Teilereinigung Kontinuierliche Badanalyse erhöht Prozess-Sicherheit

Autor / Redakteur: Bernhard Sievering / Josef-Martin Kraus

Die BWS Philipp Boecker + Wender Stahl GmbH & Co KG mit den Werken in Iserlohn und Hagen-Hohenlimburg ist Hersteller von Service-, Präzisions- und Federbändern aus rost-, säure- und

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Die BWS Philipp Boecker + Wender Stahl GmbH & Co KG mit den Werken in Iserlohn und Hagen-Hohenlimburg ist Hersteller von Service-, Präzisions- und Federbändern aus rost-, säure- und hitzebeständigen Stählen (RSH-Stählen). Im Jahr 2007 wurde die Entscheidung getroffen, das Glüh- und Oberflächenergebnis der Blankglühlinie zu verbessern und die bis dahin mechanische Entfettung durch eine Bandwaschanlage zu ersetzen. Die wichtigsten Kriterien dabei waren eine signifikante Verbesserung und Dokumentation der Reinigungsqualität. So installierte die BVL Oberflächentechnik GmbH, Emsbüren, nicht nur die Anlage, sondern auch das Badanalysegerät Libelle zur automatischen, permanenten Überwachung des Reinigungsprozesses (Bild 1).

Vor der Anlageninstallation wurde bei BWS die Bandreinigung mechanisch vorgenommen. Dazu hat man Abstreiftücher an das Band gedrückt, die den Fett- und Ölfilm zwar verringerten, aber keine 100%-Entfettung bewirkten. Die Folge war, dass der Restölfilm den nachfolgenden Glühprozess störte. Die nicht entfernten Ölbestandteile verbrennen und vercracken bei 1200 °C im Glühofen. Das beeinträchtigt die Ofenatmosphäre. Als Konsequenz sinkt der Wirkungsgrad des Ofens; der Aufwand für die Ofeninstandhaltung steigt. Mit der Anlagen- und Geräte-Installation wird beides vermieden.

Die Idee dazu hatte ein Anlagenlieferant von BWS. Er rüstet den Stahlbandhersteller mit Abcoilanlagen aus. Als Anlagenhersteller hatte er bereits Erfahrungen mit BVL. Die Aufgabenstellung für die Konzeption der Bandwaschanlage lautete: In einer kontinuierlich laufenden Blankglühlinie soll eine Reinigungsanlage zum Entfetten kaltgewalzter Bandstähle integriert werden. Beim Reinigen müssen die liquiden und festen Bestandteile entfernt werden und auf dem Band dürfen keine Reinigerrückstände verbleiben.

Trocknung erfolgt ohne Restfeuchte auf dem Band

Die Trocknung muss ohne Restfeuchte auf dem Band erfolgen. Der maximal zur Verfügung stehende Platz beträgt 3800 mm. Die Banddicke variiert von 0,05 bis 1,5 mm; die Bandbreite beträgt bis zu 400 mm. Auch bei einer Bandgeschwindigkeit bis 70 m/min muss ein optimales Reinigungsergebnis erzielt werden.

Um diesen Anforderungen zu genügen, ist die Bandwaschanlage prozesstechnisch dreistufig ausgelegt. So findet in der Anlage eine separate Reinigung, Spülung und Trocknung statt. Diese drei Prozesse sind räumlich durch Abquetschwalzen voneinander getrennt. Hauptverantwortlich für das Reinigungsergebnis sind Hochdruckpumpen. Das anschließende Spülen der RSH-Stahlbänder sorgt für eine optisch hochwertige Oberflächenreinheit.

Damit dieses Anlagenkonzept im Drei-Schicht-Betrieb „laufen“ kann, wurde bewusst in Badpflegemaßnahmen und die Badanalyse investiert. Das eingebrachte Öl wird der Waschflüssigkeit über einen Plattenphasentrenner entzogen. In einem zweiten Schritt scheiden Mikrofilter emulgierte Ölanteile ab. Das Spülwasser wird durch eine Umkehrosmoseanlage gepumpt. Dort werden dem Medium gelöste Mineralien und Salze entzogen.

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