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Oberflächenveredelungen

Immanent ist patent

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Ursprünglich klassischer Maßbandhersteller ist das Unternehmen heute spezialisiert auf besondere Oberflächenwünsche. „Als zum Beispiel Hydrologen Brunnen graben und mit dem Maßband nicht nur eine bestimmte Tiefe des Wassers, sondern auch den pH-Wert und die Temperatur des Wassers an exakt dieser Tiefe wissen wollten, haben wir uns dafür etwas einfallen lassen“, sagt Meywald. So wurde das Hydrologen-Maßband entwickelt, ein Stahlmaßband mit vier Kupferlackdrähten. Ein Sensor, am Nullpunkt des Maßes hängend, übermittelt Pegel, Temperatur und pH-Wert nach oben. Die Kupferlackdrähte sind in eine Kunststoffmatrix gebettet, wobei die Herausforderung darin bestand, dass die Drähte durchgängig exakt gleich liegen müssen. Durch den eigenen Maschinen- und Werkzeugbau in Bad Arolsen ist es möglich, genau solche Herausforderungen zu meistern. „Für diesen Fall haben wir eigens einen speziellen Extruderkopf konstruiert und gebaut“, erklärt Meywald.

Spätestens als die Anfrage kam, ob Meywald nicht für die Hausgeräteindustrie Bänder in Maßbandbreite lackieren wolle, war der Schritt weg vom Maßbandhersteller hin zum Oberflächendienstleister vollzogen. Nachdem Bosch-Siemens sich dafür entschied, seine Kühlschrank-Korpusse zum Teil aus Kunststoff herzustellen, brauchten die Magnetgummidichtungen der Türen an diesen Stellen einen Haftpartner aus Stahl. Hier war es Aufgabe, die Bandoberflächen so zu gestalten, dass sie vorderseitig exakt dem vorgegebenen Hausgeräte-Farbton entsprechen und rückseitig das verwendete doppelseitige Klebeband dauerhaft hält und die Lackoberfläche gleichzeitig adheäsionsfreundlich ist.

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Ein Lack, verschiedene Farben

Heute hat sich Meywald ganz den besonderen Herausforderungen verschrieben. Gemeinsame Entwicklungsarbeiten mit dem Kunden und Lackherstellern ist das täglich Brot. Es sind Oberflächenveredelungen von Band, Draht und Seil mit Gleitlack, Lack, PTFE, Kunststoffen und Hochtemperatur-Beschichtungen möglich. Auch an verschiedenen Forschungsprojekten zu Oberflächen waren die Bad Arolser bereits beteiligt. Aktuell ist gerade das Projekt des Blickwinkel-abhängigen Farbeindrucks von Fassaden im Architekturbereich (gefördert vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF) abgeschlossen. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT, einem Lackpigment-Spezialisten und dem Metallfassadenhersteller GKD wird das Band bereits lackiert bevor es als Metallgewebe zur Fassade wird, da eine Lackierung der späteren Fassade so nicht mehr möglich wäre. „Das Besondere des sogenannten Effektlacks ist hier, dass je nach Blickwinkel das verarbeitete Band türkis oder pink schimmert“, erklärt Meywald und betont „Innovationen und Rationalisierungen dieser Art setzen eine vertrauensvolle Entwicklungspartnerschaft voraus. Vertraulichkeit schon in der Ideenphase ist selbstverständlich. Dabei sind Geheimhaltungsvereinbarungen die Regel. Aber alle Partner müssen vorbehaltlos ihre Ideen auf den Tisch legen. Nur so kann gemeinsam ein Innovationsgrad erreicht werden, der als Erfindungshöhe zum Beispiel für eine Patentanmeldung ausreichend ist.“

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Über den Autor

M.A. Frauke Finus

M.A. Frauke Finus

Leitende Redakteurin, Redaktion @blechnet.com