Werkzeugmaschinenbau

Im Werkzeugmaschinenbau erhalten Zulieferer mehr Gewicht

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Besonders seit Beginn des rasanten Aufschwungs gewinnt zusätzlich der Zeitfaktor an Bedeutung. Denn momentan erhält oft der Maschinenanbieter vom Kunden den Auftrag, der bei vergleichbarer Qualität schneller liefern kann. Deshalb stehen die Hersteller zeitlich unter einem starken Druck, den sie an die Lieferanten weiterreichen. Dazu Edgar Heim von Weiss: „Wir spüren derzeit einen enormen Nachfragezuwachs. Aufgrund der hohen Auslastung bauen wir schon seit einiger Zeit unsere Kapazitäten aus und werden die entsprechenden Maßnahmen noch weiter verstärken.“

Frühe Einbindung des Zulieferers ist für das Endprodukt von Vorteil

Zahlreiche Lieferanten nutzen die neuen Herausforderungen als Chance, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. „Unternehmen können mit ihrer Innovationsleistung punkten und so neue Aufträge gewinnen“, bestätigt Werner Jüttner von Möller Werke. Außerdem, so der Geschäftsführer, bringe die frühe Einbindung der Zulieferer in den Planungsprozess zahlreiche Vorteile mit sich: „Ein großer Pluspunkt ist, dass wir sehr frühzeitig bei der Gestaltung der Maschinen und der dazugehörigen Komponenten, die von uns geliefert werden, Einfluss auf Funktion, Montierbarkeit und Kosten nehmen können.“

Oft erhält der Zulieferer nur einige Eckdaten von Bauteilen, er entwickelt die Systemkomponenten dann selber, wobei es in seiner Verantwortung liegt, die Kosten zu minimieren. Das bietet ihm die Möglichkeit, Änderungen an Bauteilen vorzuschlagen und deren möglichst effiziente Fertigung zu planen. Von den Verbesserungen am Werkstück und den erzielten Einsparungen profitieren im Idealfall beide Partner.

Zulieferer in der Kostenfalle

Doch wie so oft gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. Die Preise, die während der Krisenmonate in den Keller gingen, haben sich trotz der gestiegenen Nachfrage noch nicht erholt. Gleichzeitig steigen die Kosten für Energie, Rohstoffe und Halbzeuge stetig an. Und während deren Lieferanten langfristige Preisbindungen vermeiden, sehen sich die Zulieferer unter dem Wettbewerbsdruck oft gezwungen, ihre Preise mit den Herstellern auf lange Sicht festzulegen, sodass sie das finanzielle Risiko trotz enger Margen allein tragen.

Um von der engeren Zusammenarbeit mit den Werkzeugmaschinenherstellern profitieren zu können, verfolgen die Zulieferer unterschiedliche Strategien. Die Arno Arnold GmbH etwa verfügt schon seit einigen Jahren über eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung, in der kundenspezifische Lösungen vorangetrieben werden.

Langfristige Partnerschaften mit Maschinenbauern helfen Zulieferern

Außerdem geht das Unternehmen langfristige Entwicklungs- und Systempartnerschaften mit den Maschinenherstellern ein. Geschäftsführer Wolf Mang: „So können wir anwendungsindividuell konzipierte Komplettlösungen just in time liefern. Als weiteren Service übernehmen wir weltweit die Versorgung mit Ersatzteilen.“

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