. Jeder einzelne Fertigungsprozess verlangt Know-how sowie beste Maschinen und Anlagen. Fehler, die einen Ausschuss zur Folge haben, sind ein No-Go, wie Karel Vlasak klarstellt: „Aktuell sind zuverlässige Prozessabläufe noch wichtiger denn je, denn Material ist rar. Zudem verzeichnen wir stetig steigende Auftragseingänge und müssen immer zuverlässig liefern. Heißt – wir dürfen nichts verschwenden.“
Das Wachstum basiert bei dem tschechischen Unternehmen auf mehren Säulen und Regionen. Als zunehmend bedeutend bezeichnet Karel Vlasak die steigende Nachfrage einiger japanischer Konzerne wie Panasonic und Daikin. Während Panasonic Präzisionsbleche für mehrere Branchen ordert, konzentrieren sich die Aufträge von Daikin vor allem auf die Heizungs- und Klimatechnik. Dort zählen beispielsweise hochmoderne Klimaanlagen, deren Abwärme zur Warmwasserbereitung genutzt wird, mehr und mehr zu Bestsellern.
Reinigungsanlage muss zuverlässig, flexibel und produktiv sein
Werksleiter Vlasak ist stolz darauf, dass diese Weltkonzerne seinem mittelständischen Unternehmen Vertrauen schenken: „Japanische Unternehmen gehören ebenso wie deutsche zu den anspruchsvollsten weltweit. Dementsprechend war es zwar ein längerer Prozess, bis wir den ersten Zuschlag bekamen. Letztlich konnten wir aber überzeugen und profitieren mit steigenden Umsätzen davon“, freut sich der Ingenieur.
Entscheidend für die hohe Zuverlässigkeit und Qualität des tschechischen Keytec Werks ist neben den qualifizierten Mitarbeitern vor allem die hochwertige Technik, die in Budweis zum Einsatz kommt. Um stets in bestmögliche Lösungen zu investieren, durchlaufen alle größeren Einkäufe einen strengen Beschaffungsprozess, bei dem zuletzt drei führende Anbieter der jeweiligen Technologie verglichen werden. Auf diese Weise wählte Keytec sämtliche Stanz-, Biege- und Bearbeitungsmaschinen sowie Pressen von 32 bis 630 Tonnen aus.
Auch die modernen Vakuumreinigungsanlagen R2 des deutschen Spezialisten Pero AG aus Königsbrunn bei Augsburg mussten sich dem Wettbewerb stellen, um in den Jahren 2015 und 2020 den Zuschlag zu erhalten. Jan Mraz, der als verantwortlicher Ingenieur für den Reinigungsbereich die Anbieterauswahl koordinierte, erinnert sich: „Die früher eingesetzten Reinigungsanlagen konnte unsere Anforderungen nicht mehr produktiv erfüllen. Pero zählt nach unserer Erfahrung zu den Top Drei der Branche. Darum war das Unternehmen in der finalen Auswahl dabei.“
Keytec produziert rund 500 verschiedene Artikel, die unterschiedlichste Anforderungen an Reinigungsanlagen stellen. Manche brauchen hohe Technische Sauberkeit und Fettfreiheit mit Oberflächenspannungen von bis zu 40 Nm/m. Andere müssen konserviert werden. Manche sind mit lediglich 0,3 Millimeter Materialstärke sehr filigran und weisen komplexe Strukturen auf, andere sind bis zu 8 Millimeter stark und haben große Abmaße. Dabei kommen verschiedene Materialen zum Einsatz – von Baustahl über Kupfer, Zink bis hin zu verschiedensten Aluminiumlegierungen, die abschließend eloxiert oder lackiert werden. Entsprechend wichtig erachtet Keytec neben hoher Zuverlässigkeit und großem Durchsatz auch Flexibilität von seinen Reinigungsanlagen.
