Die hohen Energie- und Materialkosten nebst wirtschaftliche Unsicherheiten wegen des Ukrainekriegs bedrohen die Metall- und Elektroindustrie. Hier die Details.
Energiepreisexplosion, Rohstoffmangel, drohendes Gasembargo! Das ist das Schreckgespenst-Trio, das die Angst in der Metall- und Elektrobranche schürt. Hier ein Lagebericht von Gesamtmetall, basierend auf einer repräsentativen Umfrage.
(Bild: P. Steinfuss)
An einer entsprechenden Branchenumfrage mit Blick auf die Herausforderungen dieser Tage haben laut Gesamtmetall vor Kurzem über 1.400 Unternehmen teilgenommen. Das sei eine Zahl, die rund 42 Prozent aller Beschäftigten der Branche bedeute. Bei den Antworten stellte sich heraus, dass sich jedes fünfte Unternehmen aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage existenziell gefährdet fühlt. Vor allem die Kostensteigerungen träfen die Unternehmen massiv. Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander dazu: „Das sind natürlich die Effekte der Energiepreissteigerungen, der Materialpreissteigerungen und so weiter. Das frisst sich durch!“ Rund 80 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich deshalb immerhin in substanziellem Umfang von den hohen Kosten betroffen.
Ein Gasembargo wäre eine Katastrophe
Ein knappes Drittel der Befragten gab zudem an, in hohem Maße die Produktion gedrosselt zu haben oder das in diesem Jahr noch tun zu müssen. Das hänge mit den gestörten Lieferketten zusammen und dem Stau vor den Welthäfen. Nach wie vor wirke sich etwa der Halbleitermangel auf die Produktion der Autoindustrie aus. Auch fehle es an wichtigen Rohstoffen und Vorprodukten.
Vor diesem Szenario warnte Zander einmal mehr vor einem Embargo für russisches Gas. Komme es, wären massive Produktionsausfälle zu befürchten. Denn gut 25 Prozent der Unternehmen rechnen bei einem Ende der Gasversorgung mit einem vollständigen Produktionsstillstand. Zander: „Das würde nur in den Betrieben, die befragt wurden, rund 300.000 Beschäftigte treffen.“
Lähmende Investitionsverzögerungen
Betroffen davon sei potenziell auch die sogenannte kritische Infrastruktur, für die über 50 Prozent der befragten Unternehmen produziere. Es gehe dabei um medizintechnische Produkte sowie um solche für den Energie- und Verkehrssektor oder für die Verkehrsinfrastruktur. Irgendwann werden Produktionsausfälle auch dort durchschlagen, prognostiziert der Verbandschef. Aufgrund der hohen Kosten stellten laut Umfrage schon über 55 Prozent der Unternehmen anstehende Investitionen zurück, oder verschieben sie. Das lähmt aber das Produktionswachstum, weiß der Experte Zander. Und quasi alle Unternehmen stünden vor einem Strukturwandel, der hohe Investitionen erfordere. Wenn das Geld nicht ausgegeben werde, manövriere Deutschland sich zwangsläufig ins Abseits.
Die Umfrageergebnisse sollen aufrütteln
Viele Unternehmen ergreifen angesichts des angespannten wirtschaftlichen Umfelds aber auch die Initiative. Das bedeutet etwa, dass über die Hälfte versucht, die eigenen Lieferketten breiter aufzustellen, um weniger anfällig zu sein. In geringerem Umfang (14 Prozent) wird die Produktion auch zurück nach Deutschland oder in andere EU-Länder geholt. Rund 20 Prozent der Befragten gaben zu, Personal abbauen zu müssen. Der Zeitpunkt für die Veröffentlichung der Gesamtmetall-Umfrage ist im Übrigen kein Zufall, wie es weiter heißt. Denn heute will die IG Metall ihre Forderungsempfehlung für die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie im Herbst veröffentlichen. Gewerkschaftschef Jörg Hofmann hatte im Vorfeld wegen der hohen Inflation bereits eine kräftige Lohnerhöhung gefordert.
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