H.P.Kaysser

„Künstliche Intelligenz“ für die mannlose Auftragsabwicklung

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Kernpunkt des Systems ist eine mit hohem Aufwand entwickelte und aufgrund jahrelanger Erfahrung ständig weiter perfektionierte Software, die technische Zeichnungen automatisch analysieren und die für die Teileherstellung erforderlichen betrieblichen Abläufe nebst den zugeordneten Kostenfaktoren ohne menschliche Eingriffe in die Kalkulation einbeziehen kann. Das Portal ist das ganze Jahr rund um die Uhr erreichbar, die Auftragsabwicklung erfolgt im 3-Schicht-Betrieb. Bezüglich der Liefertermine kann der Kunde frei zwischen 2 Tagen bis 4 Wochen wählen, der Versand erfolgt je nach Abmessungen und Gewicht – möglich sind Maße bis zu 3000 x 1500 mm und Blechdicken von 0,8 bis zu 20 mm – wahlweise per Paketdienst oder Spedition, auf Wunsch ist auch Abholung möglich. Bei Problemen oder Sonderfällen kann man sich von einem Team erfahrener Mitarbeiter Rat holen.

„Wir haben somit zwei organisatorisch wie auch kostenmäßig völlig getrennte Eingangspfade für Aufträge: Einerseits die mannlos abgewickelten Online-Orders und andererseits die klassisch über Verkauf und Technikberatung hereinkommenden Orders“, weiß Niedermaier. Beide Auftragsarten werden getrennt geführt, da bei Laserteile 4 You Vertrieb, AV und CAD vollautomatisch erfolgen und erst in der Fertigung bei der Auftragsverschachtelung beide Prozesse zusammenfließen. Der Fertigungsdurchlauf ist ab dieser Stufe identisch, wobei die Onlineaufträge über grüne Laufzettelhüllen identifizierbar sind. Bei der Planung der Maschinenbelegung werden die anstehenden Jobs zunächst für die einzelnen Blechspezifikationen zusammengeführt, in lasergerechte GEO-Files übersetzt und definierten Blechtafeln zugeordnet. Dabei hilft ein spezielles CAM-Programm bei der optimalen Anordnung. Anschließend wird auch der zur jeweiligen Blechtafel passende Auftragsbestand aus dem klassischen Auftragspfad herausgesucht, um die Belegung zu optimieren. Die fertigen Schnittdateien werden schließlich der geeignetsten der vier Laseranlagen zugeordnet und termingerecht in die Job-Pipeline eingereiht. Alle Anlagen werden gemeinsam über ein umfangreiches vollautomatisches Blechlager versorgt. Die nach dem Zuschnitt sortierten und gestapelten Blechteile werden anschließend auftragsbezogen gegebenenfalls noch weiteren Arbeitsstationen wie einer Trowalisierbehandlung zugeführt und schließlich verpackt und versandt.

Die dritte Dimension und Vernetzung automatischer Fertigungssysteme

„Mittlerweile konnten wir dieses Onlineportal schrittweise vom reinem 2D-Zuschnittservice zu dreidimensional gebogenen Teilen erweitern“, freut sich Kaysser. Nach mehrjähriger systematischer Vorbereitung vollziehe man diesen Schritt zunächst für Biege- und später für Stanzoperationen. Hierfür müsse der Kunde statt zweidimensionaler DXF-Dateien seine 3D-Zeichnungen im STEP-Format einreichen. Die Software zur Analyse und Bearbeitung der Teile sei natürlich wesentlich umfangreicher und leistungsfähiger als die bisherige Version, weil ja nicht nur die Geometrie entschlüsselt werden müsse. Das Programm müsse auch die Rückführung der Fertigteildarstellung in das ursprünglich flache Blechteil bewältigen, aus dem dann durch Biegeoperationen das Fertigteil entsteht. Dazu müssen auch umfassende Werkstoff- und Technologiedatenbanken zum Beispiel bezüglich der Verformung beim Biegen und des Rückfederungsverhaltens der einzelnen Werkstoffe eingebunden werden. Nach einer bereits seit längerem intern laufenden Testphase sei man jedoch überzeugt, dass die entstandene Software den Anforderungen entsprechen werde.

„Ein ebenso entscheidender Schritt ist zudem die weitgehende Automatisierung und anschließende Vernetzung der verschiedenen Produktionssysteme in der Prozesskette vom Laserzuschnitt bis zum fertigen Blechbiegeteil“, weiß Niedermaier. Auch dies habe man bei der systematischen Vorbereitung auf die Einführung der neuen Auftragsabwicklung umfassend berücksichtigt. Neben den Laserschneideanlagen verfügt Kaysser über zwei Stanz-Lasersysteme mit vollautomatischer Zuführung von Blechtafeln und Stanzwerkzeugen. Den nächsten Schritt in der Prozesskette bilden vollautomatische Biegezellen. Hier übernehmen Roboter sowohl die Zuführung der Blechzuschnitte als auch das Rüsten der Werkzeuge, so dass die Anlage eine Vielzahl unterschiedlicher Teile nahezu unterbrechungsfrei verarbeiten kann. Bei der neuen Biegezelle sorgen zahlreiche Sensoren und Prüfsysteme dafür, dass die zugeführten Platinen identifiziert und mögliche Probleme wie falsche Lage, falsche Materialdicke oder Fehler bei der Vereinzelung ausgeschlossen werden. Für die Zukunft denkt man zudem bereits jetzt darüber nach, wie man den Leistungsumfang durch Hinzufügen weiterer Arbeitsgänge erweitern könnte. So ist aktuell schon für den Jahreswechsel eine Ausweitung auf Zuschnitte von Rund- oder Vierkantrohren auf vollautomatischen Rohrlaseranlagen vorgesehen.

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