Bei der Präsentation der technischen Daten waren laut Jan Mraz in 2015 und 2020 die drei Anbieter mit ihren Anlagen noch weitgehend gleich auf. Als es dann an die Umsetzung diverser Ansprüche mit ersten originären Bauteilen ging, kristallisierten sich bereits Unterschiede heraus. Der Reinigungsfachmann erinnert sich: „Nicht zuletzt der Besuch des Kompetenz-Zentrums von Pero in Deutschland hat uns schwer beeindruckt.“
Am Pero-Stammsitz stehen 15 bis 17 verschiedene Serien-Reinigungsanlagen sowie ein Labor für Technische Sauberkeit. Hier testen, analysieren und dokumentieren Experten des Unternehmens die Ergebnisse von Reinigungstests, die je nach Bedarf mit lösemittel- oder wasserbasierten Anlagen durchgeführt werden. Jan Mraz war sich schon früher mit den Reinigungsfachleuten einig, dass für seine Bedarfe, nur eine Lösemittelanlage in Frage kommt. Aber: „Bei den damaligen Projekten, die teils noch immer laufen, ist etwas weniger Reinheit gefordert. Da kommen wir mit preiswerteren Kohlenwasserstoffen aus. Entsprechend betreiben wir unsere 2015 gekaufte Pero R2 noch immer mit diesem Destillat.“
Stand: 08.12.2025
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Da Keytec seit dem Jahr 2020 zunehmend Aufträge mit höchsten Reinheitsansprüchen bekommt, war relativ schnell klar, dass in der neuen Anlage eine spezielle Zusammensetzung von modifiziertem Alkohol als Destillat gebraucht wird. So erreichen die Blechprofis Oberflächenspannungen von 40 Nm/m.
Mit viel Know-how zur perfekten Reinigungslösung
Ein besonders anspruchsvoller Auftrag für Highend-Sicht-Komponenten, die in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen, stellte in 2020 eine besondere Herausforderung dar. Modifizierter Alkohol in der standardisierten Hightech-Anlage Pero R2 führte allein noch nicht zu einer zufriedenstellenden Lösung. Jan Mraz erklärt: „Diese Bauteile sind sehr empfindlich und dürfen daher im Reinigungsraum nicht gedreht werden.“
Laut Jakub Tuna und Petr Teverný, Berater bei der tschechischen Pero-Vertriebsgesellschaft Imtos, ist normalerweise genau dieser Vorgang wichtig. „Durch das Drehen in Vollvakuum sorgen die Anlagen dafür, dass das Destillat die Werkstücke an allen Ecken und Enden reinigt“, sagt Tuna. Für diese speziellen Anforderungen galt es für die Experten von Pero, eine andere Lösung zu suchen, und sie fanden eine: Der Reinigungstank wird nahezu komplett gefüllt. Dadurch genügt es, die Teile im Raum zu schwenken. Da zudem speziell designte Körbe zum Einsatz kommen, absorbieren die Bauteile die Hitze beim anschließenden Trockenvorgang besonders gut. „Mit diesen Anpassungen erfüllen wir seither die Erwartungen unseres Kunden zu hundert Prozent“, freut sich Jan Mraz.
In der Steuerung abgespeichert, können Anlagenbediener das Programm genauso einfach aufrufen wie alle anderen. Am übersichtlichen Touchscreen finden sie schnell alle Funktionen und starten mit wenigen Berührungen den jeweiligen Reinigungsvorgang. Dieser läuft dann komplett automatisch ab. Dabei kann der Mitarbeiter jederzeit am Bildschirm ablesen, was aktuell in der Maschine passiert bzw. wie lange das Programm noch läuft, bis die fertigen Teile ausgegeben werden.
Da nicht alle Bauteile bei Keytec direkt weiterverarbeitet werden, ist nicht immer eine fettfreie Oberfläche gewünscht. Deshalb müssen sie mitunter vor Korrosion geschützt, also konserviert werden. Auch dies ist mit der Pero R2 sehr einfach möglich. Für Fachbereichsleiter Jan Mraz ein weiterer Grund für Zufriedenheit: „Keine andere Anlage hat so gut bei der Konservierung abgeschnitten wie die R2. Wir bekommen stets die Qualität, die wir brauchen.“
So erfüllt Pero mit ihrer Hightech-Reinigungsanlage letztlich alle Anforderungen des Keytec-Pflichtenhefts. Fachmann Mraz ist rundum zufrieden: „Wir haben durchgängig stabile Reinigungsprozesse und können uns auf die Anlagen immer verlassen. Dabei überzeugt uns nicht nur die Technik. Die zielführende Beratung und der durch Imtos vor Ort befindliche Service hat uns zudem die Entscheidung leicht gemacht, und wir haben sie nie bereut.“